Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade des Theatro Municipal
- Kino Odeon
- Platz Cinelândia
- Avenida Rio Branco
Die Geschichte des Ortes
Auf die repräsentative Fassade des Theatro Municipal laufen der Platz und die Avenida Rio Branco zu, die als neue städtische Hauptverkehrsstraße angelegt wurde. Zuvor nahm das Frauenkloster Convento da Ajuda dieses Gelände ein; anschließend errichtete man hier einen großen Saal, der für Gastspielzeiten und teure Produktionen bestimmt war. Heute arbeiten darin ein eigenes Orchester, ein eigener Chor und ein eigenes Ballett, und zum Platz kommen die Menschen weiterhin für Opern, Konzerte und Tanzaufführungen.
An einem Rand des Platzes steht das Theatro Municipal, am anderen ist das Kino Odeon erhalten geblieben. Zwischen diesen Gebäuden liegt der Ursprung des Wortes „Cinelândia“ – „Land des Kinos“.
Zu Beginn der neunzehnhundertzwanziger Jahre betrieb der spanische Einwanderer Francisco Serrador bereits ein riesiges Netz von Kinosälen und verdiente am Filmverleih. Nach einer langen Reise durch Europa und die Vereinigten Staaten fasste er den Plan, in einem einzigen Viertel Kinos, Bühnen, ein Hotel, Cafés und Geschäfte zu versammeln – nach dem Vorbild des Broadway in New York.
Serrador wählte ein Gelände, auf dem zuvor das Frauenkloster Convento da Ajuda gestanden hatte. Im Jahr neunzehnhundertfünfundzwanzig eröffneten hier das Cine Capitólio, das Cine Glória und das Cine Império, ein Jahr später das Cine Odeon. Danach kamen weitere Säle hinzu. Der Name „Cinelândia“ entstand aus ihrer Zahl: Die Menschen kamen hierher, wählten erst vor Ort einen Film und gingen von einem Plakat zum nächsten. Die meisten dieser Kinos schlossen später oder wechselten ihre Nutzung. Das Cine Odeon, das im Jahr zweitausendsechsundzwanzig hundert Jahre alt wurde, blieb der einzige noch betriebene Kinosaal der alten Cinelândia.
Das Theatro Municipal entstand vor Serradors Viertel. Dafür setzte sich Artur Azevedo ein – ein Dramatiker und Theaterkritiker bei einer Zeitung, der eine dauerhafte brasilianische Theatertruppe schaffen wollte, die von der Stadt unterhalten würde. Er schrieb Komödien für örtliche Schauspieler und sah, dass private Impresarios lieber für gewinnbringende ausländische Gastspiele zahlten: Den brasilianischen Autoren und Darstellern fehlten sowohl eine eigene Bühne als auch ein festes Gehalt.
Seit dem Jahr achtzehnhundertvierundneunzig führte Azevedo jede Woche eine Kampagne in der Zeitung. Er schlug vor, die Comédie-Française zum Vorbild zu nehmen – das französische Staatstheater mit festen Künstlern und einem festen Repertoire. Die Stadtverordneten verabschiedeten ein Gesetz: Von den Einnahmen ausländischer Theatertruppen sollten zehn Prozent erhoben werden, um das Gebäude und den Unterhalt einer brasilianischen Truppe zu finanzieren. Die Abgabe ging ein, doch der Bau begann nicht. Azevedo verlangte öffentlich Rechenschaft über das Geld und schrieb weiter.
Erst Bürgermeister Pereira Passos nahm das Projekt wieder auf. Zunächst wollte er das alte Theatro São Pedro umbauen, doch mit dem Eigentümer des Gebäudes kam keine Einigung zustande. Daraufhin errichtete man das neue Theater hier, an der gerade angelegten Avenida Central – der heutigen Avenida Rio Branco.
Passos weigerte sich jedoch, eine feste Schauspieltruppe zu unterhalten. Der riesige Saal sollte an den Unternehmer vermietet werden, der die Miete zahlte. Azevedo begriff die Folge sofort: Eine solche Bühne eignete sich besser für teure Opern und große ausländische Produktionen als für die tägliche Arbeit brasilianischer Schauspieler. Dennoch verfolgte er den Bau, besichtigte das beinahe fertige Gebäude und erklärte es für prachtvoll. Der Dramatiker erlebte die Eröffnung nicht mehr; neun Monate zuvor war er gestorben.
Am vierzehnten Juli neunzehnhundertneun wurden im ersten Programm Werke brasilianischer Komponisten aufgeführt, und eine nach Artur Azevedo benannte nationale Truppe spielte Coelho Netos Stück „Bonança“. Dies hatte die Presse durchgesetzt, die verlangt hatte, den Abend örtlichen Künstlern zu überlassen. Zwei Monate später vermietete die Stadt das Theater für kommerzielle Spielzeiten an einen Unternehmer.
Später erhielt das Theater ein eigenes Orchester, einen eigenen Chor und ein eigenes Ballett. Sie bilden auch heute seine festen Ensembles: Hier werden Opern, Konzerte und Ballettaufführungen gezeigt. Eine Schauspieltruppe, für die Azevedo die ganze Kampagne begonnen hatte, ist nicht darunter.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist den ganzen Tag als öffentlicher Raum zugänglich; der Eintritt ins Theatro Municipal hängt von Aufführungen, Führungen und dem aktuellen Programm ab.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Finale funktioniert vollständig von außen; planen Sie eine Führung oder eine Aufführung im Inneren des Theaters als eigenen Besuch.
