Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schnitt aus neun Farbschichten
- Malereien mit Ansichten von Sankt Petersburg, Venedig, Stockholm und Alexandria
- Steinernes Lager mit Eisentüren
- Raum der Hausbadeanlage
Die Geschichte des Ortes
Hinter den Eisentüren des steinernen Lagers bewahrte man Wertsachen auf, während Küche, Waschküche und Räume für das Personal in ein gesondertes Gebäude ausgelagert waren: Dieses große Haus in der Altstadt Plowdiw funktionierte wie ein Kaufmannshaushalt, in dem Waren und Menschen unterschiedliche Wege hatten. In den Wohnräumen richtete man sogar eine Badeanlage mit warmem Fußboden ein; die Wände wurden mit Ansichten von Sankt Petersburg, Venedig, Stockholm und Alexandria bemalt. Das Gebäude entstand im Jahr eintausendachthundertvierunddreißig für einen wohlhabenden armenischen Kaufmann, dessen Geschäft auf Seide, Stoffen, Häuten, Gewürzen und Getreide beruhte. Heute ist hier ein Museum, und ein belassener Wandschnitt bewahrt neun Schichten späterer Farbe.
Im Jahr eintausendneunhundertfünfzehn zogen die Besitzer dieses Hauses selbst aus. Die Familie Hindliyan überließ die Zimmer armenischen Flüchtlingen: Im Osmanischen Reich fanden Deportationen und Massenmorde an Armeniern statt, und die in Plowdiw ankommenden Menschen brauchten Wohnraum.
Das Haus war für ein ganz anderes Leben bestimmt. Zwischen eintausendachthundertvierunddreißig und eintausendachthundertfünfunddreißig wurde es für Stepan Hindliyan, einen reichen armenischen Kaufmann und Grundbesitzer, erbaut. Er verdiente an Seide, Stoffen, Häuten, Gewürzen und Getreide, und seine Handelsgeschäfte führten ihn oft nach Indien. Wegen dieser Reisen wurde der Kaufmann Hindliyan genannt – von diesem Beinamen erhielt auch das Haus seinen heutigen Namen.
Der Haushalt war so eingerichtet, dass Waren, Bedienstete und Hausherren einander kaum im Weg waren. Wertsachen bewahrte man in einem gesonderten steinernen Lager, der Maaza, mit Eisentüren und schweren Riegeln auf. Küche, Waschküche und Räume für das Personal waren in einem Dienstgebäude untergebracht. Im Wohnteil richtete man eine private Badeanlage mit Fußbodenheizung ein, und die Wände wurden mit Malereien bedeckt: In den Nischen erschienen Sankt Petersburg, Venedig, Stockholm und Alexandria – Städte aus der Welt, in der der Hausherr Handel trieb.
Nach der Entscheidung der Familie Hindliyan musste dieses Haus einer wohlhabenden Familie von dreiundzwanzig Familien geteilt werden. Hier wohnten etwa sechzig Menschen. Der große zentrale Saal, der Hayet genannt wurde, und die repräsentativen Zimmer wurden unterteilt, um getrennte Wohnräume zu schaffen. Die Bewohner strichen die Wände neu, jeder in seiner eigenen Farbe; die Darstellungen der Städte verschwanden nach und nach unter mehreren Farbschichten.
Gegen Ende der eintausendneunhundertsechziger Jahre lebten noch immer dreiundzwanzig Familien im Haus. Atanas Krastev, der erste Leiter der Direktion Altstadt Plowdiw, setzte sich für die Restaurierung alter Stadthäuser ein. Die Bewohner wurden in Wohnungen umgesiedelt, und Restauratoren begannen, die Trennwände abzubauen und die Farbe abzutragen. Die ursprünglichen Malereien erreichten sie erst nach der neunten Schicht.
Im Jahr eintausendneunhundertvierundsiebzig wurde das restaurierte Haus zum Kulturdenkmal erklärt; heute ist hier ein Museum. Einen Wandabschnitt ließen die Restauratoren als Schnitt bestehen: Über der Kaufmannsmalerei liegen neun farbige Streifen – die Farbe der Zimmer, in die das Haus einst für dreiundzwanzig Familien geteilt worden war.
Praktisch vor Ort
Dienstag–Sonntag: April–Oktober 09:30–18:00, November–März 09:00–17:30; Pause 13:00–13:30. Montag geschlossen.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die wichtigsten Details befinden sich im Inneren und erfordern einen gesonderten Museumsbesuch; von außen ist nur das Erscheinungsbild des Hauses zugänglich.
