Stopp 2 von 9

Marktplatz und Markthalle Wyborg

Рыночная площадь

Der Platz ist wichtig, um zu sehen, wie der Abriss der Befestigungen die Handelsgeographie Wyborgs veränderte.

18 Min.
Fassade der Markthalle Wyborg am Marktplatz
Ludvig14 · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
123456789

0 von 9 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Steine mit eingemeißelten Nummern
  • Der lange Bau der überdachten Markthalle
  • Der kleine Uhrturm der Markthalle

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Bei den ehemaligen Stadttoren ist ein freier Raum erhalten geblieben, und an ihm entlang zieht sich eine überdachte Markthalle mit einem kleinen Uhrturm. Als das alte Wyborg seine früheren Grenzen bereits überschritten hatte, blieb sein Zentrum noch immer eng: Die schmalen Straßen waren zwischen Holzhäusern, Öfen und Schuppen eingezwängt. Der Platz wurde für den täglichen Lebensmittelhandel vorgesehen, und später entstand daneben eine Markthalle mit Läden, einer Fischabteilung für lebende Fische und Kühlkammern im Untergeschoss. Deshalb gibt es hier nebeneinander offenes Pflaster und einen langen Handelsbau: Dieser Ort erhielt sowohl einen Platz als auch ein Dach für den Handel.

Bis sechs Uhr morgens kamen Bauern aus den Dörfern rund um Wyborg hierher. Ihre landwirtschaftlichen Betriebe verdienten ihr Geld mit Gemüse, Obst, Milchprodukten, Fleisch sowie im Wald gesammelten Beeren und Pilzen. Ein Fuhrwerk durfte man nicht beliebig abstellen: Einem Händler wurde ein Platz zugewiesen, dessen Nummer direkt in den Stein eingemeißelt war. Ein Teil dieser Ziffern liegt bis heute im Pflaster.

Für die Fuhrwerke ließ man eine Durchfahrt frei. Die Verkäufer drehten die Pferde mit dem Hinterteil zur Durchfahrt und mit dem Kopf zur Ware: Der Mist blieb weiter von den Lebensmitteln entfernt. Fleisch durfte erst nach einer Kontrolle verkauft werden. Der Platz war nicht für feierliche Versammlungen bestimmt, sondern für die tägliche Begegnung zweier voneinander abhängiger Gruppen: der Landwirte, die vom Verkauf ihrer Ernte lebten, und der Stadtbewohner, die hier Lebensmittel für den Haushalt einkauften.

Bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts standen an dieser Stelle Befestigungen. Sie gehörten der Militärverwaltung, obwohl Wyborg längst über sie hinausgewachsen war. In den vierziger und fünfziger Jahren baten die Stadtältesten mehrfach in Sankt Petersburg um die Erlaubnis, die verwitterten Mauern abzutragen. Das alte Zentrum blieb eng, die schmalen Straßen waren schlecht belüftet, und in einer Stadt mit Holzhäusern, Öfen und Schuppen konnte jedes Feuer auf den benachbarten Häuserblock übergreifen.

Im Jahr tausendachthundertneunundfünfzig wurden die Mauern per kaiserlichem Erlass der Stadt übergeben. Zwei Jahre später genehmigte man den neuen Plan des Gouvernementslandvermessers Berndt Otto Nymalm, der beauftragt war, auf dem frei gewordenen Land Straßen und Häuserblöcke abzustecken. Geld für den Abbruch der Befestigungen erhielt die Stadt nicht. Die Beamten teilten das neue Gebiet in Parzellen auf und verkauften sie versteigert an örtliche Kaufleute, Handwerker und Angestellte. Mit dem Erlös wurde der Abbruch bezahlt: Die steinerne Umfriedung lieferte selbst die Mittel für ihre eigene Beseitigung. Die für die Bebauung vorgesehene Fläche Wyborgs vergrößerte sich fast um das Sechsfache, und bei den ehemaligen Toren blieb ein freier Platz für den Lebensmittelhandel.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts reichten Fuhrwerke und Zelte allein nicht mehr aus. Im April neunzehnhundertsechs eröffnete die Stadt am Marktplatz einen überdachten Markt. Im Inneren richtete man zweiundachtzig Verkaufsplätze, zwei Läden und eine Fischabteilung mit vier Becken für lebende Fische ein; im Untergeschoss wurden Kühlkammern angelegt. Das langgestreckte Gebäude mit dem kleinen Uhrturm vor dem Marktplatz ist genau diese Markthalle Wyborg.

Die Fuhrwerke werden nicht mehr nach den in den Granit eingemeißelten Nummern aufgestellt. Einige nummerierte Steine sind zwischen gewöhnlichem Kopfsteinpflaster erhalten geblieben, und der Handel geht daneben weiter – unter dem Dach eines Gebäudes, das die Stadt an der Stelle der abgetragenen Mauer zu den Verkaufsreihen hinzufügte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktRunder Turm
Eintrittaußen; Markt vor Ort

Der Platz ist immer geöffnet; der Markt und die Pavillons richten sich nach dem aktuellen Betriebsmodus der Mieter, den man besser vor Ort überprüft.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Markt kann eigene Handelszeiten haben, doch die wesentliche Geschichte lässt sich gut vom Platz aus lesen. Rechnen Sie nicht mit einem verpflichtenden Einkauf oder einer Pause im Inneren.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie über den offenen Platz zu der runden steinernen Masse.

Stopp 2 von 9Weiter: Runder Turm

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Wyborg: alte Stadt, Burg und Monrepos“ — 9 Stopps, 7,5–8,5 km zu Fuß, mit kurzer Busfahrt oder Taxifahrt nach Monrepos, 5,5–6,5 Std..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt