Stopp 8 von 8

Mouassine-Brunnen

سقاية المواسين

Die getrennte Tränke wird zum letzten Zeugnis der erzwungenen Umgestaltung des Viertels.

12 Min.
Mouassine-Brunnen mit Straßenfassade, Bögen und Holzdach.
Oumaima Loudini · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Drei überwölbte Bögen
  • Verzierte Nische
  • Holzbalken
  • Trockene Becken

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Das Wasser versorgte hier zugleich den Hammam, den Waschraum und die Wasserquelle an der Straße, zu der Bewohner des Viertels, Händler und Lasttiere kamen. Drei überwölbte Öffnungen führen zu niedrigen Tränken, und weiter rechts ist eine geschnitzte Nische mit einem separaten Becken für Menschen erhalten; eine Holzsperre hielt die Tiere davon fern. Heute sind die Becken trocken, weil die alte Wasserversorgung vom städtischen Netz getrennt wurde.

Im Jahr eintausendfünfhundertsiebenundfünfzig ließ der neue saadische Sultan Abdallah al-Ghalib dieses Viertel räumen. Die jüdischen Familien von Marrakesch lebten damals unter Muslimen, besonders dicht gedrängt hier. Sie hatten Häuser, Synagogen, einen Friedhof und Handwerksläden. Viele verdienten ihren Lebensunterhalt mit Handel und Metallverarbeitung. Der Sultan wollte Marrakesch zur Hauptstadt seiner Dynastie machen und im Zentrum ein mustergültiges muslimisches Viertel anlegen.

Den Bewohnern wurde befohlen, zur Kasbah von Marrakesch, der königlichen Festung im Süden der Stadt, umzuziehen. Dort, an der Stelle der ehemaligen sultanischen Pferdeställe, wies man ihnen den von Mauern umschlossenen Mellah zu – ein separates jüdisches Viertel. Es war ein erzwungener Umzug, keine vorübergehende Umsiedlung für die Dauer der Bauarbeiten. Die Menschen richteten Wohnungen, Werkstätten, Märkte und Synagogen neu ein. Der Mellah bestand bis ins zwanzigste Jahrhundert; der alte Friedhof blieb hier, und die benachbarte Moschee wurde später direkt über ihm errichtet.

Als die früheren Höfe leer standen, ließ Abdallah al-Ghalib den Mouassine-Komplex bauen. Die Arbeiten begannen im Jahr eintausendfünfhundertzweiundsechzig und dauerten etwa ein Jahrzehnt. Daneben vereinte man alles, was das neue Viertel brauchte: eine Freitagsmoschee, eine Schule, eine Bibliothek, einen Hammam, einen Waschraum und eine Wasserquelle an der Straße. Der Brunnen wurde direkt beim Hammam und den Waschgelegenheiten angelegt, damit all diese Bauten aus einem einzigen System versorgt wurden. Von der Straße aus konnten auch diejenigen Wasser schöpfen, die die Moschee nicht betreten mussten.

Die Anlage bewahrte die Ordnung der früheren Straße. Drei schlichte überwölbte Bögen öffneten sich zu den Tränken für Esel, Maultiere und Pferde, auf denen Waren in die Stadt gebracht wurden. Rechts befand sich eine separate, reich verzierte Nische mit Wasser für Menschen. Ein quer verlaufender Holzbalken verhinderte, dass die Lasttiere das Becken für Menschen erreichen konnten. Die Wohltätigkeit des Sultans war hier zugleich für Bewohner, Händler und ihre Transporttiere bestimmt.

Der Name „Mouassine“ ist älter als der Komplex selbst. Seine Herkunft ist umstritten. Eine volkstümliche Version verbindet ihn mit einer Familie von Scherifen, Nachkommen des Propheten, die angeblich in der Nähe lebte, doch Historiker haben keine Spuren einer solchen Familie gefunden. Wahrscheinlicher leitet sich der Name von Messerschmieden ab – Handwerkern, deren Läden schon an der Hauptstraße standen, als hier noch jüdische Familien lebten.

Heute fließt im Brunnen kein Wasser mehr: Das alte System wurde vom städtischen Netz getrennt. Übrig geblieben sind die drei Bögen der ehemaligen Tränke und die verzierte Nische für Menschen – die trockene Fassade des Komplexes, mit dem Abdallah al-Ghalib das geräumte Viertel einnahm.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittfrei zugänglich

Die Straßenfassade des Brunnens lässt sich vom Durchgang aus betrachten. Die benachbarten religiösen, musealen und alltäglichen Räume haben eigene Öffnungszeiten; Innenzugang nicht ohne aktuelle Überprüfung einplanen.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie den Brunnen von der Straße aus, ohne den Durchgang zu blockieren, und rechnen Sie nicht mit Zugang zu den benachbarten Gebäuden. Trinken Sie kein Wasser, wenn Sie nicht sicher sind, dass die Quelle zum Trinken bestimmt ist.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Der Spaziergang wird bei den trockenen Becken enden, die einst Wasser für Menschen und Tiere trennten.

Stopp 8 von 8Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Koutoubia-Moschee, Djemaa el Fna und die Souks von Marrakesch“ — 8 Stopps, etwa 1,9 km, 2 Std. 15 Min..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt