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Place des Terreaux

Place des Terreaux

Hier beginnt die Route die Frage, wer das Recht hatte, im Namen der Stadt zu handeln.

15 Min.
Fontaine Bartholdi mit vier Pferden auf der Place des Terreaux in Lyon
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Fassade des Hôtel de Ville de Lyon
  • Fassade des Palais Saint-Pierre
  • Steinplatten des Platzes

Die Geschichte des Ortes

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Im sechzehnten Jahrhundert schüttete man den Verteidigungsgraben zu, und an seiner Stelle entstand ein städtischer Platz. Sein Name Terreaux geht auf „Terralia“, einen Erdhang am Graben, zurück. Der Graben ist längst unter den Steinplatten beim Hôtel de Ville de Lyon verborgen.

Am neunundzwanzigsten Mai siebzehnhundertdreiundneunzig trafen bewaffnete Abteilungen der städtischen Sektionen am Hôtel de Ville de Lyon auf der Ostseite des Platzes aufeinander. Als Sektionen bezeichnete man Versammlungen der Bewohner einzelner Stadtviertel; jede konnte ihren Teil der Nationalgarde auf die Straße bringen. Ihr Ziel war die Einnahme des Hôtel de Ville de Lyon und die Verhaftung von Joseph-Marie Chalier.

Chalier führte die radikalen Jakobiner von Lyon an und setzte sich für außerordentliche Maßnahmen gegen jene ein, die er für Feinde der Revolution hielt. Er war wegen des Seidenhandels nach Lyon gekommen und hatte zuvor von den Einkünften eines Kaufmanns gelebt – eine für eine Stadt, die von der Herstellung und dem Verkauf von Stoffen abhing, durchaus örtliche Tätigkeit. Nun stützte er sich als Richter und kommunaler Amtsträger auf Handwerker und die städtische Armut. Seine Anhänger forderten einen festen Brotpreis, die Einrichtung eines Revolutionstribunals und die Bewaffnung der Sansculotten – Bewohner aus den unteren städtischen Ständen. Im Februar erlaubte der Gemeinderat, in dem sie die Mehrheit hatten, nächtliche Durchsuchungen und Verhaftungen; etwa dreihundert Menschen wurden vor ein außerordentliches Gericht gebracht.

Auch Chaliers Gegner bezeichneten sich als Republikaner. Die Rolandisten, wie diese gemäßigte Gruppierung genannt wurde, bestanden auf einem rechtmäßigen Verfahren und freiem Handel. Nach den nächtlichen Verhaftungen liefen sie Gefahr, auf Entscheidung politischer Gegner ins Gefängnis zu kommen. Am neunundzwanzigsten Mai nahmen ihre Abteilungen das Hôtel de Ville de Lyon ein. In den Kämpfen starben mehr als einhundert Menschen, Chalier und seine engsten Anhänger wurden verhaftet.

Fast gleichzeitig, am zweiten Juni, vertrieben die Montagnards in Paris gemäßigte Abgeordnete aus dem Nationalkonvent. Die Einwohner von Lyon beseitigten die örtlichen Verbündeten genau jener Gruppierung, die nun über die Hauptstadt verfügte. Der Nationalkonvent forderte Unterwerfung und erklärte Lyon am zwölften Juli zur aufständischen Stadt.

Chalier wurde dennoch vor Gericht gestellt. Der Platz, der heute Place des Terreaux heißt, trug damals offiziell den Namen Place de la Liberté. Nach einer zweiundzwanzigstündigen Sitzung verkündeten die Richter am sechzehnten Juli das Todesurteil, und noch am selben Abend führte man den Verurteilten hierher zur Guillotine. Diese erste Hinrichtungsmaschine Lyons hatte Chalier selbst einige Monate zuvor zur Einschüchterung seiner Gegner aufstellen lassen. Vor ihm war mit ihr niemand enthauptet worden. Bei der ersten Hinrichtung versagte der Mechanismus: Das Messer blieb stecken, und der Henker musste die Tat mit einem Messer beenden.

Für die Jakobiner von Paris wurde Chalier zum Märtyrer der Revolution. Republikanische Truppen umzingelten Lyon, begannen mit dem Beschuss, und am neunten Oktober kapitulierte die Stadt. Die vom Nationalkonvent entsandten Kommissionen ließen mehr als eintausendsechshundert Menschen durch Erschießen und auf der Guillotine hinrichten. Lyon wurde seines Namens beraubt und Commune-Affranchie genannt.

Das Schafott steht nicht mehr auf dem Platz. Das Hôtel de Ville de Lyon schließt seine Ostseite weiterhin ab – genau das Gebäude, das die Abteilungen der Sektionen eingenommen hatten. Auch der revolutionäre Name hielt sich nicht. Das Wort „Terreaux“ kehrte aus einer tieferen Vergangenheit zurück: Es stammt von „Terralia“, einem Erdhang an einem Verteidigungsgraben. Im sechzehnten Jahrhundert ließen die Stadträte diesen Graben zuschütten und an seiner Stelle einen Platz anlegen. Heute ist seine Linie unter den Steinplatten vor dem Hôtel de Ville de Lyon verborgen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktMusée des Beaux-Arts de Lyon
Eintrittfrei zugänglich

Der Platz ist rund um die Uhr geöffnet.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Treten Sie zunächst an den Rand des Platzes: Fontaine Bartholdi und das Hôtel de Ville de Lyon lassen sich zusammen leichter betrachten, und der Wassernebel muss nicht unbedingt aus der Nähe erlebt werden.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zum Eingang des Palais Saint-Pierre auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes.

Stopp 1 von 7Weiter: Musée des Beaux-Arts de Lyon

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Presqu’île: Wer bestimmte über das Zentrum von Lyon“ — 7 Stopps, 1,5 km, 2,5–3 Std..

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