Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hölzerner Sim
- Vordere Kolonnade
- Hintere Kolonnade
Die Geschichte des Ortes
Wat Mai bedeutet „Neues Kloster“. Den ersten Tempel hier ließ König Anurut im Jahr eintausendsiebenhundertsechsundneunzig errichten. Ein Vierteljahrhundert später ließ sein Sohn, König Manthathurat, den hölzernen Sim – die wichtigste Zeremonienhalle – umbauen und eine vordere sowie eine hintere Kolonnade hinzufügen. Nach diesem Umbau erhielt das Kloster seinen heutigen Namen. Der vollständige Name, Wat Mai Suwannaphumaham, wird als „Neues Kloster des Goldenen Landes“ übersetzt.
Die Hauptgeschichte dieses Hofes begann mit Menschen, deren Namen nicht erhalten sind. Im Jahr achtzehnhundertsiebenundachtzig drangen bewaffnete Ho-Trupps, die aus dem Norden gekommen waren, in Luang Prabang ein. In einem anderen Kloster der Stadt, Wat Wisun, befand sich damals Phra Bang – eine stehende Buddha-Statue von dreiundachtzig Zentimetern Höhe und einem Gewicht von mehr als fünfzig Kilogramm. Die Stadt trägt ihren Namen. Für den Königshof diente sie als Schutzbild und als Zeichen des rechtmäßigen Herrschers; zuvor hatten siamesische Truppen sie bereits zweimal als Kriegsbeute fortgebracht.
Vor dem Angriff brachten die Hüter die schwere Statue aus Wat Wisun heraus und versteckten sie. Den Tempel selbst brannten die Ho-Trupps nieder und plünderten ihn, viele andere Buddha-Bildnisse verschwanden. Phra Bang überstand dies. Auch Wat Mai gehörte zu den wenigen Klöstern, die nicht niederbrannten.
König Sakkarin, der Luang Prabang nach der Zerstörung wiederaufbaute, ordnete im Jahr achtzehnhundertvierundneunzig an, den geretteten Phra Bang hierher zu bringen. Zugleich ernannte er den Mönch Than Tissapanya zum ersten Obersten Patriarchen von Luang Prabang – dem Oberhaupt der örtlichen buddhistischen Gemeinschaft – und ließ ihn bei Wat Mai wohnen. So kam das königliche Heiligtum unter die Obhut des ranghöchsten Mönchs, neben der Residenz des Königs. Wat Mai wurde zum Ort stadtweiter Zeremonien und blieb fast das gesamte zwanzigste Jahrhundert über die Residenz des Obersten Patriarchen.
Später brachte man Phra Bang in den Palastkomplex. Den größten Teil des Jahres befindet sich die Statue dort, in einem eigenen Pavillon, Haw Phra Bang. Doch am dritten Tag des laotischen Neujahrs tragen ranghöchste Mönche, die Stadtverwaltung und die Einwohner sie auf einer Sänfte zurück nach Wat Mai. Hier wird Phra Bang im Sim aufgestellt, und drei Tage lang vollziehen die Menschen eine rituelle Waschung mit Wasser.
Einst brachten namenlose Hüter die schwere Statue aus einem brennenden Kloster heraus. Nun endet ihre jährliche Rückkehr genau in jenem erhaltenen Tempel, den König Sakkarin nach dem Brand für sie auswählte.
Praktisch vor Ort
Täglich 08:00–17:00
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Hauptgeschichte wird an der Fassade erzählt; deshalb bleibt die Station auch ohne Eintritt in die Halle sinnvoll. Beachten Sie im Inneren die Tempel-Etikette und stören Sie das Gebet nicht.
