Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hohes Zeltdach der Kathedrale
- Kleines Zeltdach des Glockenturms
- Bogenöffnung zwischen Glockenturm und Saal
- Steinplatte über Minins Überresten
Die Geschichte des Ortes
Die Erzengel-Michael-Kirche ließ Michail Fjodorowitsch, der erste Zar aus dem Geschlecht der Romanow, errichten. Seinen Thron verdankte er auch den Bewohnern von Nischni Nowgorod: Im Jahr eintausendsechshundertzwölf sammelte der Posad-Vorsteher Kusma Minin Geld und Menschen, der Woiwode Dmitri Poscharski führte die Miliz nach Moskau, und nachdem die polnisch-litauische Garnison von dort vertrieben worden war, wurde die Wahl eines neuen Zaren möglich.
Im Nischni Nowgoroder Kreml stand zu jener Zeit die alte Erzengel-Kirche. Im Schreiberbuch des Jahres eintausendsechshunderteinundzwanzig heißt es über sie ausdrücklich: Die Kirche „ist zerfallen, und seit Langem findet darin kein Gottesdienst statt“. Ende des Jahres eintausendsechshundertsiebenundzwanzig ordnete Michail Fjodorowitsch an, an dieser Stelle auf Staatskosten eine neue Kathedrale zu errichten – als Denkmal für die Miliz von Nischni Nowgorod.
Die Übereinstimmung zwischen dem Namen des Zaren und dem Namen der Kirche kann verwirren. Die Kathedrale ist nicht Michail Romanow geweiht. Der kirchlichen Überlieferung zufolge errichtete der Wladimirer Fürst Juri Wsewolodowitsch, der Gründer von Nischni Nowgorod, hier bereits im Jahr eintausendzweihunderteinundzwanzig die erste Holzkirche. Erzengel Michael galt als Anführer des himmlischen Heeres und als Schutzpatron der Fürsten in kriegerischen Angelegenheiten. Für eine Kirche innerhalb einer Grenzfestung war dieses Patrozinium vier Jahrhunderte vor dem Auftreten der Romanow verständlich.
Im Frühjahr eintausendsechshundertachtundzwanzig kamen Lawrenti Wosoulin und sein Stiefsohn Antip Konstantinow aus Moskau – staatliche Untermeister des Steinbaus. „Untermeister“ konnte damals einen Architekten und Bauleiter bezeichnen: Ein solcher Mensch erstellte den Kostenvoranschlag, berechnete das Gebäude und war für die Arbeit der Steinmetze verantwortlich. Zarenaufträge brachten dem Meister Verdienst, bestimmten aber zugleich, in welche Stadt er reisen und was er dort errichten sollte.
Lawrenti begann die Kathedrale gemeinsam mit Antip, starb jedoch vor dem Abschluss der Arbeiten. Er wurde auf dem Friedhof des Petscherski-Klosters begraben. Antip musste den Zarenauftrag allein zu Ende führen. Bis zum Jahr eintausendsechshunderteinunddreißig vollendete er die Kirche und erhielt danach den nächsten Erlass: Er sollte nach Wjasma reisen, um Festungstürme zu bauen. Später zog man ihn zum Bau des Terem-Palastes im Moskauer Kreml heran. Die Arbeit, die er hier nach dem Tod seines Stiefvaters vollendete, wurde zum Beginn seines eigenen Wirkens als Staatsarchitekt.
Das hohe Zeltdach der Kirche und das kleinere Zeltdach des Glockenturms bilden eben jenen Bau Antips. Den Glockenturm verband man mit dem Gebetsraum: Durch eine Bogenöffnung konnte der Glöckner dem Gottesdienst folgen und rechtzeitig das Glockenzeichen geben. Nach einer langen Zeit als Museum wurden die Gottesdienste hier im Jahr zweitausend wieder aufgenommen.
Im Jahr eintausendneunhundertzweiundsechzig brachte man Überreste in die Kathedrale, die mit der Asche Kusma Minins gleichgesetzt werden. Der Architekt und Restaurator Swjatoslaw Agafonow gestaltete über ihnen eine Steinplatte. Sie erschien im Inneren der Kirche dreihunderteinunddreißig Jahre nachdem Antip Konstantinow die Kathedrale, das Denkmal für die Miliz von Nischni Nowgorod, vollendet hatte.
Praktisch vor Ort
Täglich von 07:30 bis 18:00 Uhr. Während der Gottesdienste kann die Besichtigung für Touristen eingeschränkt sein.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine aktive Kirche: Schalten Sie den Lautsprecher aus, stören Sie den Gottesdienst nicht und betrachten Sie den Innenraum in Ruhe. Es ist bequemer, den Audiobericht vor dem Eingang zu Ende zu hören.
