Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Mittleres Tor
- Pagode
- Goldene Halle
- Galerien des zentralen Hofs
Die Geschichte des Ortes
Der Name Shitennō-ji bedeutet wörtlich „Tempel der vier Himmelskönige“. Jikokuten, Zōjōten, Kōmokuten und Tamonten sind buddhistische Wächter der vier Himmelsrichtungen. In Osaka tauchten ihre Namen nach einem Krieg auf, in dem entschieden wurde, ob der Buddhismus am Kaiserhof bleiben würde.
Im sechsten Jahrhundert hielt dieser Glaube gerade erst Einzug in Japan. Als eine Epidemie ausbrach, beschuldigte Mononobe no Moriya, das Oberhaupt eines Militärclans, die Verehrung fremdländischer Götter, das Unglück verursacht zu haben. Mit Erlaubnis des Kaisers brannten seine Leute einen buddhistischen Gebetsraum nieder und warfen die Statuen in einen Kanal. Der wichtigste Verteidiger der neuen Religion war Soga no Umako, ein Höfling und Oberhaupt eines rivalisierenden Clans.
Nach dem Tod von Kaiser Yōmei im Jahr fünfhundertsiebenundachtzig verband sich der Streit mit dem Kampf um den Thron. Moriya wollte Prinz Anahobe auf den Thron setzen. Umako unterstützte Prinz Hatsusebe. Eine Niederlage drohte Moriya mit dem Verlust seines gesamten Besitzes: Menschen, die von seinem Clan abhängig waren, bewirtschafteten das Land, und die Stellung am Hof beruhte auf den erblichen militärischen Pflichten der Mononobe.
Umako rechnete zuerst mit dem Thronanwärter der Gegenseite ab und führte dann ein Heer zum Anwesen Moriyas in Shibukawa, östlich des heutigen Zentrums von Osaka. Moriyas Leute verschanzten sich hinter einem Zaun aus zusammengebundenen Reisbündeln und schlugen die Angreifer dreimal zurück. Der Hausherr selbst schoss von einem Baum aus.
In Umakos Heer befand sich der junge Sohn des verstorbenen Kaisers, Prinz Umayado (Shōtoku Taishi), wie ihn die Nachwelt nennen würde. Seine Stellung am Hof hing nun vom Sieg dieser Koalition ab. Die mehr als ein Jahrhundert später niedergeschriebene Chronik Nihonshoki berichtet, der Prinz habe kleine Darstellungen der vier Himmelskönige aus Holz geschnitzt und geschworen, ihnen einen Tempel zu bauen, falls seine Seite siegte. Diese Episode ist aus einer Überlieferung bekannt, nicht aus dem Zeugnis eines Teilnehmers der Schlacht.
Beim nächsten Angriff traf der Bogenschütze Tomi no Ichii Moriya mit einem Pfeil. Moriya wurde getötet, sein Heer zerstreute sich, und der von Umako unterstützte Prinz Hatsusebe bestieg als Kaiser Sushun den Thron. Der Mononobe-Clan verlor seine frühere Stellung. Das Land, die Hausangehörigen und die abhängigen Menschen des Getöteten wurden aufgeteilt: Eine Hälfte erhielt Umako, die andere wurde dem künftigen Tempel übergeben.
Im Jahr fünfhundertdreiundneunzig erfüllte Prinz Umayado sein Gelübde und gründete hier den Shitennō-ji. So wurde das Heiligtum der Sieger aus dem eingezogenen Besitz des Besiegten unterhalten. Die vier Himmelskönige verehrte man hier als Beschützer der buddhistischen Lehre und als Schutzherren eben jenes Sieges, nach dem der Tempel seinen Namen und seine Mittel erhielt.
Die alten Holzgebäude des zentralen Hofs sind nicht erhalten. Die heutige Pagode, die Goldene Halle und die sie umgebenden Galerien wurden überwiegend bis zum Jahr neunzehnhundertdreiundsechzig aus Stahlbeton wiederaufgebaut. Archäologen fanden die alten Fundamente, und die Bauleute errichteten das Mittlere Tor, die Pagode, die Goldene Halle und die Predigthalle erneut auf einer Linie von Süden nach Norden – dort, wo die Erbauer der frühen Anlage sie angeordnet hatten.
Neben dem Shōryō-in, dem Gedächtnispavillon für Prinz Umayado, steht ein kleiner Moriya-Schrein. In einem Tempel, der zum Gedenken an den Sieg über Mononobe no Moriya errichtet wurde und einen Teil seines Besitzes erhielt, ließ man dem Besiegten selbst einen eigenen Ort der Verehrung.
Praktisch vor Ort
Städtischer Routenpunkt; wenn Sie hineingehen möchten, prüfen Sie den Zeitplan und die Besuchsregeln auf der offiziellen Website des Ortes.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Besichtigen Sie den aktiven Tempel ohne Eile, sprechen Sie leise und kreuzen Sie keine zeremoniellen Wege. Der Zugang zu einzelnen Teilen der Anlage kann sich vom freien Spaziergang über das Gelände unterscheiden.
