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Römisches Forum und Odeon

Античен форум и Одеон на Филипопол

Ein Fragment eines kaiserlichen Schreibens wird zeigen, wer die Rechnung für eine verlorene politische Entscheidung bezahlen musste.

20 Min.
Ruinen des nördlichen Teils des Forums und des Odeons unterhalb moderner Häuser von Plowdiw
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Worauf achten

  • Halbkreis der Steinreihen des Odeons
  • Offener Raum des Forums
  • Überreste der nördlichen öffentlichen Gebäude

Die Geschichte des Ortes

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Archäologen fanden im nördlichen Teil des Forums das Ende eines Schreibens des römischen Kaisers. Auf dem Marmor sind acht Zeilen erhalten: Der Anfang mit den Namen und der Erklärung der Angelegenheit ist verloren, doch die Auflösung blieb erhalten. Zwei Bürger erhielten eine Audienz beim Kaiser, die Stadt musste eine Geldstrafe zahlen, und den Gesandten sollten die Reisekosten erstattet werden.

Historiker bringen das Schreiben mit dem Bürgerkrieg in Verbindung, der im Jahr einhundertdreiundneunzig begann. Nach der Ermordung des Kaisers kämpften mehrere Heerführer gleichzeitig um den Thron. Der Stadtrat von Philippopolis – so hieß Plowdiw in römischer Zeit – unterstützte Pescennius Niger, den Statthalter Syriens, den seine Legionen zum Kaiser ausgerufen hatten. Niger rechnete damit, die östlichen Provinzen halten und Rom erreichen zu können. Sein Rivale Septimius Severus befehligte die Truppen an der Donau und strebte nach demselben Thron.

Die Ratgeber von Philippopolis mussten sich entscheiden, bevor der Sieger feststand. Sie wählten Niger. Im Jahr einhundertvierundneunzig schlugen die Truppen des Severus ihn bei Issos; Niger wurde gefasst und hingerichtet. Septimius Severus wurde Kaiser und verlangte Geld von den Städten, die seinem Rivalen geholfen hatten. Der Name des Severus ist auf der Platte von Plowdiw nicht erhalten, daher bleibt diese Deutung eine Schlussfolgerung der Epigraphiker und keine wörtliche Lesung des Textes.

Philipp und Caecilius Celeris – römische Bürger, die in den erhaltenen Zeilen als Gesandte von Philippopolis bezeichnet werden – reisten, um für die Entscheidung des Rates einzustehen. Sie sollten ein Gesuch überbringen und die Zahlung regeln. Die Reise bezahlten sie zunächst selbst: Die abschließende Formel schreibt vor, ihnen die Reisekosten zurückzuerstatten. Für Historiker bestätigt diese alltägliche Buchungszeile, dass der Auftrag ausgeführt wurde und die Gesandten den Kaiser tatsächlich erreichten.

Die Stadt kam mit einer Geldstrafe davon. Ein wohlhabender Einwohner sollte die Strafe zahlen, der schon früher öffentliche Ausgaben aus eigenen Mitteln gedeckt hatte. Ob er selbst zustimmte oder der Rat ihm die Zahlung auferlegte, sagt das Fragment nicht. Weder die Summe noch der Name des Mannes noch die Quelle seines Vermögens sind erhalten. Bekannt ist nur seine Lage: Nach dem Fehler der Stadtoberen sollte er zahlen.

Für diese Angelegenheit gab es in Philippopolis zwei benachbarte Bereiche. Auf dem offenen Forum handelten die Bürger, vollzogen Rituale, hörten Reden und lasen in Stein gemeißelte Beschlüsse. Die Nordseite war öffentlichen Gebäuden, Kaiserstandbildern und Inschriften vorbehalten, die für alle bestimmt waren. Hier stellte man auch die Antwort des Kaisers aus: Die Bestrafung der Stadt blieb kein verschlossener Brief für einige wenige Ratgeber.

In der nordöstlichen Ecke stand das Gebäude, in dem sie tagten. Es hieß Bouleuterion – Haus der Bule, des Stadtrats, der die Finanzen verwaltete, Beschlüsse fasste und Gesandtschaften entsandte. Später baute man den Saal für Musik- und Theateraufführungen um; daher der zweite Name, Odeon. Die halbkreisförmigen Reihen mit etwa dreihundertfünfzig Plätzen gehören bereits zu diesem Bühnenleben des Gebäudes.

Von der ganzen Angelegenheit blieb gerade das öffentliche Ende erhalten: die Namen der beiden Gesandten, die Anordnung zu den Reisegeldern und die Erinnerung an den namenlosen Bürger, dem die Rechnung zufiel. Daneben liegen weiterhin das offene Forum, auf dem man das Schreiben las, und der Halbkreis des Odeons, in dem sich einst die Menschen versammelten, die die unterlegene Seite gewählt hatten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktHisar Kapia
Eintrittaußen kostenlos; Odeon mit Eintrittskarte

Das Forum ist ständig von außen sichtbar; das Odeon ist Dienstag–Sonntag 09:00–18:00 geöffnet, Pause 13:00–14:00.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wenn der Zugang zum Odeon nicht möglich ist, lassen sich seine Form und seine Nachbarschaft zur neuen Stadt dennoch von außen beurteilen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Steigen Sie in die Altstadt Plowdiw hinauf und suchen Sie nach der Festungsarkade, über der ein großes Haus steht.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Plowdiw über Plowdiw: Zentrum und Altstadt“ — 9 Stopps, 2,6 km, etwa 4 Std..

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