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Basilika San Vitale

Basilica di San Vitale

Hier wird die Route erstmals den Glanz kaiserlicher Mosaiken mit dem Kampf um den Bischofssitz von Ravenna verbinden.

30 Min.
Mosaik von Justinian I. mit Geistlichen und Soldaten in der Basilika San Vitale.
Petar Milošević · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die Figur des Vitalis im Militärmantel
  • Das Modell der Basilika in den Händen des Bischofs
  • Verschlungene Buchstaben auf den Steinblöcken über den Kapitellen
  • Die Inschrift über dem Bischof in der kaiserlichen Prozession

Die Geschichte des Ortes

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Über dem Altar reicht Christus einem Mann im Militärmantel einen Märtyrerkranz. Es ist Vitalis, nach dem die Basilika benannt ist. Seine gesicherte Biografie ist nicht überliefert. Nach kirchlicher Überlieferung diente Vitalis unter dem römischen Richter Paulinus und unterstützte in Ravenna den zum Tode verurteilten Christen Ursicinus, einen Arzt. Dafür ließ Paulinus Vitalis lebendig begraben. Die Überlieferung verbindet die Hinrichtung gerade mit diesem Grundstück. Im fünften Jahrhundert stand hier bereits ein kleiner, dem Märtyrer geweihter Bau; später wurde er in die neue Kirche einbezogen.

Auf der anderen Seite von Christus hält Bischof Ecclesius ein Modell dieser Kirche. Er begann den Bau in den zwanziger Jahren des sechsten Jahrhunderts, als die Ostgoten Ravenna beherrschten. Der Bankier Julianus Argentarius gab für die Arbeiten sechsundzwanzigtausend Solidi – die damaligen Goldmünzen. Der größte Teil des Baus fiel in die Zeit des nächsten Bischofs, Victor. Sein Name ist noch heute in verschlungenen Buchstaben auf den Steinblöcken über den Kapitellen verborgen.

Neben Kaiser Justinian I. im Hauptmosaik ist jedoch ein anderer Mann beschriftet – Maximianus. Er erschien in Ravenna, als der Kirchenbau fast fertig war.

Maximianus war ein achtundvierzigjähriger Diakon aus Pola, einer Stadt am gegenüberliegenden Ufer der Adria. Nach Victors Tod hoffte der Klerus von Ravenna, einen seiner eigenen Kandidaten zu erhalten. Justinian I. wählte Maximianus und befahl Papst Vigilius, ihn zum Bischof zu weihen. Die Weihe fand im fünfhundertsechsundvierzigsten Jahr im griechischen Patras statt. Für die Einwohner Ravennas war der neue Bischof ein Außenseiter, der sein Amt dem Kaiserhof verdankte.

Der ravennatische Priester Andreas Agnellus schrieb diese Geschichte fast drei Jahrhunderte später auf, deshalb sollten ihre Einzelheiten als örtliche Überlieferung verstanden werden. Seinem Bericht zufolge weigerten sich die Einwohner zunächst, Maximianus aufzunehmen. Der künftige Bischof hatte Mittel, sich Wohlwollen zu erkaufen. Noch in Istrien soll er beim Umgraben des Bodens vor der Aussaat ein Gefäß mit Gold gefunden haben. Einen Teil der Münzen brachte Maximianus Justinian I., den Rest versteckte er im Kadaver eines geschlachteten Stiers und in zu Kleidung zusammengenähten Ziegenfellen. Der Kaiser fragte, ob ihm noch Gold geblieben sei. Maximianus antwortete, es sei nur noch das da, was sich im Kadaver und in der Kleidung befinde; Justinian I. verstand diese Worte ganz anders.

Mit eben diesem Gold, fährt Agnellus fort, verschaffte sich Maximianus an den Toren Ravennas Zugang. Er lud einflussreiche Bürger und Priester zum Essen ein, verteilte Geschenke und wiederholte dies, bis die Gegner zustimmten, ihn einzulassen. Der Schatz und die List sind nicht dokumentarisch belegt. Der Konflikt selbst lässt dagegen kaum Zweifel: Der Kaiser schickte der Stadt seinen Kandidaten, während die örtliche Kirche einen anderen wollte.

Nach einigen Monaten weihte Maximianus San Vitale. Gerade damals vollendeten die Mosaikkünstler die beiden Prozessionen zu beiden Seiten des Altars. Justinian I. hält eine goldene Schale für das eucharistische Brot, Kaiserin Theodora trägt an der gegenüberliegenden Wand einen Kelch für den Wein. Weder Justinian I. noch Theodora kamen zur Weihe. Sie sind als Teilnehmer des Gottesdienstes dargestellt, die sich mit Gaben ständig jenem Altar nähern, an dem der vom Kaiser eingesetzte Bischof zelebrierte.

Forschende halten den Kopf des Maximianus für eine spätere Überarbeitung innerhalb des bereits zusammengesetzten Mosaikbildes. Vermutlich war an dieser Stelle zuvor Victor dargestellt, der den größten Teil des Baus geleitet hatte. Sein Gesicht wurde ersetzt, und über dem neuen Gesicht setzte man den Namen Maximianus ein – die einzige Inschrift, die einen Menschen in der kaiserlichen Prozession zweifelsfrei benennt.

Justinian I., der die Ernennung des Maximianus durchsetzte, war nie in Ravenna. Von dem Bischof, den die Einwohner zunächst nicht einlassen wollten, blieben in San Vitale Gesicht und vollständiger Name; von Victor verschlungene Buchstaben auf Stein.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort30 Min.
Nächster PunktMausoleum der Galla Placidia
Eintrittmit Ticket

8. März – 1. November 2026: täglich 9:00–19:00; 3. November 2025 – 7. März 2026: 10:00–17:00. Letzter Einlass 30 Minuten vorher.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Wichtigste befindet sich im Altarbereich: Lassen Sie Ihre Augen sich an das Licht gewöhnen und betrachten Sie die beiden Prozessionen nacheinander, ohne den Durchgang zu versperren.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie um die Basilika San Vitale herum und zur kleinen Kapelle innerhalb desselben Komplexes.

Stopp 1 von 8Weiter: Mausoleum der Galla Placidia

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Mosaik-Ravenna: Kirchen und Palastviertel“ — 8 Stopps, 2,3 km, 3 Std. 30 Min..

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