Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Unterer Saal
- Podium des Sprechers
- Markierung der Stelle der Vereidigung des Präsidenten
- Senatssaal
Die Geschichte des Ortes
Das zweigeschossige ehemalige Bezirksgericht wurde zeitweise zum Arbeitshaus des Bundeskongresses: Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten nahm das untere Stockwerk ein, der Senat der Vereinigten Staaten trat einen Stock höher zusammen. Philadelphia beherbergte die Bundesbehörden, während am Potomac die neue ständige Hauptstadt vorbereitet wurde. Im unteren Saal ist am Podium des Sprechers die Stelle einer wichtigen Zeremonie markiert, und oben ist der Senatssaal erhalten geblieben. Nach dem Wegzug der Regierung kehrte das Bezirksgericht hierher zurück, und der Name Congress Hall blieb dem Gebäude erhalten.
Am vierten März tausendsiebenhundertsiebenundneunzig war der untere Saal bis hinauf zur Galerie gefüllt; ein Teil des Publikums blieb auf der Straße. John Adams, der zum zweiten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war, bereitete sich darauf vor, den Amtseid abzulegen. Daneben befand sich George Washington, der erste Präsident des Landes, der nach zwei Amtszeiten beschlossen hatte, auf sein Anwesen Mount Vernon zurückzukehren.
Für diese Zeremonie nutzte man das ehemalige Bezirksgericht von Philadelphia. Der Kongress wählte die Stadt zur vorläufigen Hauptstadt, während am Potomac die ständige Hauptstadt gebaut wurde. Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten bezog hier das Erdgeschoss, der Senat der Vereinigten Staaten den ersten Stock. Das Gebäude erhielt die Nutzung, die ihm seinen heutigen Namen gab: Congress Hall.
Während des größten Teils der vorhergehenden acht Jahre war Adams Vizepräsident gewesen und hatte kraft seines Amtes den Vorsitz im Senat der Vereinigten Staaten geführt. Hier befand sich sein gewöhnlicher Platz oben. Nun sollte er in den Saal des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten hinabsteigen und ein Amt übernehmen, das vor ihm ein Mensch innehatte.
Washington lehnte es ab, an der Wahl von tausendsiebenhundertsechsundneunzig teilzunehmen. Das frühere System trennte die Stimmen für Präsident und Vizepräsident noch nicht: Jeder Wahlmann nannte zwei Kandidaten, der Sieger wurde Präsident, der Zweitplatzierte sein Stellvertreter. Adams erhielt einundsiebzig Stimmen, Thomas Jefferson achtundsechzig. So wurde Adams’ nächster Rivale, der mit ihm in fast allen wichtigen Fragen nicht übereinstimmte, sein Vizepräsident.
In der Nacht vor der Zeremonie schlief Adams nicht. Er fühlte sich krank und gestand seiner Frau später, er sei nicht sicher gewesen, ob er die Rede zu Ende bringen könne. Der Vorsitzende Richter des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten nahm ihm am Podium des Sprechers den Eid ab. Nach den gesprochenen Worten war Adams Präsident, und Washington war Privatbürger. Die Verfassung der Vereinigten Staaten sah den Wechsel des Staatsoberhaupts vor, doch bis zu diesem Tag hatte das Land noch nicht erlebt, wie ein gewählter Präsident freiwillig sein Amt für einen anderen räumte.
Nach der Zeremonie beglückwünschte Washington seinen Nachfolger persönlich. Adams erschien es an jenem Tag, als sage der ruhige Washington ihm in Gedanken: Jetzt bin ich draußen, und du bist drinnen – wir werden sehen, wer von uns glücklicher sein wird. Fünf Tage später verließ Washington Philadelphia und fuhr nach Mount Vernon. Adams diente eine vierjährige Amtszeit, verlor die nächste Wahl gegen Jefferson und verließ ebenfalls das Amt.
Zu diesem Zeitpunkt waren die Bundesbehörden bereits nach Washington umgezogen, und das Gebäude wurde wieder als Bezirksgericht genutzt. In der heutigen Congress Hall ist am Podium im Erdgeschoss die Stelle von Adams’ Vereidigung markiert. Einen Stock höher liegt der Senatssaal, in dem er zuvor als Vizepräsident den Vorsitz geführt hatte.
Praktisch vor Ort
Von außen ist die Nachbarschaft zur Independence Hall gut erkennbar; prüfen Sie gesondert, ob beide Säle innen zu besichtigen sind.
