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Zwerge aus einem zerstreuten Ensemble

Zwergerlgarten

Hier lässt sich der zerstreute barocke Entwurf anhand der zurückgekehrten Figuren wieder zusammensetzen.

15 Min.
Zwergenstatue II im Mirabellgarten
Sumit Surai / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Marmorzwerge
  • Zwei Fechter
  • Schaufel und Obstkorb
  • Zwiebelbündel und Topf mit Knödeln

Die Geschichte des Ortes

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Auf dem Standort der ehemaligen Wasserbastei liegt ein kleiner Garten mit neunzehn Figuren, der vom großen Parterre des Mirabellgartens getrennt ist. Ursprünglich war für sie unterhalb der Bastion ein anderer Bereich angelegt worden: Einen großen Brunnen umgaben kleine Becken, Blumenbeete und für jede Skulptur vorgesehene Plätze. Heute befindet sich dort der Spielplatz „Zauberflöte“, und der kleine Garten wurde zu einem sichereren Zuhause für die erhaltenen Figuren. Unter ihnen sind Gestalten mit Schaufel, Obstkorb, Zwiebelbündel und einem Topf mit Knödeln zu sehen; zwei Fechter wurden von modernen Steinmetzen als Wiederholungen privater Originale geschaffen.

Im Jahr tausendachthundertelf wurden die Marmorzwerge von Mirabell einzeln verkauft. Nach einer weiteren territorialen Neuordnung während der Napoleonischen Kriege fiel Salzburg an Bayern. Der bayerische Kronprinz Ludwig wurde Generalgouverneur des Landes, zog mit seiner Familie in Schloss Mirabell ein und erhielt das Recht, über den Garten zu verfügen. Dem Bewunderer antiker Kunst erschienen die grotesken barocken Figuren hässlich und veraltet. Kronprinz Ludwig ließ sie entfernen; viele wurden bei der Versteigerung für etwa zwei Gulden verkauft.

Vor dem Verkauf war dies ein Ensemble aus achtundzwanzig Figuren, das um tausendsechshundertfünfundneunzig für den Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein geschaffen worden war. Die Bildhauer stellten keine Märchenwesen dar. Vor dem höfischen Publikum standen groteske Figuren des barocken Theaters und Karikaturen erwachsener Menschen mit Kleinwuchs. Einige Posen und Kostüme gingen auf Stiche von Jacques Callot zurück. Zwölf Figuren standen durch Gartenarbeiten und Essen für die Monate: daher die Schaufel, der Rettich, das Zwiebelbündel, der Obstkorb und der Topf mit Knödeln. Andere tanzten mit Kastagnetten, fochten mit Degen oder führten höfische Vergnügungen auf.

Sie standen nicht auf diesem Platz. Ihr Garten lag unterhalb der Bastion, dort, wo sich heute der Spielplatz „Zauberflöte“ befindet. In der Mitte sprudelte ein großer Brunnen, darum lagen vier kleine Becken, geformte Blumenbeete und achtundzwanzig eigens vorgesehene Plätze für die Skulpturen. Bei der Auktion verkaufte man einzelne Teile dieser Komposition; ohne Nachbarfiguren und die frühere Anlage war die Bestimmung jeder Figur bald nicht mehr verständlich.

Den größten Teil der Zwerge erwarb Josef Rosenegger, ein Berufsgärtner und Besitzer des Ausflugsparks Bürglstein. Er verdiente sein Geld mit Gartenbau, betrieb dort ein Gasthaus und lockte Besucher mit Wegen, Altertümern und Skulpturen an. Die günstigen Marmorfiguren eigneten sich für ihn als fertiger Schmuck. Einige verkaufte Rosenegger bald weiter, die übrigen verteilten sich später unter den Besitzern privater Gärten in Salzburg, Oberösterreich und Bayern. Ein Teil verschwand ganz.

Fast hundert Jahre später begann der Salzburger Verschönerungsverein, nach den verstreuten Figuren zu suchen. Im Jahr neunzehnhundertneunzehn beschloss der Stadtrat, das Ensemble wieder zusammenzustellen; damals gelang es, die ersten sechs Zwerge zurückzukaufen, und im Jahr neunzehnhundertdreiundzwanzig brachte der Verein weitere neun zurück. Sie wurden kurz an ihrem früheren Standort aufgestellt, doch dort beschädigten spielende Kinder die Skulpturen. Um die Zwerge zu schützen, brachte man sie hierher, in den Kleinen Bastionsgarten auf der ehemaligen Wasserbastei.

Heute stehen hier neunzehn Figuren. Zwei Fechter kamen im Jahr zweitausendfünfundzwanzig als Kopien hinzu: Die Besitzer der Originale erlaubten, sie zu reinigen und dreidimensionale Lasermodelle von ihnen anzufertigen, worauf Steinmetze Wiederholungen aus Untersberger Kalkstein meißelten. Die Originale selbst bleiben in einem privaten Salzburger Garten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktRosenhügel
Eintrittvon außen

Der Zwergerlgarten ist in der Saison zusammen mit dem Mirabellgarten geöffnet; Salzburg Info weist auf die Schließung in den Wintermonaten hin.

Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dieser Teil des Gartens kann geschlossen sein; betrachten Sie die Figuren nur von den zugänglichen Wegen aus und steigen Sie nicht über die Absperrungen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Steigen Sie von der Bastion hinab, gehen Sie auf der Nordseite um das Schloss herum und steigen Sie zur bronzenen Figur hinauf.

Stopp 4 von 8Weiter: Rosenhügel

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Mirabell und das barocke rechte Ufer“ — 8 Stopps, etwa 0,8 km, 1-2 Stunden.

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