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Chalet du Mont-Royal

Chalet du Mont‑Royal

Diese Station zeigt, wie ein kommunaler Bau erst nach seiner Fertigstellung nach einer Nutzung suchte.

20 Min.
Steingebäude des Chalet du Mont-Royal mit Balustrade vor blauem Himmel.
Jakob von Raumer · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Steinfassade
  • Hölzerne Fachwerke
  • Historische Gemälde
  • Alte Karten

Die Geschichte des Ortes

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Hinter der Steinfassade auf dem Gipfel des Mont Royal befindet sich ein großer Parkpavillon, der für den ganzjährigen Betrieb ausgelegt ist. Er ersetzte drei beengte Sommerpavillons an der Aussichtsplattform, und der Saal im Inneren war von Anfang an für tausend Personen gedacht. Hölzerne Fachwerke tragen die Decke, und rings um den Saal hängen bis heute elf Szenen aus der kolonialen Vergangenheit von Montréal, vermischt mit sechs alten Karten. Heute erholen sich hier Parkbesucher, und der große Saal bleibt außerdem für städtische Zeremonien und offizielle Empfänge reserviert.

Im Sommer neunzehnhundertzweiunddreißig stand das steinerne Chalet bereits auf dem Mont Royal. Im Inneren hingen siebzehn riesige Gemälde, über dem Saal erhoben sich hölzerne Fachwerke, und an der Wand stand ein gemauerter Kamin. Doch die Türen blieben verschlossen: Die Stadt hatte das Gebäude fertiggestellt und noch nicht entschieden, wofür sie es öffnen sollte.

Der Auftrag ging von Bürgermeister Camillien Houde aus. Während der Große Depression setzte er sich für große kommunale Bauprojekte ein, damit Arbeitslose bezahlte Arbeit erhielten. An der Stelle von drei beengten Sommerpavillons an der Aussichtsplattform errichteten die Bauarbeiter einen Raum, der das ganze Jahr über genutzt werden konnte. In den ersten Entwürfen wurde er als Restaurant bezeichnet. Der Architekt Aristide Beaugrand-Champagne sah einen Saal für tausend Personen vor – daher die für ein „Chalet“ seltsame Größe. In diesem Fall bedeutet Chalet einen Parkpavillon, nicht ein Landhaus.

Beaugrand-Champagne war außerdem Amateurhistoriker. Er überzeugte die Stadt, die Wände nicht leer zu lassen, und entwarf für sie eine Erzählung über Montréal zur Zeit der französischen Kolonie. Städtische Beamte schlossen Verträge mit dreizehn Künstlern. Für eine historische Szene zahlte man vierhundert Dollar. Der junge Paul-Émile Borduas, den die Wirtschaftskrise dazu zwang zu entscheiden, ob er weiter von der Malerei leben könne, erhielt auf einmal sechs Aufträge: Er sollte alte Karten malen. Für alle sechs standen ihm sechshundert Dollar zu.

Den Arbeitern brachte der Bau Verdienst, den Künstlern bezahlte Aufträge. Den Einwohnern blieb ein fertiges Gebäude hinter Schloss und Riegel. Die Zeitung The Standard nannte es „einen weißen Elefanten auf dem Gipfel des Berges“ und eine städtische Tragödie. Der Kritiker empörte sich besonders über die teuren Gemälde, obwohl er sogar ihre Größe falsch bestimmte: Die Leinwände waren viel größer, als er geschrieben hatte.

Die städtischen Beamten erwogen noch ein Jahr lang verschiedene Nutzungen. Man schlug vor, das Chalet in ein Naturmuseum des Mont Royal zu verwandeln. Stattdessen begann man, es nach und nach für Skifahrer, Empfänge und Sommerveranstaltungen zu öffnen, und im Sommer neunzehnhundertvierunddreißig richtete man es schließlich für die dauerhafte Nutzung ein.

Dieser Kompromiss gilt bis heute. Im Chalet erholen sich Parkbesucher, doch der große Saal wird auch für städtische Zeremonien, offizielle Empfänge und Veranstaltungen von gesamtstädtischer Bedeutung freigehalten; eine gewöhnliche Hochzeit darf hier nicht stattfinden. An den Wänden ist der gesamte Auftrag von Beaugrand-Champagne erhalten: elf historische Szenen und sechs Karten von Borduas, die zwischen ihnen rings um den Saal angeordnet sind.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktChemin Olmsted und das Kreuz
Eintrittfrei zugänglich

Täglich 08:00–20:00; die Toiletten schließen um 19:30; geprüft am 2026-06-29.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wenn der Saal geöffnet ist, lassen Sie Ihre Augen sich erst an das Innere gewöhnen, bevor Sie wieder auf die Stadt blicken. Ist der Eingang geschlossen, betrachten Sie die schwere Fassade und ihr bewusst altertümliches Erscheinungsbild genau.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie das Chalet hinter sich und gehen Sie in den langen Kurven der Straße zum Kreuz.

Stopp 2 von 7Weiter: Chemin Olmsted und das Kreuz

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Mont Royal und Golden Square Mile“ — 7 Stopps, etwa 3,1 km, 3–4 Stunden.

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