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Rahba Kedima

رحبة القديمة

Ein Familienladen zeigt, wie der lokale Handel auf touristische Käufer ausgerichtet wurde.

12 Min.
Rahba Kedima mit ausgelegten Waren und dem offenen Bereich des Platzes.
Jakub Hałun · CC BY 4.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Der dreieckige Platz
  • Kräuterläden
  • Körbe
  • Strohhüte

Die Geschichte des Ortes

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„Rahba“ bezeichnet im marokkanischen Sprachgebrauch einen offenen Getreidemarkt, „Kedima“ bedeutet alt. Schon unter den Almoraviden kamen Händler aus Berg- und Wüstenregionen hierher. Sie brachten Weizen, Gerste, Lebensmittel und Tierfutter. Der Markt benötigte freien Platz für Säcke und Lasttiere. Er lag damals östlich von Qasr al-Hajar – dem Steinernen Palast der ersten Herrscher von Marrakesch, der heute nicht mehr existiert. Dies war die erste Getreide-Rahba der Stadt; ihr Alter blieb im Namen erhalten.

Das offene Dreieck, das heute von Verkaufsständen eingenommen wird, entstand durch eine ganz konkrete Entscheidung als öffentlicher Platz. Im Jahr neunzehnhundertsechsunddreißig schlug eine kommunale Kommission vor, ein Grundstück zu enteignen, das in den Dokumenten ebenfalls Rahba Kedima hieß. Das Grundstück gehörte einem Habous: So bezeichnete man Besitz, dessen Erträge für religiöse oder wohltätige Zwecke bestimmt waren. Eine gewöhnliche Anordnung eines Beamten reichte nicht aus, um es der Stadt zu übertragen.

Am neunzehnten März genehmigte die Kommission das Projekt. Im Juni führte die Verwaltung eine einmonatige Untersuchung durch. Anschließend verlieh der Großwesir Mohammed el-Mokri, der höchste Würdenträger beim Sultan, der Entscheidung Gesetzeskraft: Das Grundstück sollte zur Anlage eines Platzes enteignet werden. Am achtundzwanzigsten Oktober bestätigte der französische Generalresident Charles Noguès den Erlass zur Ausführung, und die Arbeiten wurden den städtischen Diensten übertragen. So ging der alte Handelsname auf einen amtlich geschaffenen öffentlichen Raum über. Im Erlass selbst finden sich weder die Namen der früheren Nutzer des Grundstücks noch Angaben dazu, wie sie die Enteignung aufnahmen.

Neun Jahre später befand sich am Rand des Platzes bereits ein Kräuterladen, der der Familie von Jamal gehörte. Er arbeitete dort seit seiner Kindheit. Ein verkümmertes Bein verschloss ihm viele Erwerbsmöglichkeiten, und der Familienhandel wurde zu einem Einkommen, das er behalten konnte. Nach dem Tod seines Großvaters erbte Jamal den Laden gemeinsam mit seinem Vater.

Um die Jahrtausendwende beschloss Jamal, auf Besucher zu setzen: Ein Tourist ließ mehr Geld da als ein örtlicher Käufer. Am Eingang stellte er zwei Helfer auf, die mehrere Sprachen sprachen. Sie boten Safran, Minze, Arganöl, Moschus und fertige Gewürzmischungen an. Der Vater saß weiter hinten im Laden und bediente weiterhin Einwohner von Marrakesch, die wegen der gewohnten Mittel kamen.

Der Vater weigerte sich, Geld für die Erneuerung des Ladens auszugeben. Die Dosen wurden staubig, ein Teil der Ware wurde kaum geöffnet. Gerade dieser Anblick überzeugte viele Besucher, dass sie einen „echten“ Kräuterhändler gefunden hatten. Mitte der zweitausender Jahre machten Touristen etwa drei Viertel von Jamals Kunden aus; die alten Regale halfen dabei, eine neue Version des Familiengeschäfts zu verkaufen.

Die Nummer des Ladens ist in der Feldnotiz nicht angegeben, und es lässt sich nicht behaupten, dass Jamals Familie hier noch immer handelt. Entlang des heutigen Platzes stehen weiterhin Kräuterhändler mit Safran, Minze, Ölen und Mischungen, während die Mitte von Verkäufern von Körben und Strohhüten eingenommen wird. Unter ihren Ständen liegt weiterhin das Grundstück, das Händler mit Getreide füllten und das Mohammed el-Mokri durch seinen Erlass für die Stadt sicherte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
Nächster PunktMouassine-Brunnen
Eintrittfrei zugänglich

Der Platz und die Durchgänge sind als Teil des Stadtgefüges zugänglich; die Handelstätigkeit verändert sich je nach Tageszeit und Kalender. Feste Öffnungszeiten einzelner Läden nicht ohne aktuelle Prüfung einbeziehen.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Probieren Sie unbekannte Mischungen nicht und tragen Sie sie nicht auf, ohne ihre Zusammensetzung zu kennen. Medizinische Versprechen eines Verkäufers ersetzen keine professionelle Beratung; stimmen Sie ein Henna-Muster im Voraus zusammen mit dem Preis ab.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie den Platz in Richtung des Mouassine-Komplexes und suchen Sie die trockenen Bögen eines Straßenbrunnens.

Stopp 7 von 8Weiter: Mouassine-Brunnen

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Koutoubia-Moschee, Djemaa el Fna und die Souks von Marrakesch“ — 8 Stopps, etwa 1,9 km, 2 Std. 15 Min..

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