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Colonna Spezzata: ein Denkmal aus fremden Geschichten

Monumento ai Caduti del Mare / Colonna Spezzata

Sie werden verstehen, warum auf einem für eine einzelne Person vorgesehenen Sockel ein gemeinsames Denkmal für die auf See Gefallenen entstand.

15 Min.
Neapel – Colonna Spezzata
Armando Mancini · CC BY-SA 2.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Marmorschaft ohne Kapitell
  • Steinerner Sockel
  • Inschrift über die Gefallenen in Seeschlachten

Die Geschichte des Ortes

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Ohne Spitze und Figur wirkt dieser zwanzig Tonnen schwere Marmorschaft wie ein Bruchstück, das nur vorübergehend hier aufgestellt wurde. Man fand ihn bei Arbeiten am Neapler Dom und gab ihn dann Mönchen für die Statue ihres Gründers, doch der Besitzer eines Nachbarhauses erwirkte ein Verbot: Bei einem Erdbeben hätte die schwere Skulptur auf sein Haus stürzen können. Die Säule wurde wieder bei der Kirche vergraben und erst viel später ins Archäologische Nationalmuseum Neapel gebracht. Von dort brachten sechzehn Pferde sie ans Meer, und der Platz für eine Figur blieb schließlich leer.

An der Piazza della Vittoria steht ein antiker Marmorschaft ohne Kapitell. Die Inschrift auf dem Sockel widmet ihn den Gefallenen, die „zu allen Zeiten und überall“ auf See kämpften. Das ist die heutige Bestimmung der Colonna Spezzata – der zerbrochenen Säule. Der Sockel stand schon früher hier, und die Stadt hatte ihn bereits zwei nicht verwirklichten Denkmälern gewidmet.

Ein Projekt erinnerte an die Seeleute, die im Jahr achtzehnhundertsechsundsechzig bei der Insel Lissa ums Leben kamen. Der Befehlshaber der italienischen Flotte, Carlo Persano, versuchte, das österreichische Geschwader aufzuhalten, und wechselte mitten in der Umgruppierung auf ein anderes Panzerschiff, ohne die übrigen Schiffe zu benachrichtigen. Es entstand Verwirrung, und die Österreicher stießen durch eine Lücke in der Formation. Die Panzerschiffe „Re d’Italia“ und „Palestro“ sanken, sechshundertvierzig Menschen starben. Persano kehrte nach Italien zurück, wurde vor Gericht gestellt und verlor seinen Admiralsrang, seine Auszeichnungen und seinen Platz in der Flotte. Für das Denkmal für die gefallenen Seeleute war eine kostspielige Bronzeskulptur nötig; dafür fand man kein Geld.

Der andere Mann, dessen Statue auf diesen Sockel gestellt werden sollte, war der neapolitanische Admiral Francesco Caracciolo. Im Jahr siebzehnhundertneunundneunzig diente er dem König, brachte den Hof von Neapel nach Palermo und bat dann um Erlaubnis, wegen seiner Güter in seine Heimat zurückzukehren. Caracciolo war Herzog, Grundbesitzer und Hofmann mit Einkünften: Von der Erhaltung seines Erbes hing seine Stellung ab.

In Neapel war bereits die Parthenopäische Republik ausgerufen worden. Einige Wochen später übernahm Caracciolo das Kommando über ihre kleine Flottille und trat gegen die Schiffe seines früheren Herrschers an. Nach dem Fall der Republik wurde er gefasst. Vor Gericht erklärte der Admiral, er habe sich den Republikanern angeschlossen, um sein Eigentum zu retten; sein früherer Dienst machte seine Tat in den Augen des Königs jedoch besonders schwerwiegend. Der britische Admiral Horatio Nelson, der half, den Monarchen zurückzubringen, befahl, den Gefangenen auf seinem Schiff vor Gericht zu stellen. Am neunundzwanzigsten Juni wurde Caracciolo verurteilt und noch am selben Tag am Mast der Fregatte „Minerva“ gehängt. Den Leichnam warf man ins Meer; einige Tage später wurde er bei Santa Lucia an Land gespült, wo der Admiral in der Kirche Santa Maria della Catena beigesetzt wurde.

Im Jahr achtzehnhundertsiebenundsechzig erreichte der Archäologe Giuseppe Fiorelli, dass hier ein Sockel für eine Caracciolo-Statue aufgestellt wurde. Die Mittel reichten nur für den Sockel. Im Jahr des hundertsten Jahrestags der Parthenopäischen Republik versuchte der Historiker Benedetto Croce, das Denkmal für den Admiral zu vollenden, doch die Sammlung scheiterte erneut. Weitere fünfzehn Jahre blieb der Sockel ohne Figur.

Im Jahr neunzehnhundertvierzehn beschlossen städtische Beamte, ihn mit einem antiken Stück aus den Depots des Archäologischen Nationalmuseums Neapel zu füllen. Die ausgewählte Säule war bereits im siebzehnten Jahrhundert bei Arbeiten am Neapler Dom gefunden worden. Der Erzbischof hatte sie für die Statue des Stadtpatrons San Gennaro versprochen. Sein Nachfolger nahm das Versprechen zurück, und der Vizekönig übergab die Säule Mönchen, die darauf ihren Gründer San Gaetano aufstellen wollten.

Dann griff Agostino Pisani ein, der Besitzer des Nachbarhauses. Er fürchtete, die schwere Statue könne bei einem Erdbeben einstürzen, sein Haus zerstören und ihn und seine Brüder töten. Pisani wandte sich an das Gericht und gewann den Prozess. Die Mönche stellten die Arbeiten ein und vergruben die Säule wieder bei ihrer Kirche. Erst im Jahr achtzehnhundertneunundfünfzig wurde sie entdeckt und ins Museum gebracht.

Am einundzwanzigsten April neunzehnhundertvierzehn brachten sechzehn Pferde den zwanzig Tonnen schweren Marmorschaft ans Meer. Die Caracciolo-Statue wurde endgültig aufgegeben, und die Widmung auf alle Gefallenen in Seeschlachten ausgedehnt. Der Name des Admirals blieb auf den Straßenschildern der Straße, die an der Piazza della Vittoria beginnt. Auf dem Sockel steht sein Name nicht: Über der Inschrift für die Gefallenen erhebt sich eine Säule, die zuvor für zwei Heilige bestimmt war.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktVilla Comunale: das Meer hinter Glas
Eintrittvon außen

Offener städtischer Raum.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Platz liegt offen in Sonne und Wind; hören Sie von einer sicheren Fußgängerfläche aus zu, ohne das Denkmal durch den Verkehr zu umgehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie von der Säule in den Stadtgarten und weiter zum Aquarium.

Stopp 5 von 7Weiter: Villa Comunale: das Meer hinter Glas

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Die Küste von Neapel: Santa Lucia, Megaride und Chiaia“ — 7 Stopps, etwa 3 km, 2-3 Stunden.

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