Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ursprüngliche Heizkörper
- Wand- und Deckenmalereien
- Parkett
- Buntglasfenster im Speisezimmer
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Tür an der Alberta iela zwölf ist ein Teil des alten Wohnungsgrundrisses erhalten geblieben: Zimmer, Speisezimmer, hohe Fenster, Türen, Parkett und Malereien. Als hier das Museum eröffnet wurde, gaben die Restauratoren den veränderten Räumen ihre frühere Anordnung zurück und legten die Ausstattung vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts frei. Unter den Möbeln, dem Geschirr, den Büchern und den Fotografien sind die Gegenstände besonders wichtig, die an Ort und Stelle geblieben sind: die ursprünglichen Heizkörper mit ihren Ventilen, das Buntglasfenster im Speisezimmer, die Fenster und der Fußboden.
Im Jahr neunzehnhundertdrei baute Konstantīns Pēkšēns dieses Haus zugleich in drei Rollen: Er war der Architekt, der Eigentümer des Mietshauses und dessen künftiger Bewohner. Die Alberta iela war erst zwei Jahre zuvor angelegt worden, und auf ihren unbebauten Grundstücken konnten große Häuser mit Wohnungen für wohlhabende Mieter errichtet werden. Einen Fehler konnte man hier nicht dem Auftraggeber anlasten: Der Auftraggeber war Pēkšēns selbst, und die Ausgaben mussten durch Mieteinnahmen wieder hereingeholt werden.
Für das Projekt zog er Eižens Laube hinzu, einen Studenten der Architekturabteilung, der in seinem Büro als Zeichner arbeitete und selbstständiger Architekt werden wollte. Laube wirkte an der Ausarbeitung des Hauses mit und fertigte dessen Perspektivzeichnung an. Vier Jahre später erhielt er sein Diplom und eröffnete ein eigenes Büro; Alberta iela zwölf blieb eines der Werke, bei denen die Urheberschaft von Lehrer und Schüler belegt ist.
Pēkšēns richtete im ersten Stock seine Wohnung und sein Atelier ein. Hier lebte er, traf Entscheidungen für seine Arbeit und entwarf bis zum Jahr neunzehnhundertsieben weitere Häuser in Riga. Die Zimmer brauchte er sowohl für sein Familienleben als auch für die Tätigkeit, mit der er seinen Lebensunterhalt verdiente. Sogar die Heizung verband diese beiden Seiten miteinander. Pēkšēns besaß ein Unternehmen für Sanitärtechnik: Es installierte Zentralheizungen und wurde vor dem Ersten Weltkrieg zum größten Unternehmen dieser Branche in Riga. Das Unternehmen arbeitete bis zum Jahr neunzehnhundertvierzig unter seinem Namen weiter. In der Wohnung sind die ursprünglichen Heizkörper erhalten geblieben, und an den Ventilen zeigt das Museum die Marke Pēkšēns.
Als die Stadtverwaltung im Jahr zweitausendacht beschloss, hier ein Museum für Jugendstil einzurichten, waren die Räume bereits renovierungsbedürftig, und einige Trennwände waren verändert worden. Die Restauratoren stellten den Grundriss der Wohnung wieder her und legten die ursprüngliche Ausstattung frei: Wand- und Deckenmalereien, Parkett, Türen, Fenster und das Buntglasfenster im Speisezimmer. Im Jahr zweitausendneun wurde das Museum eröffnet. Auf dem Schild trägt es den Namen Rigaer Jugendstilzentrum – Jugendstil ist in Riga die übliche Bezeichnung für Art nouveau.
Die Einrichtung im Inneren ist keine vollständige Sammlung persönlicher Gegenstände von Pēkšēns. Die Museumsmitarbeiter richteten hier das Beispiel einer Wohnung eines wohlhabenden Rigaers vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ein. Zur Eröffnung baten sie die Einwohner der Stadt, erhalten gebliebene Gegenstände aus ihren Familien mitzubringen: Möbel, Geschirr, Kleidung, Fotografien und Bücher. Aus diesen Schenkungen und späteren Erwerbungen entstand eine Sammlung von mehr als siebentausend Gegenständen.
Pēkšēns verließ die Wohnung im Jahr neunzehnhundertsieben. Aus seiner Zeit sind hier der Grundriss der Zimmer, die Malereien, das Parkett, die Fenster, die Türen und die Heizkörper erhalten geblieben. Die Möbel und das Tafelgedeck kamen später hinzu, und der Küchenherd wurde aus einer benachbarten Wohnung desselben Hauses hierher versetzt.
Praktisch vor Ort
Di–So 10:00–18:00; Tickets bis 17:45; Mo geschlossen. Geprüft am 29.06.2026 auf der Website des Museums und bei LiveRiga.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie den Museumsbesuch gesondert und prüfen Sie die Besuchsbedingungen im Voraus; auch ohne einen Besuch im Inneren lässt sich diese Station als Außenbesichtigung des vom Architekten entworfenen Hauses nutzen.
