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Coop's Shot Tower im Melbourne Central

Hier erklärt ein Produktionsfehler die Höhe des Turms, der später in einen Einkaufskomplex eingebaut wurde.

15 Min.
Blick nach oben auf Coop's Shot Tower im Melbourne Central.
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Worauf achten

  • Der gemauerte Schaft des Turms
  • Der Glaskegel
  • Die unteren Räume des Turms

Die Geschichte des Ortes

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Für Jagdpatronen und als Schiffsballast stellte man hier Schrot her, winzige Kugeln aus Blei. Der gemauerte Turm im Glaskegel diente dafür als hoher Arbeitsschacht. Ein Arbeiter brachte Bleibarren nach oben, schmolz sie und goss sie durch ein Sieb. Über dreizehn Stockwerke wurden die Tropfen rund und kühlten teilweise ab, fielen dann in ein Wasserbecken, und das Schrot wurde getrocknet, sortiert und verpackt.

Im Jahr eintausendachthundertfünfundfünfzig kam der Klempner James Coop in das vom Goldrausch erfasste Melbourne. Er verdiente an dem, was die wachsende Stadt unabhängig vom Glück auf den Goldfeldern brauchte: Er verkaufte Rohre, Bleiblech und Zubehör für Wasserleitungen. Dreizehn Jahre später verlegte Coop seine Werkstatt in die Gasse Knox Place – heute verläuft sie innerhalb des Einkaufskomplexes Melbourne Central.

Gegen Ende der achtzehnhundertachtziger Jahre leitete sein Sohn Walter Coop, ein Hersteller von Bleiwaren, das Unternehmen und beschloss, hier die Produktion von Schrot einzurichten. Der englische Name des Turms bedeutet „Coop's Shot Tower“: Coop ist der Nachname der Eigentümer, und mit dem Wort „shot“ bezeichnete man kleine Bleikugeln.

Zum wichtigsten Teil der Produktion machte Walter den freien Fall des geschmolzenen Metalls. Zunächst erhöhte man den Turm auf etwa vierundzwanzig Meter. Versuche zeigten, dass diese Höhe nicht ausreichte: Die Tropfen hatten nicht genug Zeit, sich in brauchbares abgekühltes Schrot zu verwandeln. Coop musste das Bauwerk nahezu verdoppeln. So entstand über der Familienwerkstatt ein fünfzig Meter hoher gemauerter Schaft.

Ein Arbeiter stieg über dreihundert Stufen hinauf und zog die Bleibarren mit einem Flaschenzug hinter sich her. Das Metall wurde geschmolzen und durch ein Sieb gegossen. Die Tropfen fielen dreizehn Stockwerke tief, wurden rund und erstarrten teilweise, bevor sie in ein Wasserbecken gelangten. Anschließend harkte man das Schrot heraus, trocknete es, sortierte es nach Größe und verpackte es für Jagdpatronen oder als Schiffsballast. Misslungene Kugeln schickte man wieder hinauf und schmolz sie erneut ein.

Walters Berechnung ging auf. Schon nach einigen Jahren produzierte man hier etwa sechs Tonnen Schrot pro Woche. Die Familie erwarb einen weiteren Schrotturm in Clifton Hill und wurde zum größten Schrotproduzenten der Südhalbkugel. Vier Generationen der Coops stellten auf diesem Grundstück Bleiwaren her, bis die Familie die Produktion im Jahr eintausendneunhundertsechzig einstellte.

Als die Architekten mit der Planung des Melbourne Central begannen, musste der geschützte Turm an seinem Platz bleiben. Der japanische Architekt Kishō Kurokawa setzte ihn unter einen zwanzigstöckigen Glaskegel, und im Jahr eintausendneunhunderteinundneunzig eröffnete der Einkaufskomplex rund um die frühere Fabrik. Heute befinden sich in den unteren Räumen Geschäfte, und im zweiten Stock wurde ein kleines Museum zur Schrotproduktion eingerichtet. Darüber ragen weiterhin genau jene fünfzig Meter Mauerwerk auf, die Walter Coop nach den misslungenen Versuchen mit dem ersten, zu niedrigen Turm erhielt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktState Library Victoria
Eintrittvon außen

Der Turm ist im Melbourne Central sichtbar; der Zugang hängt von den Öffnungszeiten des Einkaufszentrums und des Shot Tower Museum ab.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Besichtigen Sie den Turm von den öffentlich zugänglichen Ebenen des Zentrums aus; ob Sie den Museumsteil betreten können, prüfen Sie gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Swanston Street hinaus und zur breiten Treppe der Bibliothek.

Stopp 3 von 8Weiter: State Library Victoria

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Nördliches Zentrum von Melbourne: Markt, Arbeit und öffentliche Orte“ — 8 Stopps, 3 km, 2–3 Stunden.

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