Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Seitliche Pfeiler des Hauptportals
- Rekonstruierter oberer Teil des Portals
- Steinerne Inschrift „Amir Timur Gurgan“
- Kuppelmausoleum gegenüber
Die Geschichte des Ortes
Die Freitagsmoschee versammelte die Einwohner von Samarkand zum gemeinsamen Freitagsgebet und sollte das Hauptgebäude der Stadt werden. Ihr Hauptportal wurde so hoch errichtet, dass von dem frühen Bau hauptsächlich die seitlichen Pfeiler erhalten blieben; der obere Teil wurde später wiederhergestellt. Im Inneren ist eine steinerne Inschrift mit dem Titel des Auftraggebers erhalten, und auf der anderen Straßenseite steht ein Kuppelmausoleum am Ort der verschwundenen Medrese, die mit dem Namen Bibi-Chanum verbunden ist.
Im Herbst tausendvierhundertvier brachte man Timur jeden Morgen auf einer Sänfte hierher. Der Herrscher und Auftraggeber der neuen Hauptmoschee von Samarkand konnte bereits weder lange stehen noch ein Pferd besteigen, verbrachte aber fast den ganzen Tag an den Baugruben. Der Eingang gefiel ihm nicht.
Fünf Jahre zuvor war Timur von einem Feldzug nach Indien zurückgekehrt und hatte den Bau einer Freitagsmoschee angeordnet – eines Ortes, an dem die Stadtbewohner zum gemeinsamen Gebet zusammenkamen. Aus den unterworfenen Ländern brachte man Handwerker zusammen, fünfundneunzig Elefanten transportierten Steinblöcke. Die Größe war Teil des Plans: Kein Gebäude in Samarkand sollte mit der neuen Moschee konkurrieren.
Gegenüber stand bereits die Medrese von Sarai Mulk Chanum, Timurs ältester Ehefrau. Die Medrese war eine höhere Schule mit Zimmern für Schüler; Sarai Mulk hatte sie in eigenem Namen in Auftrag gegeben. Sie stammte aus der Familie Dschingis Khans, und durch die Ehe mit ihr führte Timur den Titel Gurgan – „Schwiegersohn des Khans“. Für einen Mann, der selbst nicht zu den Dschingisiden gehörte, hatte dieser Titel enorme Bedeutung.
Das Portal der Medrese von Sarai Mulk war höher als der Eingang der Moschee. Timur befahl, das eben fertiggestellte Mauerwerk abzutragen und ein neues, höheres Portal zu errichten. Die Bauarbeiten an einem seiner Pfeiler übernahm er selbst, die am anderen übertrug er zwei ihm nahestehenden Würdenträgern: Der Bau wurde zu einem Wettlauf um Geschwindigkeit.
Die Handwerker arbeiteten Tag und Nacht. In die Baugruben, in denen sie die Fundamente aushoben, warf man auf Timurs Befehl zubereitetes Fleisch. Den Steinmetzen, deren Arbeit dem Auftraggeber besonders gefiel, warf man von oben Münzen zu. So sahen Nahrung und Belohnung für die Menschen aus, von denen der kranke Herrscher ein sofortiges Ergebnis verlangte.
Der Winterschnee stoppte den Bau. Bald darauf brach Timur zu einem neuen Feldzug auf und starb im Februar tausendvierhundertfünf in Otrar, ohne den Eingang vollendet gesehen zu haben. Forschende gehen davon aus, dass seine Nachfolger die gesamte Moschee vollendeten. Von dem niedrigen Portal, das Timurs Zorn ausgelöst hatte, blieb nichts: Es wurde noch zu seinen Lebzeiten abgetragen. Auch der hohe Eingang stürzte später ein; zu Beginn der Wiederherstellung waren davon hauptsächlich die seitlichen Pfeiler erhalten, weshalb der heutige obere Teil des Portals in weiten Teilen rekonstruiert ist.
Der Name „Bibi-Chanum“ ist eine ehrerbietige Bezeichnung für Sarai Mulk Chanum. Die Chroniken nennen Timur als Auftraggeber der Moschee, doch die Frage einer ursprünglichen Widmung an seine Frau bleibt umstritten. Das eigene Gebäude von Sarai Mulk stand auf der anderen Straßenseite: Ihre Medrese wurde Ende des sechzehnten Jahrhunderts zerstört, und heute wird ihr Standort durch ein erhaltenes Kuppelmausoleum markiert.
In einer steinernen Bauinschrift im Inneren der Moschee wird der Auftraggeber als „Amir Timur Gurgan“ bezeichnet. Am Gebäude ist der Name Sarai Mulk erhalten, in der Inschrift der Titel, den Timur durch die Ehe mit ihr erhielt.
Praktisch vor Ort
Die elektronische Kasse für die Saison 2026 zeigt ein Zeitfenster von 09:00–17:00; Restaurierungsarbeiten können den Zugang zu einzelnen Bereichen verändern.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wenn Sie nicht ins Innere gelangen, bleiben Sie vor dem Hauptportal: Der äußere Maßstab und das Verhältnis der Teile vermitteln den Hauptgedanken dieser Station.
