Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Eckfassaden
- Sockel entlang der Gehweglinie
Die Geschichte des Ortes
Die Straße wurde im Jahr neunzehnhundert durch eine ehemalige Gärtnerei angelegt und nach Albert von Buxthoeven benannt, dem ersten Bischof von Riga, unter dem Riga im Jahr zwölfhunderteins gegründet wurde. Anlass war das bevorstehende siebenhundertjährige Stadtjubiläum. Die Hausnummer dreizehn wurde einem großen Eckgrundstück zugeteilt.
Hier gab der hochrangige Beamte Andrei Lebedinski ein Mietshaus in Auftrag: Die großzügigen Wohnungen sollten an wohlhabende Bewohner vermietet werden. Mit dem Entwurf beauftragte er Michail Eisenstein, einen Straßenbauingenieur des Gouvernements, der in seiner von der staatlichen Tätigkeit freien Zeit private Gebäude entwarf.
Am achten Juni neunzehnhundertvier genehmigte das Rigaer Bauamt die Pläne. Bis Weihnachten war das Haus bereits unter Dach. Daraufhin vermaß ein Inspektor die Fundamente und stellte fest, dass sie zehn Zoll, also etwas mehr als einen Viertelmeter, über die genehmigte Grundstücksgrenze hinaus zur Straße hin vorsprangen.
In seinem Bericht hielt der Inspektor fest, Michail Eisenstein habe etwa zwei Quadratsaschen städtischen Bodens „in Beschlag genommen“ – mehr als acht Quadratmeter. Dem Architekten wurden für jede Saschen hundert Rubel Entschädigung auferlegt, insgesamt zweihundert. Michail Eisenstein vermied Begegnungen mit Vertretern des Bauamts, während die Bauleute inzwischen den Ausbau abschlossen und das Haus an die Kanalisation anschlossen.
Im Januar neunzehnhundertsechs berichtete der Inspektor erneut: Das Gebäude sei fertiggestellt, entspreche jedoch nicht dem genehmigten Entwurf und verletze die Grundstücksgrenze. Drei Monate später stellte dasselbe Bauamt eine Bescheinigung mit der gegenteiligen Formulierung aus: Die Arbeiten seien „in Übereinstimmung mit den Bauvorschriften und dem Entwurf“ abgeschlossen worden. Andrei Lebedinski erhielt das fertige Mietshaus; niemand versetzte die Fassaden nach hinten.
Im Jahr neunzehnhundertsechsundneunzig erwarb die Soros Foundation Latvia das Haus und übergab es zwei Jahre später der Riga Graduate School of Law. Die ehemaligen Wohnungen wurden zu Unterrichtsräumen umgestaltet, wobei Wandmalereien, Stuck und etwa vierzig Kachelöfen wiederhergestellt wurden. Die Eckfassaden wurden in ihrer bisherigen Lage restauriert: Jene zehn Zoll, derentwegen der Inspektor den Bau zweimal abgelehnt hatte, befinden sich weiterhin unter dem heutigen Schulgebäude.
Praktisch vor Ort
Lehr- und Bürogebäude; Besichtigung von außen von der Straße aus, geprüft am 29.06.2026.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Am besten betrachtet man das Gebäude aus einiger Entfernung: Aus der Nähe zerfallen die oberen Figuren und die Gesamtkomposition in einzelne Fragmente.
