Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Drei überdachte Galerien
- Zentraler Brunnen mit achteckigem Fundament
- Glasdächer
Die Geschichte des Ortes
Unter den Glasdächern ziehen sich drei lange Galerien hin: Früher standen in jeder Kaufmannsläden, und heute liegen wieder einzelne Handelshäuser nebeneinander. Der Handel verschwand hier für lange Zeit, als die Räume Ministerien und Behörden überlassen wurden und man den Eingang vom Roten Platz verschlossen hielt. Das Gebäude wollte man zweimal für Hochhausprojekte beseitigen, doch beide Vorhaben blieben auf dem Papier. Am zentralen Brunnen fällt das achteckige Fundament auf: Das runde Becken entstand noch vor der Revolution, seine heutige Form erhielt es durch einen späteren Umbau.
Am vierundzwanzigsten Dezember neunzehnhundertdreiundfünfzig bildete sich am Eingang von der Nikolskaja-Straße her eine riesige Schlange. Milizstreifen hielten die Menschen zurück, die wegen Kleidung, Schuhen, Stoffen und Geschirr gekommen waren. Im Inneren eröffneten einhundertsiebenundvierzig Verkaufsabteilungen mit Zehntausenden Warenbezeichnungen. Noch vier Monate zuvor hatten hier Schreibtische staatlicher Einrichtungen gestanden.
Vor der Revolution hieß das Gebäude Obere Handelsreihen. Kaufleute handelten in einzelnen Läden entlang dreier überdachter Galerien. Die Buchstaben „GUM“ erschienen erstmals im Dezember neunzehnhunderteinundzwanzig, als Wladimir Lenin die Verordnung über das Staatliche Universalwarenhaus unterzeichnete. Nach dem Verbot des freien Handels und schwerem Warenmangel führten die Bolschewiki die Neue Ökonomische Politik ein und ließen Verkäufer wieder in die Handelsreihen.
Im Jahr neunzehnhundertdreißig schloss Josef Stalin das GUM. Ministerien und Behörden nahmen die Galerien in Besitz, der Eingang vom Roten Platz wurde verschlossen. Das Gebäude sollte zweimal abgerissen werden: zunächst für ein Hochhaus des Volkskommissariats für Schwerindustrie, dann für eines der Moskauer Nachkriegshochhäuser. Beide Projekte blieben auf dem Papier.
Nach Stalins Tod setzte sich der Vorsitzende des Ministerrats, Georgi Malenkow, für eine Steigerung der Produktion von Gütern des täglichen Bedarfs ein. Am zwanzigsten August neunzehnhundertdreiundfünfzig unterzeichnete er einen Beschluss, den Handel hierher zurückzubringen. Zum Verantwortlichen wurde der Minister für Innen- und Außenhandel Anastas Mikojan ernannt. Sein Name stand im Dokument neben einer genauen Frist: Das Geschäft sollte spätestens am ersten November eröffnen. Die Einrichtungen wurden angewiesen, die Räume innerhalb von zehn Tagen zu räumen.
Mikojan plante das Geschäft ganz anders als die vorrevolutionären Ladenbesitzer. Im Jahr neunzehnhundertsechsunddreißig war er in die Vereinigten Staaten gereist, um die Lebensmittelproduktion und die Organisation des Handels zu studieren. Amerikanische Warenhäuser beeindruckten ihn mit großen Abteilungen, technischen Einrichtungen und Aufmerksamkeit für den Komfort der Käufer. Nun richtete man in den alten Galerien statt vieler unabhängiger Läden einheitliche Abteilungen mit Kassen am Ausgang, einen Vorführsaal und Verkaufsausstellungen ein.
Mikojan verfehlte die gesetzte Frist um fast zwei Monate. Der Umbau wurde am einundzwanzigsten Dezember abgeschlossen, und drei Tage später öffneten sich die Türen. Ins GUM brachte man die besten Waren, die sowjetische Betriebe liefern konnten. Gerade ihre Seltenheit versammelte die Schlange am Eingang zur Nikolskaja-Straße: Die gefüllten Ladentheken lagen hier vor der alltäglichen Versorgung des größten Teils des Landes.
Seit neunzehnhundertzweiundneunzig ist das Geschäft nicht mehr staatlich, auch wenn die alte Abkürzung als Name erhalten blieb. In den Galerien arbeiten wieder einzelne Handelshäuser. Von Mikojans Umbau blieb die Form des zentralen Brunnens: Das ursprüngliche runde Becken entstand noch vor der Revolution, das achteckige Fundament erhielt es beim Umbau im Jahr neunzehnhundertdreiundfünfzig.
Praktisch vor Ort
Täglich von 10:00 bis 22:00; Eintritt frei.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Hauptidee lässt sich vom Platz aus verstehen, doch innen sind der Aufbau der Passage und die Bewegung zwischen den Ebenen besser zu erkennen. Gehen Sie nur hinein, wenn Sie auf einen belebten Raum und eine zusätzliche Pause eingestellt sind.
