Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Johannes der Täufer mit Fahne
- Lamm zu Füßen des Heiligen
- Drei Engel
- Kirche und Großpriorenpalais
Die Geschichte des Ortes
Im Zentrum des Malteserplatzes steht Johannes der Täufer: mit einer Fahne in der Hand, einem Lamm zu seinen Füßen und drei Engeln um ihn herum. Er war der Schutzpatron der Menschen, nach denen der Platz benannt ist – der Ritter des Johanniterordens (später Malteserorden).
Etwa im Jahr eintausendeinhundertneunundsechzig übergab der böhmische König Vladislav II. ihnen Land bei der Judithbrücke, der Vorgängerin der Karlsbrücke. Der Ort wurde an dem damals wichtigsten Übergang gewählt. Der Johanniterorden (später Malteserorden) ging aus einer Bruderschaft bei einem Hospital in Jerusalem hervor: Seine Mitglieder behandelten kranke Pilger und begleiteten sie später bewaffnet. Am Prager Ufer errichteten die Ritter ein Kloster, eine Kirche, ein Hospital und Wirtschaftsgebäude. Die Kommende wurde von Mauern umgeben; später schloss sich an ihre Befestigungen die Stadtmauer der Kleinseite an.
Die Schenkung des Königs sicherte den Rittern Land und Einkünfte, mit denen sie das Hospital und die bewaffneten Brüder unterhielten. Kranke erhielten nahe der Straße und der Brücke Unterkunft, und die Brücke selbst ein befestigtes Brückenkopfgebiet. Der Platz entstand bei diesem Komplex, zwischen den Ordensbauten und den Straßen zum Übergang, zum Markt und zur Prager Burg.
Als Malteser bezeichnete man den Johanniterorden (später Malteserorden) erst viel später. Seine Leitung verlor nacheinander Stützpunkte in Jerusalem und auf Rhodos, bis Kaiser Karl V. dem Orden im Jahr eintausendfünfhundertdreißig die Insel Malta übergab. Der neue Name erreichte auch die Prager Kommende, die fast vier Jahrhunderte zuvor gegründet worden war. Im Jahr eintausendachthundertsiebzig vereinte man die getrennten Teile dieses Raums unter dem gemeinsamen Namen Malteserplatz.
Das steinerne Bildnis des Johannes erschien hier nach der letzten großen Pestepidemie in Prag. Während der Krankheit stand auf dem Platz ein provisorischer Altar. Als die Epidemie endete, finanzierte der Verwalter der örtlichen Besitzungen des Ordens, František Taufer z Roviny, ein dauerhaftes Denkmal. Den Auftrag erhielt die Werkstatt von Jan Brokoff, und die Figuren führte sein Sohn Ferdinand Maximilian Brokoff in den Jahren eintausendsiebenhundertvierzehn und eintausendsiebenhundertfünfzehn aus.
Zunächst stand Johannes mit den Engeln inmitten eines Brunnens. In den achtziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts entfernte man das Becken, ließ die Skulptur jedoch stehen. Hinter ihr befinden sich weiterhin die Kirche des Ordens und das Großpriorenpalais, in dem die Leitung des tschechischen Zweigs des Johanniterordens (später Malteserorden) sitzt. Vom früheren Hospital und den Befestigungen sind nur einzelne Mauerfragmente erhalten; vom Brunnen ist kein Becken geblieben. Johannes der Täufer steht noch immer an der Stelle des Pestaltars, im Zentrum des Platzes, der nach einer fernen Insel benannt ist, welche die Ritter des Johanniterordens (später Malteserorden) noch nicht kannten, als sie sich bei der Prager Brücke niederließen.
Praktisch vor Ort
Platz geöffnet; Kirche Maria unter der Kette: Besichtigung nach Vereinbarung oder vor der Messe, regelmäßige Messen So 10:00 und Di 17:30.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Ein großer Teil des Ordenslebens verbirgt sich hinter Mauern; rechnen Sie daher nicht mit freiem Zugang zu den Höfen. Besichtigen Sie den Kircheninnenraum nur bei geöffnetem Zugang und ohne den Gottesdienst zu stören.
