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Kathedralenplatz und Kathedralenpark

Соборная площадь

Zeigt, dass der Weg zur alten Festung in einer Verwaltungsstadt des Gouvernements beginnt.

16 Min.
Propyläen des Haupteingangs zum Kathedralenpark in Rjasan
Xardaas · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Reiterdenkmal für Oleg Iwanowitsch
  • Gebäude der Amtsstellen
  • Steinerner Eingang zum Kathedralenpark
  • Zentrale Allee

Die Geschichte des Ortes

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Am Rand des Kathedralenparks steht ein langes vierstöckiges Gebäude, und die Alleen verbergen, dass hier einst eine offene Fläche lag, die viel breiter war als heute. Den Platz legte man vor der Straße zum Kreml an und bestimmte sein Hauptgebäude für eine gemeinsame Kanzlei, in der man Beschwerden entgegennahm, Gerichtsverfahren führte, Steuern erhob und Anordnungen ausführte. Später stockte man das alte zweistöckige Haus auf, als darin eine Schuhfabrik arbeitete, und daneben entstand der steinerne Eingang zum Park.

Der Reiter zu Pferd in der Mitte des Platzes ist der Großfürst Oleg Iwanowitsch, Herrscher des Fürstentums Rjasan in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts. Unter ihm wurde Pereslawl-Rjasanski – so hieß das heutige Rjasan damals – endgültig zur Hauptstadt des Landes Rjasan. Die mittelalterliche Stadt lag voraus, hinter dem heutigen Park. Der Platz um das Denkmal entstand fast vierhundert Jahre später.

Nach dem Generalplan des Jahres eintausendsiebenhundertachtzig legte man vom Handelszentrum aus eine gerade Straße zum Kreml an und reservierte vor dessen Eingang einen Platz für die Gouvernementsbehörden. Zunächst hieß der Platz Iljinskaja-Platz, nach der Kirche des Propheten Elija an seinem Rand. Sein heutiger Name verbindet ihn mit der Sobornaja-Straße, die an der Mariä-Entschlafens-Kathedrale endet.

Von dem großen Vorhaben gelang es, ein langes zweistöckiges Gebäude der Amtsstellen zu errichten. So nannte man das gemeinsame Haus der Gouvernementsbeamten: Hier behandelte man Beschwerden, führte Gerichtsverfahren, erhob Steuern und führte die Anordnungen des Gouverneurs aus. Im Sommer eintausendachthundertneunundfünfzig entschied sich in diesen Büros, ob der Tod eines leibeigenen Kindes unbemerkt bleiben würde.

Vizegouverneur von Rjasan war damals der dreiunddreißigjährige Schriftsteller Michail Saltykow-Schtschedrin, der bereits unter dem Namen Schtschedrin veröffentlichte. Der Vizegouverneur war nach dem Gouverneur der zweite Leiter des Gouvernements und für die tägliche Arbeit der Kanzleien zuständig. Saltykow verdiente seinen Lebensunterhalt im Staatsdienst und verbrachte hier täglich zwölf Stunden, auch an Feiertagen: Bei seiner Ankunft waren in den monatlichen Verzeichnissen bis zu zweitausend unerledigte Schriftstücke vermerkt.

Am siebenundzwanzigsten September versuchten zwei Brüder, der vierzehnjährige Iwan und der elfjährige Gawrila Afanassjew, sich in einem benachbarten Garten mit einem Tafelmesser die Kehle aufzuschneiden. Sie waren Hofleibeigene der Oberstin Kislinskaja: Leibeigene, die man im Herrenhaus als persönliche Dienerschaft hielt. Der jüngere Bruder starb, den älteren konnte man retten. Die Jungen fürchteten neue Schläge von Kislinskaja und dem bei ihr lebenden pensionierten Major Weljaschew.

Der Polizeichef nahm den Vorfall nicht in seinen Morgenbericht auf. Saltykow erfuhr auf anderem Weg davon, ließ den Polizeichef festnehmen, begann selbst eine Voruntersuchung und verlangte vom Gouvernementsstaatsanwalt eine förmliche Untersuchung. In seiner Anordnung wies er gesondert auf das Stadtgerücht über wiederholte Misshandlungen hin. Die Tragödie selbst ereignete sich im Garten, doch zu einer Strafsache wurde sie hier, in der Kanzlei am Iljinskaja-Platz.

Die örtlichen Adligen bemühten sich, eine öffentliche Bekanntwerdung zu verhindern. Saltykow berichtete dem Innenminister von der Sache; durch den Minister erfuhr der Kaiser davon. Die Untersuchung zog sich hin, und im Frühjahr eintausendachthundertsechzig wurde Saltykow nach Twer versetzt. Nach seiner Abreise sprachen das Ujesd-Gericht und die Strafkammer Kislinskaja und Weljaschew frei. Der Senat verfügte, die Ursache der Tat der Brüder „dem Willen Gottes anheimzustellen“.

Drei Jahre später veröffentlichte Schtschedrin die Erzählung „Mischa und Wanja“, die auf den Unterlagen dieses Falls beruhte. Kislinskaja entging der Strafe, Gawrila konnte man nicht zurückbringen, doch die Namen der beiden Hofjungen gelangten aus der Korrespondenz des Gouvernements in den Druck.

Das lange Gebäude der Amtsstellen ist am Rand des Platzes erhalten geblieben. Sein ursprünglicher Teil war zweistöckig; in den eintausendneunhundertfünfziger Jahren setzte man noch zwei Stockwerke darauf, als hier eine Schuhfabrik arbeitete. Damals nahm man auch einen Teil des ehemaligen Iljinskaja-Platzes mit Alleen ein und errichtete den steinernen Eingang zum Kathedralenpark. Hinter den Bäumen ist die frühere Weite des Platzes fast verschwunden, doch das Gebäude, in dem der Fall von Iwan und Gawrila Afanassjew behandelt wurde, blieb an seiner alten Grenze stehen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort16 Min.
Nächster PunktKremlwall und Graben
Eintrittfrei zugänglich

Außenstation ohne Eintrittskarte; die Route beginnt man am besten bei Tageslicht.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wählen Sie einen Punkt, von dem beide Denkmäler zu sehen sind: Ihre Nachbarschaft ist wichtiger als ein Rundgang um jeden Sockel.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie durch den Park zur Brücke und steigen Sie auf den grasbewachsenen Kamm hinauf.

Stopp 1 von 8Weiter: Kremlwall und Graben

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Rjasaner Kreml: Festung am Trubesch“ — 8 Stopps, ca. 1,6 km, 2 Std. 30 Min..

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