Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzener Adler
- Schlange in den Krallen
- Geschlossener Schnabel
- Hügel aus Bruchstein
Die Geschichte des Ortes
Die obere Plattform auf der Gorjatschaja Gora wurde direkt über einem Spalt angelegt, aus dem heißes Mineralwasser austritt. Wege und Treppen des neuen Kurparks führten hierher jene, die zur Behandlung und zum Spazierengehen kamen. Auf einem Hügel aus Bruchstein stellte man für sie eine Skulptur auf, die mit einer einzigen Silhouette von Gesundheit und den Kräften des Kaukasus sprechen sollte.
Der bronzene Adler hält den Kopf gesenkt, und sein Schnabel ist geschlossen. In seinen Krallen hält er eine Schlange. Der Maler aus Nowotscherkassk, Iwan Krylow, der diese Szene erdachte, zeichnete den Vogel anders: mit weit ausgebreiteten Flügeln, nach rechts gewandtem Kopf und halb geöffnetem Schnabel.
Im Jahr neunzehnhundert ordnete Wladimir Chwoschtschinski, Direktor der Kaukasischen Mineralwässer, an, auf der Gorjatschaja Gora einen neuen Kurpark anzulegen. Wege und Treppen führten zu einer oberen Plattform über einem Spalt, aus dem heißes Mineralwasser austrat. Hier brauchte man ein Zeichen, das sofort erklärte, weshalb Menschen nach Pjatigorsk kamen.
Krylow war als Patient in den Kurorten und verdiente zugleich mit künstlerischen Aufträgen der Kurverwaltung. Er schlug vor, einen Steinadler darzustellen, der mit einer Schlange kämpft: Der Vogel stand für die Gesundheit und Kräfte des Kaukasus, die Schlange für Krankheiten. Die Geschichte vom gebissenen Adler, der durch das Wasser einer Quelle geheilt wurde und anschließend die Schlange besiegte, gilt als Legende. Eine verlässliche frühe Quelle dafür gibt es nicht; Forschende halten es für möglich, dass sie erst um die fertige Skulptur herum erfunden wurde.
Der Bildhauer Ludwig Schodki fertigte damals für den neuen Park Alabastervasen an. Nach Krylows Zeichnung schuf er einen lebensgroßen Adler aus einer Zementmischung, die man damals künstlichen Stein nannte. Am ersten Mai neunzehnhunderteins wurde die Figur auf einem Hügel aus Bruchstein enthüllt. Am Abend beleuchtete man sie mit rotem Bengalischem Feuer. Die Kurverwaltung wollte einen Scheinwerfer aufstellen, damit der Vogel von der Stadt aus sichtbar wäre, doch der Strom reichte kaum für den Park Zwetnik selbst.
Die ersten Besprechungen waren unerbittlich. Ein Korrespondent der Zeitung Kasbek erklärte den Adler für grob, unpassend und das Erscheinungsbild des Berges verunstaltend; besonders missfiel ihm der „unglaublich dicke und kurze Hals“. Dennoch begannen Herausgeber von Reiseführern und Postkarten, die neue Silhouette zu drucken. Fotografen lichteten Kurgäste bei ihr ab, andere Städte der Kaukasischen Mineralwässer bestellten eigene Adler, und das Werk von Krylow und Schodki wurde zum wiedererkennbaren Emblem der ganzen Region.
Der Zementvogel überstand eine solche Verbreitung nicht. Im Winter deckte man ihn mit einer Holzkiste ab, doch die Figur zerfiel trotzdem. Unbekannte Handwerker modellierten Kopf, Hals und Flügel erneut; einmal blieb der Adler sogar ohne Schlange. Nach dem Krieg gab man ihm sein heutiges, ruhigeres Aussehen.
Im November neunzehnhundertzweiundsiebzig schloss der Pjatigorsker Kurortrat einen Vertrag mit dem Leningrader Bildhauerkombinat. Die Arbeiter nahmen den Zementadler aus der Nachkriegszeit vom Sockel und fertigten einen Abguss von ihm an. Zunächst wollte man die neue Figur aus Gusseisen gießen, entschied sich dann aber für Bronze. Am fünfzehnten Oktober neunzehnhundertdreiundsiebzig nahm sie diesen Platz ein, und im Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig setzte man den Adler mit der Schlange auf das offizielle Emblem der Kaukasischen Mineralwässer.
Vor uns steht ein bronzener Abguss der Nachkriegsversion. Von Krylows Entwurf sind hier der Kampf des Adlers mit der Schlange und der Standort über der ehemaligen Quelle erhalten geblieben; der geöffnete Schnabel und die ursprüngliche Spannweite der Flügel gibt es nicht mehr.
Praktisch vor Ort
Offene Aussichtsplattform ohne Eintrittskarte; es gibt keine formalen Besuchszeiten.
Geprüft: 12. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Komposition von der Plattform aus und steigen Sie für ein Foto nicht auf den Steinsockel.
