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Neptunbrunnen

Фонтан «Нептун»

Die Geschichte der Bronzegruppe verbindet ihre deutsche Herkunft mit zwei Grenzüberquerungen.

14 Min.
Der Neptunbrunnen im Oberen Garten von Peterhof auf der Achse des Großen Palastes.
GAlexandrova · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Neptuns Figur mit Krone und Dreizack
  • Reiter auf Seepferden
  • Reliefwappen Nürnbergs
  • Bleierne Delfine

Die Geschichte des Ortes

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Im Hauptbecken des Oberen Gartens ist ein bronzenes Gefolge des Meeres versammelt: Neptun mit Krone und Dreizack erhebt sich über einer Granitbasis, daneben galoppieren Reiter auf Seepferden, Nymphen, Tritonen und Delfine drängen sich zusammen. Zuvor stand in diesem Becken Neptuns vergoldeter bleierner Wagen; die weiche Metallmasse hatte sich durch die Peterhofer Fröste und Hitze verzogen. Die neuen Figuren stellte man um den Sockel auf, und einige bleierne Delfine der früheren Ausstattung ließ man zwischen der Bronze stehen.

Im Dezember neunzehnhunderteinundvierzig entschieden deutsche Kunsthistoriker, was aus dem besetzten Peterhof abtransportiert werden sollte. Sie arbeiteten für den Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg – eine nationalsozialistische Organisation, die Kulturgüter für den Versand nach Deutschland auswählte. Unter den Brunnenbronzen hoben die Experten gerade diesen Neptun hervor. Ausschlaggebend waren die Schilde mit den Wappen Nürnbergs auf seinem Sockel.

Die Wappen erklären die Herkunft der gesamten Gruppe. Nach dem Dreißigjährigen Krieg bestellte der Nürnberger Stadtrat einen Brunnen zum Gedenken an den geschlossenen Frieden. Der Bildhauer Georg Schweigger und der Goldschmied Christoph Ritter schufen Neptun mit Krone und Dreizack, Reiter auf Seepferden, Nymphen, Tritonen und Delfine. Der Auftrag war für den Hauptplatz der Stadt bestimmt: Der römische Meeresgott sollte über einem großen öffentlichen Brunnen stehen, und die Wappen zu seinen Füßen nannten die auftraggebende Stadt.

Als der Guss fertig war, stellte sich heraus, dass das vom Krieg verwüstete Nürnberg die Aufstellung, die Wasserleitung und den nötigen Druck nicht bezahlen konnte. Die Bronzefiguren brachte man auf den Bauhof. Schweigger und Ritter starben, ohne ihr Werk je als funktionierenden Brunnen gesehen zu haben.

Mehr als ein Jahrhundert lang suchte der Stadtrat nach einem Käufer. Im Jahr siebzehnhundertsiebenundneunzig verkaufte das verschuldete Nürnberg die Komposition für dreißigtausend Silberrubel an den russischen Kaiser Paul den Ersten. In Peterhof war der Platz für sie bereits vorbereitet. Im zentralen Becken des Oberen Gartens stand Neptuns vergoldeter bleierner Wagen von Carlo Bartolomeo Rastrelli, doch Temperaturschwankungen hatten das weiche Metall verbogen und zerstört. Paul ordnete an, ihn durch die Nürnberger Bronze zu ersetzen. Der Architekt Franz Brouwer ordnete die Figuren um den Granitsockel neu an und ließ einige bleierne Delfine der früheren Ausstattung stehen. Im Jahr siebzehnhundertneunundneunzig erhielt die als Nürnberger Friedensbrunnen konzipierte Gruppe in Peterhof erstmals ein dauerhaftes Becken.

Anderthalb Jahrhunderte später machte man ihre deutsche Herkunft zum Grund für den Raub. Im Jahr neunzehnhundertzweiundvierzig zerlegten Brunnenarbeiter die Gruppe, packten die Teile in zwölf Kisten und schickten sie nach Nürnberg. Die Kisten versteckte man in einem Bunker unter der Altstadt.

Nach dem Krieg suchte der Leiter der sowjetischen Restitutionsabteilung, Oberstleutnant Georgi Guljajew, nach abtransportierten Museumswerten. Als er erfuhr, dass Neptun irgendwo in Deutschland geblieben war, ordnete er an, Lager und Verstecke zu überprüfen. Die Suche dauerte anderthalb Jahre, bis aus der amerikanischen Besatzungszone eine Nachricht über massive Kisten in einem Stuttgarter Keller eintraf. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundvierzig kehrten die zwölf Kisten nach Peterhof zurück. Brunnenarbeiter setzten die Gruppe an ihrem früheren Platz wieder zusammen und ließen im Jahr neunzehnhundertsechsundfünfzig erneut Wasser fließen.

Vor dem Becken steht das bronzene Original. In Nürnberg befindet sich eine Kopie, die nach Abformungen gegossen wurde, welche noch Ende des neunzehnten Jahrhunderts von den Peterhofer Figuren genommen worden waren. Die Reliefwappen Nürnbergs, mit denen man einst den Abtransport des Brunnens begründet hatte, wurden nach ihrem Verlust auf seinem Peterhofer Sockel wiederhergestellt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort14 Min.
Nächster PunktGroßer Palast von Peterhof
Eintrittfrei zugänglich

Oberer Garten: täglich 09:00–21:00, Einlass bis 20:45, kostenlos; Fontänen in der Saison 10:00–19:45.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Umrunden Sie das Becken und betrachten Sie die Komposition unbedingt von der Palastseite: Von dort sind ihre hohe zentrale Figur und die sich ringsum ausbreitende Bewegung besser zu erkennen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie die zentrale Allee geradeaus weiter zur Palastfassade.

Stopp 1 von 7Weiter: Großer Palast von Peterhof

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Peterhof: Wasser und Macht vom Oberen Garten bis zum Meerbusen“ — 7 Stopps, etwa 1,6 km, 3,5–4 Stunden.

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