Stopp 5 von 7

Kapitelplatz

Kapitelplatz / Kapitelschwemme

Hier bewahrt der offene Platz die Ausmaße eines Entwurfs, dessen Aufhebung der neue Herrscher anordnete.

15 Min.
Kapitelplatz
Peter g at szg ( talk ) · CC BY 3.0; cropped/resized for app
1234567

0 von 7 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Großschach
  • Portal des Kapitularhauses
  • Marmorwaffen der Domherren
  • Wappen Wolf Dietrichs

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Auf dem Kapitelplatz finden Verkaufsstände, Großschach und die Sommerleinwand der Salzburger Festspiele Platz. Raum dafür gibt es dank des Doms, den man zu bauen begann und dann bis auf das Niveau der Fundamente abtrug.

Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts stand hier das Domkloster – ein Komplex mit Kreuzgang und Kapellen, der dem Kapitel gehörte. Als Kapitel bezeichnete man das Kollegium adliger Domherren am Dom. Sie verwalteten den kirchlichen Haushalt, regierten das Fürstentum während einer Zwischenherrschaft und wählten den neuen Erzbischof. Von ihnen erhielt der Platz seinen Namen.

In der Nacht vom elften auf den zwölften Dezember des Jahres eintausendfünfhundertachtundneunzig geriet der alte Dom in Brand. Der Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, weltlicher Herrscher von Salzburg und Auftraggeber des Stadtumbaus, wollte zunächst die erhaltenen Teile bewahren. Dann beschloss er, das Gelände für einen riesigen neuen Dom freizuräumen. Im Jahr eintausendsechshundertsechs ließ er auf seinen Befehl die Domruine und die nördliche Hälfte des Domklosters abreißen. Für die Domherren hatte er zuvor in der benachbarten Kapitelgasse ein neues Kapitularhaus errichten lassen. Über dessen Portal brachte man vierundzwanzig Marmorwappen der Kapitelmitglieder an, darüber das Wappen Wolf Dietrichs selbst mit einer Inschrift, die besagte, dass das Gebäude von ihm geschaffen worden sei.

Zu dieser Zeit stritt der Erzbischof bereits seit vielen Jahren mit den Domherren darüber, wie weit ihr Recht reichte, sich in die Regierung des Fürstentums einzumischen. Die Entscheidung brachte ein Streit mit Bayern um Salz. Die Salzburger Staatskasse hing vom Abbau in Hallein und vom Verkauf von Salz über die benachbarten Länder ab. Im Herbst des Jahres eintausendsechshundertelf befahl Wolf Dietrich seinen Soldaten, Berchtesgaden zu besetzen, das vom Bruder des bayerischen Herzogs Maximilian I. von Bayern regiert wurde. Er wollte Salzburgs Ansprüche und die Handelsbedingungen verteidigen; dabei setzte er Einnahmen aufs Spiel, die seinen Hof, sein Heer und seine Bauvorhaben unterhielten.

Maximilian I. von Bayern antwortete mit einer Invasion. Das Kapitel versuchte, den Krieg durch Verhandlungen aufzuhalten, doch der Erzbischof wies die Vermittlung zurück und floh aus der Stadt. Daraufhin baten die Domherren den Herzog, ihn nicht entkommen zu lassen. Bayerische Soldaten holten Wolf Dietrich ein, und im März des Jahres eintausendsechshundertzwölf zwang man den Gefangenen, auf sein Amt zu verzichten. Zu den Bedingungen gehörte das Versprechen, ihn freizulassen. Dieses Versprechen wurde nicht erfüllt: Die verbleibenden fünf Jahre verbrachte er in Einzelhaft in der Festung Hohensalzburg und starb dort.

Elf Tage nach der Abdankung wählte das Kapitel dessen Cousin Markus Sittikus von Hohenems zum Erzbischof. Der neue Fürst übernahm eine Stadt mit einem abgetragenen Kloster und bereits angelegten Fundamenten für einen Dom, der sich zur Festungsanhöhe hin erstrecken sollte. Markus Sittikus ließ die Fundamente ausgraben. Der neue Dom wurde von Grund auf neu angelegt, mit dem Altar nach Osten ausgerichtet und an den Ort des früheren Doms zurückverlegt. Markus selbst erlebte die Weihe nicht; sein Nachfolger vollendete den Bau.

So blieb das Gelände offen, das Wolf Dietrich für eine andere Fassung des Doms freigeräumt hatte. Hinter dem Durchgang zur Kapitelgasse ist das Portal mit seinem Wappen und den Wappen der Domherren erhalten. Im Inneren des ehemaligen Kapitularhauses tagt heute der Senat der Universität – in genau jenem Saal, in dem die Domherren einst die Salzburger Erzbischöfe wählten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktBenediktinenabtei Nonnberg
Eintrittvon außen

Der Stadtplatz ist jederzeit zugänglich, doch Festspielvorführungen, Märkte und Veranstaltungen können einen Teil des Raums beanspruchen.

Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Platz eignet sich gut für eine Pause vor dem Aufstieg. Bei einem Markt oder einer Veranstaltung zwängen Sie sich nicht zwischen den Absperrungen hindurch: Die wichtigsten Details sind vom freien Rand des Platzes aus zu sehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Suchen Sie den Ausgang unterhalb des Festungshangs und beginnen Sie den Aufstieg zum Nonnberg.

Stopp 5 von 7Weiter: Benediktinenabtei Nonnberg

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Salzburg der Fürsterzbischöfe: Altstadt und Festung“ — 7 Stopps, etwa 2 km, 2–3 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt