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Mostecká-Straße

Mostecká

Eine Fassade führt einer prunkvollen königlichen Straße die Geschichte eines kleinen Ladens, eines Informanten und eines großen Prozesses vor Augen.

15 Min.
Die Mostecká-Straße in der Kleinseite mit historischen Fassaden.
Massimo Catarinella · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Fassade des Hauses Nr. 17
  • Schaufenster in den Erdgeschossen

Die Geschichte des Ortes

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Mostecká bedeutet „Brückenstraße“. Die Straße erhielt ihren Namen nach ihrer Funktion: Sie führt von der Brücke zum Kleinseitner Ring und weiter zur Prager Burg. Könige zogen hier zu ihrer Krönung entlang, doch in denselben Erdgeschossen befanden sich Läden und Werkstätten. Hinter den heutigen Schaufenstern handelten und wohnten Menschen zugleich.

Im Haus Zur Weißen Rose, unter der Nummer siebzehn, diente ein solcher Raum dem zwanzigjährigen Rudolf Mrva zugleich als Wohnung und Handschuhladen. Von der Straße aus fiel er nicht auf: Die Hausfassade war im Jahr achtzehnhunderteinundsiebzig, zwei Jahrzehnte vor seinem Auftauchen hier, umgestaltet worden.

Mrva strebte nach einer Stellung, die ihm sein Handwerk nicht verschaffte; zudem lief der Handschuhhandel schlecht. Was ihn genau zur Polizei führte – Ehrgeiz, Geld oder beide Motive –, erklären die Dokumente nicht. Er wurde Konfident, also geheimer Informant.

Die Polizei bereitete damals einen Fall gegen junge tschechische Radikale vor, die an Demonstrationen für Wahlrechte und nationale Rechte teilgenommen hatten. Die mutmaßliche Untergrundorganisation nannte man Omladina – „Jugend“. Ob sie als einheitlicher Bund mit Führung und Disziplin bestand, ließ sich nicht beweisen. Mrva führte jedoch Teilnehmer auf und beschrieb den Aufbau der Verschwörung ausführlich. Seine Aussagen bildeten die Grundlage für die Anklagen gegen Dutzende Menschen.

Als der Name des Informanten in die Zeitungen gelangte, beschloss der Handschuhmacher Josef Kříž, sich an ihm zu rächen. Er überredete zwei Bekannte Mrvas: den achtzehnjährigen Schlosser Ota Doležal und den siebzehnjährigen Malerlehrling František Dragoun. Am dreiundzwanzigsten Dezember achtzehnhundertdreiundneunzig kamen sie hierher, in den Laden mit Wohnraum. Mrva ließ die Bekannten herein und schmückte weiter den Weihnachtsbaum. Dragoun packte ihn an der Kehle, Doležal stach mit einem Dolch zu.

Die Mörder wollten mit dem Denunzianten abrechnen, lieferten der Untersuchung aber einen neuen Anhaltspunkt für einen großen politischen Prozess. Fast achtzig Angeklagte standen im Fall Omladina vor Gericht. Acht Personen wurden freigesprochen, achtundsechzig erhielten zusammen sechsundneunzig Jahre Haft. Die meisten kamen im Herbst achtzehnhundertfünfundneunzig durch eine Amnestie frei. Doležal, Dragoun und der sie überredende Kříž wurden jeweils zu zehn Jahren schwerer Haft verurteilt.

Mrvas Zimmer ist im Inneren des Hauses verborgen. Zur Mostecká-Straße zeigt weiterhin jene Fassade, die am Tag des Mordes bereits hier stand: Der ehemalige Handschuhladen blieb hinter der Wand einer Geschäftsstraße, die nach dem Weg zur Brücke benannt ist.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktWallenstein-Garten
Eintrittvon außen

Offene Stadtstraße; der Zugang kann sich nur wegen Menschenmengen, Bauarbeiten oder Veranstaltungen ändern.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Straße ist schmal und stark belebt: Betrachten Sie die oberen Stockwerke von einem sicheren Standort aus. Das gotische Tor befindet sich im Hof und kann unzugänglich sein.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie hinauf zum Platz und biegen Sie dann in die Letenská-Straße zum Gartentor ein.

Stopp 6 von 8Weiter: Wallenstein-Garten

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Kleinseite und Kampa: Prag am Wasser“ — 8 Stopps, etwa 2,3 km, 3–3,5 Stunden.

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