Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Halbkreisförmige Außenmauer
- Bogendurchgang
- Zweigeschossiger Torturm
- Schild mit dem offiziellen Namen
Die Geschichte des Ortes
Dongdaemun ist die umgangssprachliche Bezeichnung: „Großes Osttor“. Auf dem quadratischen Schild unter dem Dach steht der offizielle Name: Heunginjimun, „Tor der aufsteigenden Menschlichkeit“. Die Erbauer der Hauptstadt Joseon verteilten konfuzianische Tugenden auf die Haupttore; dem Osten fiel die Menschlichkeit zu – „in“. Schon unter König Jeongjo erklärte man das zusätzliche Zeichen „ji“ im viergliedrigen Namen als Versuch, die schwache Ostseite der Stadt zu stärken: Hier ging der niedrige Berg Naksan in die Ebene über, und aus der Hauptstadt floss Wasser hinaus.
Deshalb entstand vor dem Torbogen eine halbkreisförmige Außenmauer – Ongseong. Einen Zugang ließ man nur am Nordrand des Halbkreises: Angreifer mussten abbiegen und unter Beschuss von oben an der Mauer entlanggehen. Von den acht Toren Seouls erhielten nur die östlichen eine solche Befestigung.
Im Frühjahr eintausendfünfhundertzweiundneunzig schickte Toyotomi Hideyoshi, der Japan geeint hatte, ein Heer durch Korea in Richtung Ming-China. Die erste Division befehligte Konishi Yukinaga. Er wurde in die Familie eines Arzneimittelhändlers aus Sakai geboren, trat in Hideyoshis Dienst und stieg zum Daimyō auf – einem militärischen Grundbesitzer, der von den Reisabgaben seiner Provinz lebte. Einen benachbarten Teil derselben Provinz verwaltete Katō Kiyomasa, der Befehlshaber der zweiten Division. Nun wetteiferten sie um das Recht, Hideyoshi als Erste die Einnahme der koreanischen Hauptstadt zu melden.
Bei Chungju wäre der Streit darüber, wer vorausgehen solle, beinahe zu einem Kampf zwischen ihren Leuten geworden. Schließlich teilten die Befehlshaber die Wege: Konishi sollte sich Hanyang – so hieß Seoul damals – von Osten nähern, Katō von Süden.
Nach der Niederlage der koreanischen Armee bei Chungju entschied König Seonjo, den Hof zu bewahren und die Truppen im Norden zu erreichen. Er verließ die Hauptstadt und zog nach Pjöngjang. Danach zerstreuten sich Soldaten und Beamte. Ein Teil der Stadtbewohner plünderte die staatlichen Lager und steckte die Einrichtungen in Brand, in denen Schuld- und Sklavenregister aufbewahrt wurden.
Als Konishi über der Hauptstadt den Feuerschein sah, befahl er, nachts zu marschieren. Im Morgengrauen, nach dem heutigen Kalender am zwölften Juni, erreichten seine Leute das Osttor.
Wie sie ins Innere gelangten, überliefern die Aufzeichnungen unterschiedlich. Koreanische Zeugen behaupteten, das Tor sei offen geblieben und es habe keine Verteidiger gehabt. Eine spätere japanische Militärchronik schreibt die entscheidende Tat dem Krieger Kido Sakuemon zu: Er soll den Holzschaft von einem Luntenschlossgewehr abgenommen, mit dem Lauf die eiserne Klappe eines kleinen Wasserablaufs neben dem Tor aufgedrückt, sich hineingezwängt und die Torflügel geöffnet haben. Dieses Detail kann nicht als unbestritten gelten. Unstrittig ist etwas anderes: Bei Dongdaemun kam es zu keinem Kampf. Katō erreichte das Südtor einige Stunden später.
Konishi gewann das Rennen, erhielt aber keine königliche Kapitulation: Seonjo zog bereits weiter nach Norden. Die japanischen Divisionen mussten die Verfolgung fortsetzen. Konishi besetzte Pjöngjang, wurde nach sieben Monaten von einer vereinten ming-koreanischen Armee von dort vertrieben und zog sich nach Seoul zurück. Im folgenden Frühjahr verließen die japanischen Truppen die Hauptstadt.
Den Torturm, der jetzt hier steht, baute man im Jahr eintausendachthundertneunundsechzig neu; Konishi hat seine Balken nicht gesehen. Doch die früheren Osttore lagen an derselben Durchfahrt. Der Halbkreis des Ongseong, der äußeren Verteidigungsmauer, zeigt noch immer, wo man die Angreifer den Verteidigern seitlich zuwenden wollte. An jenem Morgen waren keine Verteidiger mehr auf der Mauer.
Praktisch vor Ort
Die Außenbesichtigung ist rund um die Uhr möglich, der Eintritt ist frei; einen eigenen regelmäßigen Besuch des Turms versprechen wir nicht.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Am besten betrachten Sie das Bauwerk von mehreren äußeren Standorten aus: Die Krümmung des Barbakans erschließt sich nicht sofort vollständig. Ringsum verlaufen Straßen, wechseln Sie die Seite daher nur an erlaubten Übergängen.
