Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bogen des Festungstors
- Steine mit Streifen aus rotem Backstein
- Ostfassade des Kuyumdzhioglu-Hauses
- Mittelalterliche Mauer unter dem Haus
Die Geschichte des Ortes
Im engen Durchgang zwischen dem Kopfsteinpflaster und der hohen Fassade ist die Grenze der oberen, befestigten Stadt noch zu erkennen. Der Bogen der Hisar Kapia führte durch den östlichen Zugang zur Zitadelle; unter dem Pflaster liegen Reste römischer Tore, und das sichtbare Mauerwerk stammt aus dem Mittelalter. Die von Streifen roten Backsteins durchzogenen Steine setzen sich in der Mauer unter dem Haus und in seinen Kellern fort. In den Räumen am alten Mauerwerk werden heute Museumsbestände aufbewahrt.
Im Jahr achtzehnhundertsiebenundvierzig beauftragte der Plowdiwer Kaufmann Argir Kuyumdzhioglu den Baumeister Georgi Stanchovski mit einem riesigen Haus am alten östlichen Zugang zur Stadt. Kuyumdzhioglu handelte mit Aba, einem dichten Wollstoff, und unterhielt ein Handelshaus in Wien. Das Verdiente investierte er in eine Residenz, an der die Plowdiwer Kaufmannschaft seinen Wohlstand beurteilen sollte.
Das Grundstück war ungünstig: ein steiler Hang, altes Mauerwerk und ein Durchgang, der nicht in Anspruch genommen werden durfte. Dieser Durchgang hieß Hisar Kapia – auf Osmanisch „Festungstor“. Einst gelangte man durch ihn in den befestigten oberen Teil von Plowdiw. Unter dem Kopfsteinpflaster haben sich die Fundamente römischer Tore erhalten, wahrscheinlich aus dem zweiten Jahrhundert, während der heutige Bogen überwiegend im elften bis dreizehnten Jahrhundert errichtet wurde. Nach der osmanischen Eroberung wuchs die Stadt über die Hügel hinaus, und das Tor musste die frühere Zitadelle nicht mehr schützen.
Stanchovski riss die Festungsmauer nicht ab. Er setzte die Ostfassade des Kuyumdzhioglu-Hauses darauf und bezog das alte Mauerwerk in die Fundamente und Kellerräume ein. Der Höhenunterschied half dabei, das Hindernis in einen Vorteil zu verwandeln: Vom Hof aus hat das Haus zwei Wohngeschosse, über dem abfallenden Gelände erhebt es sich jedoch auf vier. So entstanden über der ehemaligen Verteidigungslinie die Räume eines reichen Kaufmanns und darunter Wirtschaftsräume.
Die Familie Kuyumdzhioglu verließ Plowdiw später, und die Erben begannen, das Haus zu vermieten. Nacheinander waren hier eine Mädchenpension, eine Hutwerkstatt, eine Essigproduktion und ein Mehllager untergebracht. Ende der zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts kaufte der Tabakhändler Antonio Colaro das Gebäude, weil er es zu einem Tabaklager umbauen wollte. Colaro ging bankrott, und das Haus wurde zum Verkauf angeboten.
Der Plowdiwer Bürgermeister Bozhidar Zdravkov setzte sich für einen festen Standort der städtischen ethnographischen Sammlung ein. Im Jahr neunzehnhundertachtunddreißig intervenierte er beim Verkauf, woraufhin die Gemeinde und das Ministerium für Volksbildung vereinbarten, hier ein kommunales Hausmuseum einzurichten. Für Kuyumdzhioglu war das Haus ein Zeugnis kaufmännischen Erfolgs; für Colaro sollte es ein Lager werden; unter Zdravkov wurde es selbst zum wichtigsten Museumsexponat. Im Jahr neunzehnhundertdreiundvierzig begann man, Besucher zu empfangen.
Heute befindet sich über der Hisar Kapia das Regionale Ethnographische Museum Plowdiw. Die mittelalterliche Mauer dient weiterhin als Fundament seines Gebäudes, und die Räume am alten Mauerwerk werden zur Aufbewahrung der Museumsbestände genutzt. Im Bogen selbst sind Steine zu sehen, die von Stücken roten Ziegels umrandet sind; das römische Fundament liegt weiterhin unter dem Pflaster.
Praktisch vor Ort
Freier Straßendurchgang ohne Kasse und feste Öffnungszeiten.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Den Bogen kann man von der Straße aus frei betrachten; für das benachbarte Ethnographische Museum ist ein gesonderter Besuch erforderlich.
