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Pagodenburg

Pagodenburg

Sie bewahrt die architektonische Spur eines verschwundenen höfischen Spiels.

15 Min.
Der Innensaal der Pagodenburg mit blauen Paneelen und Wandmalereien.
Edelmauswaldgeist · CC0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Zweigeschossiger Pavillon
  • Blau-weiße Fliesen
  • Rote Lackmalerei
  • Pagodenburger See

Die Geschichte des Ortes

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Die Pagodenburg steht an einem kleinen See im Park: Der zweigeschossige Barockpavillon diente den Hofleuten als kurze Pause. Hier wechselten sie ihre Kleidung, ruhten sich aus und setzten sich in kleiner Gesellschaft zum Abendessen. Seinen Namen erhielt der Pavillon durch die Malereien und Figuren in den Räumen; außen hat er weder einen Staffelgeschossbau noch geschwungene Dächer. Unten wiederholen weiß-blaue Fliesen die Muster chinesischen Porzellans, oben sind kleine Gemächer mit schwarzer und roter Lackmalerei bedeckt; anstelle der früheren geraden Alleen winden sich ringsum jetzt ein Bach und ein See.

Max Emanuel begann, diesen Teil von Nymphenburg mit einer langen Bahn für das Mailspiel anzulegen – ein höfisches Spiel, aus dem später Krocket und einige Varianten des Golfs hervorgingen. Eine Holzkugel wurde mit einem schweren Schlägel auf einer geraden Bahn zu einem Eisenbogen getrieben. Für einen guten Schlag brauchte man Schwung, deshalb erstreckte sich die Bahn von hier mehrere hundert Meter nach Norden.

Ihretwegen mussten mehrere einheimische Untertanen dem Kurfürsten im Jahr eintausendsiebenhundertzwei etwa zwei Hektar Eichenwald überlassen. Im März begann man, die hier stehenden Eichen zu fällen, im April wurde die Rodung fortgesetzt. An die Stelle fremder Parzellen trat eine gerade Spielbahn mit parallelen Alleen. Die vornehmen Teilnehmer mussten nicht einmal immer zu ihrer Kugel gehen: Auf den Querwegen brachte man sie in kleinen geschmückten Pferdekutschen dorthin.

Nach seiner Rückkehr aus dem Exil beschloss Max Emanuel, die Bahn mit einem eigenen Haus für die Spieler zu vollenden. Dem jungen Hofarchitekten Joseph Effner trug er auf, am südlichen Ende der Bahn einen zweigeschossigen Pavillon zu errichten. Hier konnten die Hofleute sich umkleiden, sich nach einer Partie ausruhen und zu Abend essen. Am sechzehnten Juli eintausendsiebenhundertneunzehn brachte man hier um neun Uhr abends erstmals ein Abendessen für die Hofgesellschaft herein – so vermerkte das Schlosstagebuch die Eröffnung des Gebäudes.

Der Name Pagodenburg bezieht sich nicht auf seine Form. Äußerlich errichtete Effner einen europäischen Barockpavillon ohne Staffelgeschoss und geschwungene Dächer. Ein Zeitgenosse nannte ihn wegen seiner Innenräume ein „indisches Haus“: An den Wänden und Decken vermischten die Künstler chinesische Figuren, europäische Ornamente und das, was man am Hof für indische und arabische Motive hielt. Mit dem Wort „Pagode“ bezeichnete man damals sowohl einen asiatischen Tempel als auch die Darstellung einer östlichen Gottheit. Gerade solche Figuren im Inneren gaben dem Pavillon seinen Namen.

Im Erdgeschoss sind blau-weiße niederländische Fliesen erhalten, die chinesisches Porzellan nachahmen. Oben befinden sich winzige Ruheräume mit schwarzer und roter Lackmalerei. Ihre Größe entspricht der Nutzung dieses Hauses: Einen großen Empfang verlegte man nicht hierher, sondern zog sich nur für kurze Zeit in kleiner Gesellschaft von der Spielbahn zurück.

Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts verwandelte der Gartenarchitekt Friedrich Ludwig von Sckell diesen Teil des regelmäßigen Parks in einen Landschaftspark. Er beseitigte die gerade Bahn für das Mailspiel; an der Stelle der Queralleen windet sich jetzt ein Bach, und an die Stelle des früheren ovalen Beckens mit Springbrunnen trat der kleine Pagodenburger See. Vom Spiel blieben der Pavillon, in dem die Teilnehmer sich umzogen und zu Abend aßen, und der Name, der von den Figuren an seinen Wänden stammt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktGroße Kaskade
Eintrittmit Ticket

Die Pagodenburg ist vom 1. April bis 15. Oktober täglich 9:00–18:00 geöffnet, im Winter geschlossen. Letzter Einlass und Kartenverkauf sind 30 Minuten vor Schließung. Eine mobile Rampe ist vorhanden, doch die hohe Schwelle bleibt; das Obergeschoss ist nur über eine schmale Treppe zugänglich.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das exotische Konzept entfaltet sich vor allem in den Innenräumen; von außen wirkt der Pavillon wesentlich zurückhaltender. Wenn Sie hineingelangen, gehen Sie langsam von Raum zu Raum: Ihre Wirkung beruht auf dem starken Wechsel von Farbe, Glanz und Maßstab.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Wenden Sie sich zur Parkmitte und gehen Sie zur breiten Großen Kaskade.

Stopp 7 von 8Weiter: Große Kaskade

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Nymphenburg: Schloss und Park“ — 8 Stopps, etwa 4,8 km, 2,5–3,5 Stunden.

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