Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinernes Rad mit Messern
- Steinerner Erzengel Michael
- Fassaden alter Häuser
Die Geschichte des Ortes
Die Rua das Flores besteht aus alten Wohnhausfassaden an der Stelle ehemaliger Gärten, Gemüsegärten und Werkstätten innerhalb der Stadtmauer. Das Land auf beiden Seiten wurde in kleinen Parzellen für Häuser verpachtet, und wohlhabende Händler, Beamte und Adlige bauten hier, während sie weiterhin Bodenzins zahlten. Später nahmen Juweliere eine Seite ein, Händler mit anderen Waren die andere, weshalb die Straße die Goldene genannt wurde.
Am achtzehnten März eintausendfünfhundertdreiundzwanzig hielt man in einem Vertrag über die Bebauung dieses Grundstücks zwei Gründe für die neue Straße fest: Die Einwohner brauchten einen direkten Durchgang, und der Bischof brauchte höhere Einnahmen aus den Parzellen. Zwei Jahre zuvor hatte König Manuel I angeordnet, eine Straße vom Largo de São Domingos zum Mosteiro de São Bento de Avé Maria und zur Porta dos Carros anzulegen – dem Stadttor an der Stelle der heutigen Praça de Almeida Garrett.
Zuvor lagen hier Gemüsegärten, Gärten und Werkstätten innerhalb der Stadtmauer. Sie gehörten dem Bischof von Porto, Pedro Álvares da Costa, und den Kanonikern der Sé do Porto. Die Bevölkerung wuchs, die Händler brauchten eine bequeme Verbindung zwischen dem Flussviertel und dem Ausgang aus der Stadt, und durch die alten Gassen war das neue Kloster nur schwer zu erreichen. Der König verlangte, die Besitzungen mit einer geraden Straße zu durchschneiden und die Straße mit soliden Häusern zu bebauen.
Das Land wurde den kirchlichen Eigentümern nicht weggenommen. Der Bischof und die Kanoniker teilten beide Seiten der Straße in Parzellen auf und überließen sie gegen einen Bodenzins zur Bebauung. Ein Kaufmann oder Beamter investierte Geld in sein eigenes Haus, zahlte aber weiterhin dem Eigentümer des Landes. Damit die Eintreiber die Zahlungen nicht verwechselten, ordnete der Bischof an, die Gebäudeecken zu kennzeichnen. Auf seinen Parzellen meißelte man ein Rad mit Messern ein, auf dem Land der Kanoniker den Erzengel Michael.
Das Rad erklärt auch den ursprünglichen Namen – Rua de Santa Catarina das Flores. Pedro Álvares da Costa verehrte die heilige Katharina von Alexandria, die man nach christlicher Überlieferung auf einem Rad mit Klingen hinrichten wollte. „Flores“, also „Blumen“, erinnerten an die Gärten, durch die man die Straße führte. Mit der Zeit verschwand der Name der Heiligen aus der Adresse, die Blumen aber blieben.
Die erste Bauphase war bis eintausendfünfhundertsechsundzwanzig abgeschlossen. Wohlhabende Händler, städtische und königliche Beamte, einige Adlige und neue Christen zogen hierher – so nannte man in Porto getaufte Juden und ihre Nachkommen. Die Kaufleute verlegten ihre Geschäfte von der alten Rua dos Mercadores hierher, und jene verlor allmählich ihre frühere Bedeutung. Später nahmen Juweliere eine Seite der Rua das Flores ein, Händler mit anderen Waren die andere; die Straße erhielt sogar den Beinamen der Rua do Ouro von Porto, der Goldenen Straße.
Die Gärten verschwanden, der Handel blieb. Und an den Ecken einiger alter Häuser sind bis heute das Rad mit Messern und der Erzengel Michael zu sehen: An diesen steinernen Zeichen erkannte der Eintreiber, wem die Bewohner für das Land zahlen mussten.
Praktisch vor Ort
Betrachten Sie die Architektur, während Sie an einer Wand stehen bleiben: Die schmale Straße bleibt ein belebter Durchgang, in dem man anderen leicht im Weg steht.
