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Cameron-Galerie und Kaltes Bad

Камеронова галерея

Der erste große Auftrag des Architekten teilte sich in ein misslungenes Bad und die geliebten Arbeitsräume der Auftraggeberin.

25 Min.
Cameron-Galerie mit Kolonnade im Katharinenpark
Alex 'Florstein' Fedorov · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Lange Kolonnade
  • Bronzebüsten
  • Granitsockel
  • Breite Treppe

Die Geschichte des Ortes

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Die Kolonnade zieht sich am Hang zwischen den Palastgemächern und dem Park entlang: Ihr oberes Geschoss liegt auf gleicher Höhe wie der Palast, während das untere Geschoss zur Parkseite hin immer höher wird. Unten richtete man einen Badesaal mit einem Zinnbecken, ein Badezimmer, einen Massageraum und ein russisches Dampfbad ein; für den Dampf erhitzte man zweihundertfünfzig Kanonenkugeln glühend und begoss sie mit Wasser. Über dem Bad liegen die Achatzimmer mit Arbeitszimmern, einer Bibliothek und einem mit Marmor und vielfarbigem Jaspis ausgestatteten Saal; die Besitzerin des Palasts arbeitete hier mit Briefen und Staatsdokumenten. Die breite Treppe führt zu den Bronzebüsten, die auf Granitsockeln aufgestellt sind, zwischen den Säulen.

Im Jahr siebzehnhundertneunundsiebzig lud Kaiserin Katharina II. Charles Cameron nach Russland ein. Sie kannte ihn nicht durch Gebäude: Eigenständige Bauten hatte er noch nicht errichtet. Cameron verdiente sein Geld mit Architekturzeichnungen und Kupferstichen und wurde durch die prachtvolle, sieben Jahre zuvor veröffentlichte Abhandlung „Die Thermen der Römer“ bekannt. Katharina wollte neben ihren privaten Gemächern ein Haus nach antikem Vorbild einrichten und entschloss sich, den Bau einem Mann anzuvertrauen, der die römische Architektur bislang nur auf dem Papier erklären konnte. Cameron erhielt eine Wohnung, ein Gehalt von eintausendachthundert Rubel und seinen ersten großen Auftrag.

Er übertrug die Anlage römischer Thermen fast wörtlich nach Zarskoje Selo. Im unteren Geschoss richtete er einen Badesaal mit einem Zinnbecken, ein Badezimmer, einen Massageraum und ein russisches Dampfbad ein. Für den Dampf erhitzten Diener zweihundertfünfzig Kanonenkugeln glühend und begossen sie mit Wasser. Der Name „Kaltes Bad“ bezieht sich genau auf dieses Badegeschoss; das kalte Becken lag hier neben heißen Anwendungen.

Oben richtete Cameron die Achatzimmer ein: Arbeitszimmer, eine Bibliothek und einen mit Marmor und vielfarbigem Jaspis ausgestatteten Saal. Katharina arbeitete dort mit Staatsdokumenten und Briefen. Von den privaten Gemächern des Palasts gelangte sie durch den Hängenden Garten zu den Achatzimmern, dann auf die lange Kolonnade und hinunter in den Park. Cameron setzte die Galerie an den Hang: Das obere Geschoss lag auf gleicher Höhe wie die Palastgemächer, während das massive untere Geschoss zur Parkseite hin allmählich höher wurde.

Der wichtigsten Prüfung hielt das fertig gebaute Bad nicht stand. Katharinas Kabinettsekretär Alexander Chrapowizki notierte ihr Urteil: Es sei seltsam, dass alles für ein Bad gebaut worden sei, das Bad aber missraten sei – man könne darin nicht baden. Die Kaiserin nutzte häufiger zwei andere Bäder in Zarskoje Selo bei den Quadratischen Teichen. Das erste verwirklichte Projekt des berühmten Thermenforschers wurde nicht zu ihrem gewöhnlichen Badeort.

Den übrigen Teil des Komplexes gab Katharina nicht auf. Sie arbeitete in den Achatzimmern und ging auf der Kolonnade spazieren. Ursprünglich reichte die Treppe vom Park nur bis zum unteren Geschoss; auf Anordnung der Kaiserin fügte Cameron zwei obere Treppenläufe hinzu, die direkt zur Galerie führten. Katharina selbst wählte dafür Bronzebüsten antiker Philosophen, Dichter, Feldherren und Herrscher aus. Sie wurden in der Werkstatt der Akademie der Künste gegossen und zwischen den Säulen auf Granitsockeln aufgestellt. In Briefen erzählte Katharina, wie sie zwischen den bereits aufgestellten Büsten spazierte und gleich dort neue Listen zusammenstellte.

Der Auftrag aus Zarskoje Selo machte aus dem Autor eines Buches ohne Bauerfahrung einen Hofarchitekten. Heute trägt die Galerie seinen Namen, und ihr oberes Geschoss sowie die Sammlung der Bronzebüsten sind an dem von Katharina ausgewählten historischen Ort erhalten. Daneben steht weiterhin das Kalte Bad – Camerons erster Bau und jener Teil seines römischen Entwurfs, in dem die Auftraggeberin nie baden wollte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktGroßer Teich und Tschesmensker Säule
Eintrittmit Parkeintrittskarte; Galerie von außen

Außenbesichtigung – nach den Öffnungszeiten des Katharinenparks. Der Katharinenpark ist vom 20. April bis 31. August 07:00–22:00 geöffnet; kostenpflichtiger Eintritt gilt 09:00–19:00. Der Zugang zu einzelnen Innenräumen hängt vom saisonalen Museumsprogramm ab.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Vergleichen Sie zuerst den schweren Unterbau mit dem leichten Obergeschoss. Die Achatzimmer gehören zur Museumsbesichtigung; auch ohne Eintritt ist der Hauptkontrast des Ensembles sichtbar.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie von der Galerie zum Teich hinunter und suchen Sie auf dem Wasser die Tschesme-Säule.

Stopp 4 von 9Weiter: Großer Teich und Tschesmensker Säule

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Zarskoje Selo: Leben in einer Kaiserresidenz“ — 9 Stopps, etwa 7,7 km, 5 Std. 30 Min. ohne Palastinterieurs; bis zu 7 Std. mit zwei Museen.

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