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Schlossrondell

Schlossrondell

Hier wird ein nicht verwirklichtes Viertel zur Geschichte einer Produktion, die sich dennoch behauptete.

10 Min.
Barocker Halbkreis von Pavillons des Schlossrondells vor dem Schloss Nymphenburg.
GFreihalter · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Zehn Pavillons
  • Niedrige Verbindungsmauern
  • Nördliche Fassaden des Rondells
  • Wasserkanal

Die Geschichte des Ortes

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Im nördlichen Bogen des Halbkreises wird hinter den gleichmäßigen Fassaden weiter in der Nymphenburger Porzellanmanufaktur gearbeitet. Für sie wurden eigene Gebäude nahe dem Schloss vorbereitet, und das Wasser des Kanals trieb Maschinen an, die Quarz und Feldspat für die Porzellanmasse zerkleinerten. Als das künstlerische Porzellan in Verfall geriet, stellte man in denselben Werkstätten Laborgeschirr, Isolatoren und Hotelbecher her. Heute dreht der Kanal über eine kleine Turbine weiterhin die Trommeln und Rührwerke, in denen die Masse hergestellt wird.

Den Halbkreis vor dem Schloss bilden zehn Pavillons, die durch eine niedrige Mauer verbunden sind. Karl Albrecht (Kaiser Karl VII.) wies ihnen die Rolle des ersten Viertels von Carlstadt zu. Die Stadt entstand nicht, doch im Rondell brachte man Einrichtungen unter, ohne die eine Sommerresidenz nicht auskommen konnte: einen Gasthof, eine Gaststätte, eine Mühle und Wirtschaftsräume. Im nördlichen Teil wird seit mehr als zweieinhalb Jahrhunderten Porzellan hergestellt.

Der Sohn von Karl Albrecht (Kaiser Karl VII.), Kurfürst Maximilian III. Joseph, hoffte, eine eigene Produktion kostbarer Ware aufzubauen und die bayerischen Finanzen zu verbessern. Im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundvierzig eröffnete er eine Porzellanwerkstatt im Schloss Neudeck, in der Münchner Vorstadt Au. Die ersten Versuche verschlangen Geld, doch die Handwerker wussten nicht, wie sie dauerhaft hochwertiges Porzellan herstellen konnten. Der Kurfürst stellte die Finanzierung ein.

Die Manufaktur rettete Graf Sigmund von Haimhausen, Leiter des Münz- und Bergamts, der sich dafür einsetzte, dass Bayern eigenes Porzellan bekam. Er investierte beinahe zehntausend Gulden aus eigenen Mitteln in die Versuche und stellte Joseph Jakob Ringler ein, einen Spezialisten für die Zusammensetzung der Porzellanmasse und das Brennen. Im Jahr eintausendsiebenhundertvierundfünfzig gelang Ringler eine kontrollierbare Produktion echten Hartporzellans. Der Kurfürst interessierte sich erneut für das Unternehmen, Hofaufträge kamen hinzu, und die Werkstatt begann zu wachsen.

In Neudeck wurde es ihr zu eng. Im Jahr eintausendsiebenhunderteinundsechzig ordnete Maximilian IV. Joseph an, die Produktion in eigens vorbereitete Gebäude des nördlichen Rondells zu verlegen. Hier waren die wichtigsten Auftraggeber nahe – der Hof und der Kurfürst –, und das Wasser des Würmkanals konnte die Mühlen antreiben, die Quarz und Feldspat zerkleinerten. Haimhausen leitete die Manufaktur bis zu seinem Tod im Jahr eintausendsiebenhundertdreiundneunzig; in dieser Zeit wurde Nymphenburger Porzellan weit über Bayern hinaus bis nach Venedig verschickt.

Bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war die künstlerische Produktion in Verfall geraten. Man stellte sie ein, und die Werkstätten wechselten zu Laborgeschirr, Isolatoren, Sanitärwaren und robusten Bechern für Hotels. Die alten Modelle waren schlecht erhalten, einige Zusammensetzungen von Masse und Glasur hätten neu rekonstruiert werden müssen.

Im Jahr eintausendachthundertachtundachtzig pachtete der Kaufmann Albert Bäuml die Manufaktur, weil er ihr künstlerisches Porzellan zurückbringen wollte. Er investierte in die Ausstattung, holte Handwerker und suchte in Museen, Privatsammlungen und bei Antiquitätenhändlern nach alten Nymphenburger Stücken. Gekaufte Tassen, Schalen und Figuren dienten als Vorlagen, um verlorene Formen wiederherzustellen. Die von ihm zusammengetragene Sammlung wurde zur Grundlage des heutigen Museums für Nymphenburger Porzellan, und das durch diese Suche entstandene Modellarchiv wird von den Handwerkern bis heute genutzt.

Bäuml leitete die Produktion hier bis zu seinem Tod im Jahr eintausendneunhundertneunundzwanzig, danach führten seine drei Söhne das Unternehmen fort. Hinter den nördlichen Fassaden des Rondells arbeitet die Manufaktur noch immer. Das Wasser desselben Kanals dreht über eine kleine Turbine Mahlwerkstrommeln und Rührwerke, in denen die Porzellanmasse hergestellt wird.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktSchloss Nymphenburg
Eintrittvon außen

Das Rondell kann kostenlos von außen besichtigt werden. In den kleinen Häusern gibt es keine eigene Besucherausstellung; ein Teil der Gebäude wird dienstlich oder privat genutzt, planen Sie daher keinen Zutritt ins Innere ein.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Gehen Sie nicht sofort zum zentralen Eingang: Folgen Sie ein Stück dem Bogen und beobachten Sie, wie sich das Panorama verändert. Die Wohn- und Dienstgebäude lassen sich am besten als einheitliches Ensemble lesen, ohne die geschlossenen Höfe zu betreten.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie durch den Ehrenhof zum Mittelbau.

Stopp 2 von 8Weiter: Schloss Nymphenburg

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Nymphenburg: Schloss und Park“ — 8 Stopps, etwa 4,8 km, 2,5–3,5 Stunden.

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