Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Mittelbau
- Verbindende Galerien
- Seitenflügel
- Lange gestufte Fassade
Die Geschichte des Ortes
Die lange Fassade entstand um ein kleines Sommerhaus, in das die Kurfürstenfamilie mit einem Teil des Hofes im Sommer zog. Sein Kern war ein hoher Mittelbau; daneben lagen ein regelmäßiger Garten und Wirtschaftsgebäude. Später fügte man verbindende Galerien, Wohnpavillons und Seitenflügel hinzu, sodass das alte Sommerhaus heute in einer großen Schlossanlage verborgen ist.
Dieses Schloss entstand aus der Sorge, wer Bayern erben würde. Henriette Adelaide von Savoyen war vierzehn Jahre alt, als sie mit dem bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria verheiratet wurde. Die Ehe verband zwei Herrscherfamilien, und die Stellung der jungen Kurfürstin an einem fremden Hof hing von der Fortführung der Dynastie ab.
Acht Jahre später wurde die Tochter Maria Anna geboren. Für die Familie war sie ein willkommenes Kind, doch der Hof wartete weiterhin auf einen Sohn als Erben. Henriette Adelaide ließ sich an den Quellen von Bad Heilbrunn behandeln und gelobte dem heiligen Kajetan: Wenn ein Junge geboren würde, sollte in München eine dem Heiligen geweihte Kirche errichtet werden. Sie suchte zugleich Hilfe bei Ärzten und bei einem himmlischen Schutzpatron.
Am elften Juli sechzehnhundertzweiundsechzig gebar Henriette Max Emanuel, den späteren Kurfürsten. Die Eheleute erfüllten das Gelübde und begannen mit dem Bau der Theatinerkirche St. Kajetan. Ferdinand Maria bereitete seiner Frau noch ein weiteres Geschenk: Er kaufte westlich von München das Gut Kemnat und übergab es Henriette. Damals brauchte man etwa zwei Stunden, um durch offene Felder hierher zu gelangen.
Henriette gab hier einen Landsitz nach dem Vorbild von Villen in Auftrag, die sie aus ihrer Kindheit in der Umgebung von Turin kannte. Im Sommer konnte die Familie des Kurfürsten mit einem Teil des Hofes hierher kommen. Der erste Palast nahm den heutigen Mittelbau ein: ein hoher kubischer Pavillon, daneben ein kleiner geometrischer Garten und Wirtschaftsgebäude.
Der Name „Nymphenburg“ bedeutet „Burg der Nymphen“. Wer ihn genau erfand, lässt sich anhand der Dokumente nicht feststellen. Vielleicht war es Henriette selbst; vielleicht ihre Mutter Christine von Frankreich, die von ihrer Tochter gebeten worden war, einen Namen für die neue Residenz auszuwählen. Bis sechzehnhundertfünfundsiebzig erschien der Name bereits in der Korrespondenz. Die Nymphen verwiesen hier auf die Natur eines ländlichen Rückzugsorts, nicht auf Mitglieder der bayerischen Familie.
Im Jahr sechzehnhundertneunundsiebzig erbte Max Emanuel den Thron. Ab siebzehnhunderteins begann er, die kleine Residenz zu erweitern, die seiner Mutter zu seiner Geburt geschenkt worden war: Er ließ den Mittelbau durch Galerien mit neuen Wohnpavillons verbinden. Die folgenden Generationen setzten den Bau fort, und Henriettes Sommerhaus geriet in die Mitte einer langen Schlossfassade.
Der Mittelbau vor dem Hof ist ihr Nymphenburg. Die Galerien und die stufenweise angeordneten Seitenflügel entstanden auf Befehl des Sohnes, zu dessen Geburt Ferdinand Maria hier einst das Gut gekauft hatte.
Praktisch vor Ort
Das Schloss ist vom 1. April bis 15. Oktober täglich 9:00–18:00 Uhr, vom 16. Oktober bis 31. März täglich 10:00–16:00 Uhr geöffnet. Letzter Einlass und Kartenverkauf sind 30 Minuten vor Schließung. Geschlossen am 1. Januar, am Faschingsdienstag sowie am 24., 25. und 31. Dezember. Das Lackkabinett ist bis Herbst 2026 wegen Restaurierung geschlossen; die übrigen Prunkräume sind als geöffnet angegeben.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von außen lässt sich das Wachstum des Schlosses von einem kleinen Kern zu einem langen Ensemble gut ablesen. Der Große Saal, die königlichen Zimmer und die Porträtgalerie sind nur bei einer Besichtigung der Innenräume zugänglich; informieren Sie sich vorab, welche Räume geöffnet sind.
