Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kupferner Pegasus
- Runde steinerne Schale
- Felsen aus örtlichem Konglomerat
- Silhouette des Doms hinter dem Brunnen
Die Geschichte des Ortes
Die runde steinerne Schale im kleinen Parterre des Gartens trägt die Kupferfigur, mit der sie erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts verbunden wurde. Darunter liegt ein Steg aus örtlichem Konglomerat, und hinter dem Brunnen ist die Silhouette des Doms zu sehen. Heute lassen sich Brautpaare am Wasser fotografieren, obwohl der Garten für die alte Skulptur nicht das erste Zuhause wurde: Bevor sie hierher zurückkehrte, lag sie lange in einem Museumsdepot.
Das geflügelte Pferd heißt Pegasus. Der griechischen Überlieferung zufolge schlug es mit seinem Huf auf dem Berg Helikon die den Musen geweihte Quelle Hippokrene auf. Deshalb liegt unter seinen erhobenen Hufen ein steinerner Felsen, und um ihn herum ist Wasser gefasst. Doch dieser Pegasus entstand für ganz irdische Pferde.
Im Jahr sechzehnhunderteinundsechzig bestellte Fürsterzbischof Guidobald von Thun ihn für eine Pferdetränke auf dem Kapitelplatz, dem Platz hinter dem Salzburger Dom. In solchen Becken tränkte und wusch man Pferde. Den Auftrag erhielt Kaspar Gras, ein Innsbrucker Hofmeister, der mit Arbeiten für fürstliche Höfe sein Geld verdiente. Ein Eintrag im Kassenjournal bewahrte sowohl seinen Namen als auch die Tatsache der Bezahlung für das gelieferte metallene Pferd. Gras trieb die riesige Figur aus Kupferblech: Pegasus bäumt sich auf und breitet die Flügel über dem Wasser aus, aus dem echte Pferde trinken.
Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts ließen die Hofverwalter die Figur über den Fluss zu einer Pferdetränke am Mirabellplatz bringen, auf der anderen Seite des Schlosses. Dort stand Pegasus bis zum großen Stadtbrand des Jahres achtzehnhundertachtzehn. Nach dem Brand wurde die Tränke abgebaut, und das Kupferpferd kam in die Residenz.
Danach entschied nicht mehr die Mythologie über sein Schicksal, sondern Gutachter. Im Jahr achtzehnhundertzweiunddreißig wollte man Pegasus versteigern. Die Versteigerung wurde abgesagt: Sein künstlerischer Wert galt sogar für eine Auktion als zu gering. Zehn Jahre später stellten städtische Beamte die Figur dennoch wieder ins Freie, auf den Hannibalgarten – so hieß der heutige Makartplatz damals. Pegasus hielt sich dort siebzehn Jahre. Dann brachten Mitarbeiter des städtischen Museums Carolino Augusteum, des heutigen Salzburg Museum, ihn erneut ins Depot. Diesmal für mehr als ein halbes Jahrhundert.
Aus dem Vergessen im Museum holten Teilnehmer des Salzburger Verschönerungsvereins Pegasus hervor, einer Bürgervereinigung, die sich auf ihr fünfzigjähriges Jubiläum vorbereitete. Sie setzten sich dafür ein, die alte Figur in den Stadtraum zurückzubringen. Selbst eine ihnen wohlgesinnte Kommission charakterisierte Pegasus zurückhaltend: künstlerisch nicht herausragend, aber dennoch interessant. Auch über den Standort stritt man; zu den Vorschlägen gehörte der Hof von Mirabell.
Der Verein erreichte die Aufstellung im Frühjahr neunzehnhundertdreizehn. Die Kupferfigur wurde über der alten runden Schale im kleinen Parterre des Gartens aufgestellt, und als Stütze diente ein Steg aus örtlichem Konglomerat. Schale, Felsen und der heutige Standort gehören genau zu dieser Aufstellung; Pegasus selbst ist zweieinhalb Jahrhunderte älter als sie.
Heute dient der Brunnen als einer der bekanntesten Orte für Hochzeitsfotos. Pegasus ist dem Dom zugewandt, und hinter dem Dom liegt der Kapitelplatz – die erste Station dieses Kupferpferdes.
Praktisch vor Ort
Offener Teil des Mirabellgartens; der Zugang hängt von den Öffnungszeiten des Gartens ab, Wasser und einzelne Bereiche sind saisonabhängig.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Lehnen Sie sich für ein Foto nicht auf den Beckenrand; bei abgestelltem Wasser bleibt die Skulptur selbst vollständig sichtbar.
