Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinmauer von Jongmyo
- Niedrige zweigeschossige Fassaden
- Schmale Straßenlinie
- Bäume entlang der Mauer
Die Geschichte des Ortes
Die schmale Seosulla-gil zieht sich am westlichen Rand von Jongmyo, dem königlichen Ahnenschrein, entlang: Auf der einen Seite sieht man die Steinmauer und Bäume, auf der anderen stehen Cafés, kleine Restaurants und Schmuckläden. Die nächstgelegenen Häuser ließ man hier absichtlich nicht höher als zwei Stockwerke, damit man nicht aus den Fenstern über die Mauer hinwegsehen konnte. Die heutige Straße wurde am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts gestaltet, doch ihre Richtung bewahrte die alte Grenze des Heiligtums.
In der Joseon-Zeit, bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts, trat der Leiter der Nachtwache mit der Hälfte einer Erkennungsplakette an die Wache an der Westmauer von Jongmyo heran. Die andere Hälfte bewahrte der Posten auf. Beide Hälften wurden zusammengelegt, und die passenden Kanten bestätigten, dass vor der Wache eine eigene Einheit stand. Für den Leiter einer Sonderpatrouille konnte der Verlust einer solchen Plakette mit Stockschlägen und Zwangsarbeit enden.
Er führte die Sullagun, die Soldaten der Nachtpatrouille. Nach dem Signal der Stadtglocke, etwa um zehn Uhr abends, schloss man die Tore Seouls, und den Einwohnern war es bis zum Signal vor Tagesanbruch verboten, hinauszugehen. Die Einheiten erhielten ein kurzes Passwort, teilten die Stadt in Abschnitte ein und gingen bis zum Morgen durch die Straßen. Hier führte ihre Route an der Mauer von Jongmyo entlang: Dahinter wurden die Gedenktafeln der Könige und Königinnen aufbewahrt, deshalb achteten die Wachleute sowohl auf ein mögliches Eindringen als auch auf Feuer.
Eine Person, der man nachts begegnete, wurde angehalten. Krankheit, eine Geburt, der Tod eines Verwandten oder ein dringender Auftrag galten als berechtigte Gründe, doch eine Erklärung allein genügte nicht. Der Reisende wandte sich an den nächsten Wachposten, erhielt einen Gyeongcheom-Pass und ging in Begleitung eines Bediensteten weiter. Am nächsten Tag überprüfte das Militärministerium, ob die Angelegenheit tatsächlich dringend gewesen war.
Eine Person ohne Pass sperrte man bis zum Morgen auf dem Posten ein. Danach übergab man sie den Militärs zur Bestrafung; je nach Stunde der Festnahme waren zehn bis dreißig Schläge vorgesehen. So bewachten die Sullagun Jongmyo und entschieden zugleich, wer sich nach der Schließung der Stadt auf dieser Seite der Mauer aufhalten durfte.
Aus der Bezeichnung ihres Dienstes setzt sich der heutige Straßenname zusammen: „seo“ bedeutet „westlich“, „sulla“ „Patrouille“, „gil“ „Weg“. Seosulla-gil ist der westliche Weg der Patrouille. Der heutige Straßenzug erhielt sein jetziges Aussehen erst im Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig, doch seine Richtung folgt der westlichen Grenze von Jongmyo.
Heute liegen Cafés, kleine Restaurants und Schmuckwerkstätten gegenüber der Mauer. Stadtplaner begrenzten die nächstgelegenen Gebäude auf zwei Stockwerke, damit man aus den Fenstern nicht in das Heiligtum hineinschauen konnte. Auf einer Seite von Seosulla-gil ist die Mauer von Jongmyo erhalten geblieben, auf der anderen stehen niedrige Fassaden; dazwischen verläuft die Straße, die nach den Menschen benannt ist, die hier Nachtdienst versahen.
Praktisch vor Ort
Öffentliche Straße ohne Zugangsbeschränkung; Werkstätten, Cafés und Restaurants haben eigene Öffnungszeiten.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Diese Station liegt im Freien: Suchen Sie keinen gesonderten Gedenkraum, sondern gehen Sie an der Mauer entlang und betrachten Sie die Straße selbst als wichtigstes Zeugnis.
