Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Backsteingebäude der Werkstatt
- Zwei Buchstaben „A“ über dem Eingang
- Die Jahreszahl „1908“ an der Fassade
Die Geschichte des Ortes
Brücken in Norwegen nahmen oft in diesem langen Backsteingebäude ihren Anfang. Hier wurden die Stahlelemente im Voraus vorbereitet und dann an Auftraggeber geschickt, die daraus Übergänge für die Eisenbahn und Straßen im ganzen Land zusammensetzten. Für diese Arbeit wurde die Werkstatt groß angelegt und später um weitere dreißig Meter verlängert. Heute befindet sich hinter ihren Mauern ein überdachter Markt, und an der Fassade sind zwei Buchstaben A und die Jahreszahl eintausendneunhundertacht erhalten geblieben.
Im Jahr eintausendachthundertvierundachtzig verlor Ferdinand Ludwig Wiebe, der Eigentümer des hier stehenden Werks Vulkan, gleich zwei Unternehmen. Er versuchte, das Geschäft auszuweiten, und eröffnete eine Schiffswerft, doch sie ging in Konkurs und riss die Gießerei mit sich. Zuvor verdiente Vulkan an Waagen, feuerfesten Tresoren, Dampfkesseln und gusseisernen Treppen für neue Häuser in Christiania – so hieß Oslo damals.
Nach dem Zusammenbruch wurde der achtundzwanzigjährige Ingenieur Axel Ingvald Spone Amundsen Geschäftsführer und Miteigentümer. Für ihn war das Werk ein Arbeitsplatz gewesen, nun musste er entscheiden, mit welchen Produkten es wieder Aufträge gewinnen konnte. Amundsen entschied sich für Stahlbrücken. Bereits seit eintausendachthundertsechsundachtzig lieferte Vulkan sie an die Eisenbahn und die Straßenbehörde. Im Jahr eintausendachthundertsiebenundneunzig kaufte Amundsen das Unternehmen vollständig auf.
Hier wurde als Erstes in Norwegen die industrielle Herstellung von Stahlbrückenkonstruktionen eingerichtet. An die Auftraggeber schickte man vorbereitete Bauteile, aus denen die Brücke zusammengesetzt wurde. Hunderte solcher Bauwerke entstanden im ganzen Land. Genau für diese Arbeit errichtete Amundsen im Jahr eintausendneunhundertacht die große Backsteinwerkstatt. Im Jahr eintausendneunhundertsechsunddreißig wurde sie um weitere dreißig Meter verlängert. Der norwegische Name Bruverkstedet bedeutet Brückenwerkstatt: Mit einem Kopfsteinpflaster hat er nichts zu tun.
Amundsen leitete Vulkan bis zu seinem Tod im Jahr eintausendneunhundertneununddreißig, danach blieb das Unternehmen bei seiner Familie. Im Jahr eintausendneunhundertachtundsechzig wurde die Gießereiproduktion eingestellt, und die übrigen Arbeiten wurden nach Furuset verlegt. Das benachbarte Gießereigebäude wurde später abgerissen; die Brückenwerkstatt blieb erhalten.
Seit dem Jahr eintausendzwölf befindet sich im Inneren Mathallen, ein überdachter Lebensmittelmarkt mit Fachgeschäften, Cafés, Gemeinschaftstischen und Kochkursen. Über dem Eingang des alten Backsteingebäudes sind zwei Buchstaben A erhalten geblieben – die Initialen von Axel Amundsen – sowie die Jahreszahl eintausendneunhundertacht.
Praktisch vor Ort
Der Lebensmittelmarkt Mathallen ist Dienstag–Samstag 10:00–20:00 Uhr, Sonntag 11:00–18:00 Uhr geöffnet; montags ist er geschlossen. Im Juli ist der Markt täglich 11:00–20:00 Uhr geöffnet, im August sind Änderungen möglich. Einige Restaurants im Vulkan-Komplex bleiben länger geöffnet.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Erzählung kann man draußen anhören; den Besuch der Markthalle planen Sie bitte getrennt nach den aktuellen Öffnungszeiten.
