Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinerner Kai
- Lagerhausfassaden
- Reihen von Weindächern
- Der Douro
Die Geschichte des Ortes
Der steinerne Kai zieht sich am Douro entlang, und hinter den Lagerhausfassaden steigt sofort der Hang an, der fast vollständig von Reihen von Weindächern bedeckt ist. In diesen Gebäuden gibt es bis heute Luken, die zu falschen unterirdischen Gruben führen: Einst versteckte man dort Fässer vor Plünderungen. Die Besitzer der Keller kauften nach und nach Grundstücke am Fluss auf und bauten die Gebäude weiter aus, sodass das Ufer zu einem dichten Arbeitsstreifen zwischen Wasser und Hang wurde.
Cais de Gaia bedeutet „Kai von Gaia“. Portwein wurde hier nicht hergestellt: Man brachte ihn von den Weinbergen weiter flussaufwärts am Douro her, lud ihn an diesem Ufer ab, ließ ihn reifen, verschnitt ihn bis zum gewünschten Geschmack und verschickte ihn ins Ausland. Der wachsende Handel brauchte riesige Lagerhäuser, für die im engen Porto kein Platz mehr war. Die Fässer hielt man auch deshalb nahe am Fluss, weil der Wein vor dem Export beim Zoll geprüft und mit einem Echtheitssiegel versehen wurde. So entstanden hinter dem Kai die langen Gebäude der Weinkeller.
Im August achtzehnhundertdreiunddreißig benötigte König Miguel I. diese Bestände. Die Belagerung von Porto ging ihrem Ende entgegen, der Krieg hatte den König mit gewaltigen Schulden zurückgelassen, und er versuchte, den Portwein zu verkaufen, der in den Lagern der Companhia Geral da Agricultura das Vinhas do Alto Douro lag. Für die Händler waren es bereits in Fässer investierte Einnahmen aus vielen Jahren: Unter den Beständen befand sich sehr alter Wein, der nicht durch die nächste Ernte ersetzt werden konnte.
Vertreter von Miguel I. boten den Liberalen zweimal ein Geschäft an. João Carlos de Saldanha, der die Verteidiger von Porto befehligte, verlangte, dass der Verkauf von einer von Pedro I. eingesetzten Weinkommission durchgeführt werde und die Ware deren Prüfung durchlaufe. Die Parteien einigten sich nicht. Daraufhin ordnete Miguel I. an, den Wein zu zerstören, falls sich kein Geld dafür erzielen ließe.
Mit der Ausführung des Befehls wurde Comte d’Almere betraut, ein französischer General in Miguel I.s Armee, der den Rückzug vom Ufer von Gaia deckte. Am sechzehnten August setzten Soldaten die verminten Lagerhäuser der Companhia Geral da Agricultura das Vinhas do Alto Douro in Brand. Mehr als zehntausend Pipas gingen verloren – so nannte man große Transportfässer für Wein und Weinbrand. Seeleute von englischen Schiffen, die auf dem Douro lagen, konnten rund fünftausend Pipas retten, doch die Verluste beliefen sich dennoch auf ein über viele Jahre angesammeltes Vermögen. Die Companhia Geral da Agricultura das Vinhas do Alto Douro erwirkte später die gerichtliche Anerkennung des Schadens, erhielt jedoch nie eine vollständige Entschädigung.
Nach der Belagerung stellten die Händler die Lagerhäuser wieder her. Als die Ausfuhren wieder stiegen, kauften die Eigentümer Grundstücke am Fluss auf und errichteten neue Gebäude; gerade damals bedeckten die Weindächer den Hang hinter dem Kai besonders dicht. In einigen Kellern, darunter bei Cálem und Croft, sind Luken über falschen unterirdischen Gruben erhalten geblieben. Während der Belagerung versteckte man dort Fässer vor Plünderungen. Von der Uferpromenade sind diese Verstecke nicht zu sehen: Sie werden von den Böden eben jener Lagerhäuser verdeckt, um deren Bestände man im Jahr achtzehnhundertdreiunddreißig zunächst verhandelte und denen man dann Feuer legte.
Praktisch vor Ort
Offene Uferpromenade; die Betriebszeiten der Anlegestellen, Bootsfahrten und Restaurants hängen von den Betreibern ab.
Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Boote von der Uferpromenade aus und betreten Sie keine Anlegestellen mit beschränktem Zugang. Das heutige festliche Erscheinungsbild bedeutet nicht, dass die Schiffe zum Einsteigen geöffnet sind.
