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Mercado del Puerto

Mercado del Puerto

Die Handelshalle erklärt, wie die Versorgung des Hafens Restaurants Platz machte, ohne ihr Eisengerüst zu verlieren.

20 Min.
Fassade des Mercado del Puerto in Montevideo.
Felipe Restrepo Acosta · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Eisenbögen
  • Steinfassaden
  • Restauranttheken
  • Grillroste der Parrillas

Die Geschichte des Ortes

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Am Ufer der Bahía de Montevideo befand sich zunächst Baño de los Padres, „Bad der Väter“: Franziskanermönche gingen dorthin baden. Als das Grundstück für die Handelshalle vorgesehen wurde, setzte man über dem Mauerwerk ein Eisengerüst aus in Liverpool gegossenen Teilen zusammen. Breite Bögen befreiten die Reihen von dicht stehenden steinernen Pfeilern. Die steinernen Fassaden verbergen diese Konstruktion von der Straße aus, doch unter dem Dach hält sie noch immer den offenen Raum des alten Marktes.

Unter dem Eisendach arbeiten Restaurants und Parrillas – Lokale mit offenen Grillrosten zum Braten von Fleisch. Ursprünglich verkaufte man hier rohe Lebensmittel. Der Name „Mercado del Puerto“ war wörtlich zu verstehen: Händler versorgten Schiffe in der Bahía de Montevideo sowie wohlhabende Familien, die sich am Hafen niederließen, mit Fleisch, Gemüse und Obst.

Diesen Markt hätte es vielleicht nicht gegeben, wenn der spanische Kaufmann Pedro Sáenz de Zumarán nicht auf dem anderen Ufer des Río de la Plata einen günstigen Standort für sein Geschäft verloren hätte. Er handelte im Großhandel und kam im Jahr achtzehnhundertneununddreißig nach Buenos Aires, um eine Niederlassung einer großen Firma aus Málaga zu eröffnen. Sieben Jahre später blockierten britische und französische Schiffe Buenos Aires. Sáenz de Zumarán verlegte sein Handelshaus nach Montevideo und bestritt seinen Lebensunterhalt weiterhin mit der Lieferung großer Warenpartien.

Bis zur Mitte der sechziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts kamen die städtischen Märkte mit dem wachsenden Handel nicht mehr zurecht. Sáenz de Zumarán gründete eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von dreihundertneuntausend Pesos – sechshundertachtzehn Aktien zu je fünfhundert Pesos. Die Teilhaber kauften unmittelbar an der Bahía de Montevideo ein Grundstück an einem Ort namens Baño de los Padres, „Bad der Väter“: Früher gingen Franziskanermönche an diesem Ufer baden.

Die Unternehmer wollten eine große Halle ohne einen Wald aus steinernen Stützen erhalten, die die Marktstände behindert hätten. Dem englischen Ingenieur R. H. Mesures wurde die Berechnung des Eisengerüsts übertragen. Er überwachte den Guss der Teile in einem Werk in Liverpool und kam dann mit Handwerkern nach Montevideo, die die Konstruktion über dem Mauerwerk des französischen Baumeisters Eugenio Penot zusammensetzten.

Gerade daraus entstand die Legende, Sáenz de Zumarán habe das Gerüst eines Bahnhofs, das nach einem Schiffbruch zufällig in Montevideo gelandet war, günstig erworben. Die Dokumente besagen das Gegenteil: Mesures bestellte diese Teile für den Markt und überwachte ihre Herstellung selbst. Die Eisenbögen waren kein Fundstück, sondern die riskanteste Entscheidung des Projekts – in Südamerika kannte man vergleichbare Bauten kaum.

Am zehnten Oktober achtzehnhundertachtundsechzig eröffnete Sáenz de Zumarán den Markt; am folgenden Tag ließ man die Käufer hinein. Sein Großhandelshaus bestand noch weitere sieben Jahre, und die von ihm gegründete Handelsgesellschaft erhielt ein Gebäude, das man für einen der größten Märkte des Kontinents hielt.

Der Übergang von Lebensmittelständen zu den heutigen Theken begann in denselben Reihen. Im Jahr achtzehnhundertsechsundachtzig eröffnete Juan Roldós hier einen Gemischtwarenladen. Mehr als vierzig Jahre lang verkaufte er alles, was die Kundschaft des Hafens benötigte. Im Jahr neunzehnhundertdreißig machten die Eigentümer aus dem Laden eine Bar und behielten den alten hölzernen Tresen bei. Als weitere Lebensmittelstände frei wurden, eröffneten neue Besitzer darin Parrillas und Restaurants. Das Lokal Roldós bestand bis zum Jahr zweitausenddreiundzwanzig.

Von außen ist das Eisengerüst hinter steinernen Fassaden verborgen. Im Inneren überspannt es noch immer die ehemaligen Fleisch- und Gemüsereihen – genau unter ihnen stehen jetzt Restauranttheken und die Grillroste der Parrillas.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktHafenrand und Edificio Central de la Dirección Nacional de Aduanas
Eintrittvor Ort

Der Komplex und die Restaurants sind täglich geöffnet, doch die Öffnungszeiten einzelner Lokale unterscheiden sich. Zum Essen ist es zuverlässiger, am späten Vormittag, zum Mittagessen oder am frühen Abend zu kommen und das jeweilige Lokal zu prüfen.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Sie können wegen der Architektur hineingehen, ohne Essen zu bestellen. Halten Sie Abstand zu Kellnern und heißen Grills; wenn Sie empfindlich auf Rauch reagieren, hören Sie die Erzählung näher am Ausgang.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Hafenrambla hinaus und weiter zum Zollturm.

Stopp 8 von 9Weiter: Hafenrand und Edificio Central de la Dirección Nacional de Aduanas

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Ciudad Vieja: von der Ciudadela de Montevideo zum Puerto de Montevideo“ — 9 Stopps, etwa 2,3 km, 2 Std. 30 Min..

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