Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Stiftskirche St. Peter
- Gewöhnliche Gräber
- Familiengrüfte
- Höhlenkapellen im Felsen
Die Geschichte des Ortes
Am Fuß des Felsens, neben der Stiftskirche St. Peter, liegt ein Friedhof, der schon in der Spätantike entstand. Zwischen gewöhnlichen Gräbern und Familiengrüften ruhen Mönche der Erzabtei St. Peter und Stadtbewohner. Im Felsen über den Grabsteinen befinden sich Höhlenkapellen, die man später Katakomben nannte, obwohl es hier niemals eine unterirdische Stadt der Toten gab. Die Klostergemeinschaft lebt auch heute bei der Erzabtei St. Peter.
Am zehnten September neunzehnhundertdreißig wurde der Benediktiner Valentin Schmid in einem Klostergrab mit der Nummer vierhundertfünf beigesetzt. Ein gewöhnlicher Eintrag im Totenbuch vermerkte das Ende eines Verbots, das fast zweiundfünfzig Jahre bestanden hatte.
Im Jahr achtzehnhundertachtundsiebzig eröffnete die Stadt einen neuen allgemeinen Friedhof und beschloss, alle Beisetzungen ausschließlich dort vorzunehmen. Auf dem Petersfriedhof wurden neue Bestattungen verboten. Die alten Gräber blieben zwar erhalten, doch ohne neue Beisetzungen verfiel der Friedhof allmählich. Die Mönche und die Besitzer der Familiengrüfte unterhielten ihn auf eigene Kosten. Um neunzehnhundert entstand ein Plan, einen Teil des Geländes für eine Personenbahn auf den Festungsberg abzugeben. Die Benediktiner weigerten sich, das Grundstück abzutreten, und so verlegte man keine Schienen zwischen den Gräbern.
Franz Martin half dabei, dem Friedhof seine Bestimmung zurückzugeben. Er bestritt seinen Lebensunterhalt durch Archivarbeit, leitete das Salzburger Landesarchiv und erforschte die Geschichte der städtischen Denkmäler. Im Februar neunzehnhundertachtundzwanzig hielt Martin einen öffentlichen Vortrag über das Schicksal des Petersfriedhofs und brachte die Frage zur Sprache, die Bestattungen außerhalb der Mauern der Erzabtei St. Peter wiederaufzunehmen. Nach zwei Jahren Verhandlungen erkannte die Stadtverwaltung an, dass die Mönche den Friedhof auf eigene Kosten erhalten hatten, und erlaubte am vierundzwanzigsten März neunzehnhundertdreißig wieder Beisetzungen hier. Zunächst erhielt die Klostergemeinschaft dieses Recht zurück, dann entstanden hier wieder Gräber von Laien.
Zu diesem Zeitpunkt war dieser Ort bereits mehr als tausend Jahre alt. Der Friedhof entstand schon in der Spätantike. Im Jahr sechshundertsechsundneunzig gründete Bischof Rupert von Salzburg daneben ein Missionskloster. Die Stiftskirche St. Peter wurde Petrus geweiht – dem Jünger Jesus Christus’, den die katholische Tradition als ersten Bischof von Rom betrachtet. Von der Kirche ging der Name auf die Erzabtei St. Peter und den Petersfriedhof über: Petersfriedhof bedeutet Friedhof des heiligen Petrus.
Die Öffnungen im Felsen über den Gräbern nannte man erst im siebzehnten Jahrhundert Katakomben. Diese Bezeichnung ist ungenau: Im Berg befanden sich Höhlenkapellen und Zufluchtsorte von Einsiedlern, kein unterirdisches Totenreich wie das römische. Die Mönche leben noch immer bei der Erzabtei St. Peter, und der Friedhof nimmt seit der Entscheidung von neunzehnhundertdreißig weiterhin Verstorbene auf.
Franz Martin hatte dies für andere erreicht. Im Jahr neunzehnhundertfünfzig wurde auch er selbst beigesetzt. Unter den gewöhnlichen Gräbern des Petersfriedhofs blieb der Name des Archivars erhalten, der zuerst die Toten hierher zurückbrachte und ihnen zwanzig Jahre später nachfolgte.
Praktisch vor Ort
Stiftskirche St. Peter täglich 08:00-20:00, keine touristischen Besuche während der Gottesdienste; Friedhof April-September 06:30-20:00 und Oktober-März 06:30-18:00; die Katakomben folgen einem eigenen saisonalen Zeitplan.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bewahren Sie auf dem Friedhof Stille und betreten Sie keine abgesperrten Bereiche. Der Aufstieg zu den Felsenräumen erfordert einen gesonderten Zugang und eigene Stufen; er ist kein Durchgang zur nächsten Station.
