Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Goldene Skulpturengruppe
- Weizengarbe
- Lederjacke des Traktoristen
- Pavillon Nr. 1 „Zentraler“ in der Öffnung des Bogens
Die Geschichte des Ortes
Die ehemaligen Haupttore sind weiter nördlich erhalten geblieben und dienen nun als Nordeingang. Den neuen Bogen errichtete man auf der Mittellinie des Ausstellungensembles, wobei man die künftige Metrostation und den Menschenstrom aus der Stadt bereits berücksichtigte. Die Größe der Hauptdurchfahrt bestimmte die Fernperspektive: Der Pavillon Nr. eins „Zentraler“ passt vollständig in die Öffnung des Bogens. Von hier führt eine gerade Kette von Plätzen und Alleen tiefer in die Ausstellung hinein.
Das goldene Paar über dem Bogen wird oft für die berühmte Skulptur „Arbeiter und Kolchosbäuerin“ gehalten. Hier sind jedoch andere Menschen dargestellt. Der Mann ist Traktorist: Er trägt eine schwere Lederjacke und eine Schutzbrille. Gemeinsam mit der Kolchosbäuerin hebt er eine Weizengarbe empor.
Die Vorgängerin dieses Paars erschien im Jahr neunzehnhundertneununddreißig auf der Allunions-Landwirtschaftsausstellung. Damals standen die Figuren auf einem fünfzig Meter hohen Turm nahe dem Pavillon Nr. eins „Zentraler“. Der Mann stützte die Garbe mit einer Hand und legte die andere der Frau um die Taille. Das Emblem wurde auf Eintrittskarten und Plakaten gedruckt: Die Besucher empfing ein beinahe familiäres Paar, das die eingebrachte Ernte präsentierte.
Nach dem Krieg beschlossen die Organisatoren, die Ausstellung erneut zu eröffnen. Am zwölften Juli neunzehnhundertneunundvierzig verfügte das Hauptausstellungskomitee, den Haupteingang zu verlegen. Die alten Tore lagen weiter nördlich und erschienen dem Komitee nicht feierlich genug. Den neuen Standort wählte man auf der Mittellinie des gesamten Ensembles, von der Jaroslawler Chaussee her – so hieß damals dieser Abschnitt des heutigen Prospekt Mira. Hier berücksichtigte man bereits die künftige Metrostation und den Menschenstrom aus der Stadt. Die früheren Haupttore wurden danach zum Nordeingang.
Den geschlossenen Wettbewerb gewann der Architekt Innokenti Meltschakow, der den Beginn des Spaziergangs in einen Triumphbogen der Nachkriegszeit verwandeln sollte. Die Höhe der zentralen Durchfahrt berechnete man so, dass der Pavillon Nr. eins „Zentraler“ vollständig durch sie sichtbar ist. Hier beginnt auch die gerade Abfolge von Plätzen und Alleen: Der Bogen gibt der gesamten Route im Voraus ihre Richtung vor.
Den Turm mit dem alten Emblem baute man ab. Die alten Figuren wurden nicht versetzt: Für den Gipfel des neuen Bogens schuf der Bildhauer Sergej Orlow eine andere Version des vertrauten Motivs. Orlow kam aus der Keramik zur monumentalen Bildhauerei. Er arbeitete im Labor des Moskauer Keramikmuseums und kooperierte mit der Dmitrower Porzellanfabrik; sein übliches Material waren zuvor kleine Figuren in Serienproduktion gewesen, die auf einen Tisch oder in eine Vitrine passten.
Hier sollte Orlow die Menschen auf eine Höhe von zweiunddreißig Metern heben. Er nahm die Hand des Mannes von der Taille der Frau und ließ den Traktoristen die Garbe mit beiden Händen halten. Er fügte Arbeitsbrille und schwere Kleidung hinzu. Die Komposition wurde von dreizehn Metern auf acht Meter fünfundsechzig Zentimeter verkleinert, doch die Geste wurde angespannter: Beide Menschen beschäftigen sich nun mit einer einzigen Last.
Orlow schlug vor, die Betonfiguren mit goldener Smalte zu verkleiden – Stückchen undurchsichtigen Glases in verschiedenen Farbtönen. Sie wurden in Richtung der Falten der Kleidung verlegt, deshalb half die Farbe, das Volumen von unten zu unterscheiden. Die Garbe selbst machte man leichter: Sie wurde aus Kupferblechen getrieben und vergoldet.
Bis zum Jahr neunzehnhundertsiebzehn war der Beton rissig geworden, ein Teil der Smalte abgefallen, und die Garbe hatte ihre Vergoldung fast vollständig verloren. Die Restauratoren untersuchten die gesamte Oberfläche, trugen die Schäden in detaillierte Karten ein und bewahrten so viel altes Glas, wie dessen Zustand zuließ. In den Falten der Kleidung liegen bis heute helle und dunkle Smaltestücke aus dem Jahr neunzehnhundertvierundfünfzig; die Fehlstellen wurden nach dem früheren Muster ergänzt, und die Kupfergarbe darüber wurde erneut vergoldet.
Praktisch vor Ort
Täglich vom Gelände aus zugänglich, 00:00–23:59.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Bogen zunächst aus der Ferne und gehen Sie dann näher an die Säulen heran: Die obere Komposition ist in ihrer Gesamtsilhouette besser zu erkennen, die Berufe dagegen aus geringem Abstand.
