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Santa Maria dell’Ammiraglio

Santa Maria dell'Ammiraglio — La Martorana

An der Kirche lässt sich verfolgen, wie der Name der benachbarten Gründerin den Namen ihres eigenen Stifters verdrängte.

25 Min.
Christus setzt Roger II. die Krone auf, in einem Mosaik der Santa Maria dell’Ammiraglio.
Matthias Süßen · CC BY-SA 2.5; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Mosaik der Krönung Rogers II.
  • Mosaik von Georg von Antiochien
  • Mittelalterlicher Mosaikkern
  • Barocke Joche

Die Geschichte des Ortes

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Hinter den barocken Jochen verbirgt sich hier der kleine quadratische Kern der alten Kirche: Unter der Kuppel sind griechische Inschriften erhalten, und auf dem hölzernen Band verliefen einst arabische Gebete der griechischen Liturgie. Die Kirche richtete man neben dem Haus eines einflussreichen Höflings für die griechischen und arabischsprachigen Christen Palermos ein, zugleich als Familiengrabstätte. Später erweiterten die Nonnen die Kirche, rissen Fassade und Vorhalle ab, überdachten den Hof und ersetzten die mittelalterliche Apsis durch ein großes Heiligtum. Deshalb grenzen die barocken Joche unmittelbar an das enge Mosaikzentrum, und in einem Gebäude sind zwei völlig unterschiedliche Zeiten zu sehen.

Am Eingang stehen sich zwei Mosaiken gegenüber. Auf dem einen setzt Christus Roger II. die Krone auf. Auf dem anderen liegt vor der Gottesmutter ausgestreckt ein Mann, von dem im ursprünglichen Mosaik nur Gesicht und Hände erhalten sind. Das ist Georg von Antiochien – eben jener Admiral, nach dem die Kirche offiziell Santa Maria dell’Ammiraglio, Heilige Maria des Admirals, heißt.

Georg war ein syrischer Christ und verdiente sein Geld mit seinem Geschick, fremdes Geld zu berechnen. Er verwaltete die Schatzkammer des Herrschers von Mahdia, einer Stadt an der Küste des heutigen Tunesiens. Nach den Erzählungen arabischer Chronisten fürchtete Georg nach dem Tod seines Gönners dessen Nachfolger, wartete einen Tag ab, an dem die Aufsicht wegen eines feierlichen Gebets nachließ, und floh auf einem sizilianischen Schiff nach Palermo. Die Einzelheiten dieser Flucht gelten Historikern nicht als ganz zuverlässig, doch seine frühere Tätigkeit in der afrikanischen Schatzkammer ist nahezu unbestritten.

In Palermo bot Georg Roger seine Fähigkeiten an. Er beherrschte Griechisch und Arabisch, konnte Steuern einziehen und kannte sich in den Angelegenheiten der afrikanischen Küste aus. Zunächst gab man ihm ein bescheidenes Amt als Bezirksbeamter, später betraute man ihn mit diplomatischen Reisen, der Verwaltung und der königlichen Flotte. Als Admiral bezeichnete man hier einen Rang, der aus dem arabischen Titel des Emirs hervorgegangen war; Georg war zugleich Rogers oberster Minister und befehligte die Seeexpeditionen. Sein Gehalt, seine Stellung und seine Sicherheit hingen von dem Nutzen ab, den er dem König brachte.

Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn ließ Georg im Jahr eintausendeinhundertdreiundvierzig neben seinem Haus eine Kirche für die griechischen und arabischsprachigen Christen Palermos errichten, zugleich als künftige Grabstätte für seine Familie. Deshalb ziehen sich unter der Kuppel griechische Inschriften entlang, und auf dem hölzernen Band standen auf Arabisch die Gebete der griechischen Liturgie. Auf einem Mosaik ließ Georg seinen Gönner Roger in kaiserlichen Gewändern zeigen, der die Krone unmittelbar von Christus empfängt. Gegenüber setzte er sich selbst: ausgestreckt zu Füßen der Gottesmutter, die Christus bittet, Georgs Gabe anzunehmen und dem Geber die Sünden zu vergeben.

Georg starb im Jahr eintausendeinhunderteinundfünfzig. Für ihn, seine Mutter und seine Frau gab es Grabepitaphe; ihre Texte sind in einer alten Pergamentkopie überliefert, doch die Gräber und die Inschriften selbst gibt es in der Kirche nicht mehr.

Der Name der Klostergründerin kam später auf. Im Jahr eintausendeinhundertvierundneunzig gründete die palermitanische Adlige Eloisa Martorana zusammen mit ihrem Mann Goffredo nebenan ein Benediktinerinnenkloster. Dessen Nonnen erhoben Ansprüche auf Eigentum, das Georg einst seiner Kirche überlassen hatte, und erreichten im fünfzehnten Jahrhundert die Übertragung der Kirche selbst. Der König von Sizilien, Alfons von Aragón, gliederte die Kirche dem Kloster an. Der Familienname der Klostergründerin ging auf die Kirche über und verdrängte im Alltagsgebrauch den Namen des Admirals.

Die Nonnen benötigten mehr Platz. Im Jahr eintausendfünfhundertachtundachtzig rissen sie die ursprüngliche Fassade und die Vorhalle ab, überdachten den offenen Hof und verlängerten die Kirche bis zum Glockenturm. In den eintausendsechshundertneunziger Jahren rissen sie die zentrale mittelalterliche Apsis ab, in der sich vermutlich ein weiteres Mosaik der Gottesmutter befand, und richteten das heutige große Heiligtum ein. Daher ist der Übergang im Inneren so abrupt: Die barocken Joche der ehemaligen Klosterkirche grenzen an Georgs kleinen quadratischen Kern.

Das Kloster wurde im Jahr eintausendachthundertsechsundsechzig geschlossen. Seit eintausendneunhundertsiebenunddreißig dient Santa Maria dell’Ammiraglio der italo-albanischen katholischen Gemeinde, und die Liturgie wird hier wieder nach byzantinischem Ritus gefeiert. Eloisas Familienname blieb am gesamten Gebäude, Georgs Name in der offiziellen Weihe, und vom Admiral selbst sind an der Wand nur das Gesicht und die zum Gebet gefalteten Hände erhalten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktSan Cataldo
Eintrittmit Ticket

Besichtigung für Touristen Mo–Sa 10:00–13:00; reguläre Eintrittskarte — 2 Euro.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Innere ist hier wichtiger als die Fassade; prüfen Sie vor dem Besuch den Zugang und stören Sie nicht den Gottesdienst, falls er gerade stattfindet.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Überqueren Sie den Platz zur benachbarten Kirche mit drei Kuppeln.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Königliches Palermo: vom Palast zur Ponte dell’Ammiraglio“ — 8 Stopps, 3,8 km, 4 Std. 15 Min..

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