Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Haupttreppe
- Geräumige Foyers
- Bronzebüste von Thomas Beecham
Die Geschichte des Ortes
Der Festival Hall an der Themse ist als Teil einer Nachkriegsausstellung erhalten geblieben, obwohl die benachbarten Pavillons nach einigen Monaten abgebaut werden sollten. Hier arbeitete zuvor die geschlossene Lion Brewery, und der London County Council beließ am Ufer das einzige dauerhafte Bauwerk des Festivals für die Musik. Hinter der Haupttreppe ziehen sich breite Foyers entlang, die auch ohne Eintrittskarte betreten werden können; weiter hinten, hinter den Außenwänden, steht der Zuschauerraum auf schwingungsisolierten Stützen. Die Treppen und Foyers zwischen Fassade und Saal nehmen Menschen auf und schirmen einen Teil der Erschütterungen und des Dröhnens der Züge von der benachbarten Eisenbahnbrücke ab.
Thomas Beecham hatte einen konkreten Grund, der Eröffnung dieses Saals entgegenzusehen. Der berühmte Dirigent und Impresario hatte fünf Jahre zuvor das Royal Philharmonic Orchestra zusammengestellt, das eine dauerhafte große Spielstätte in London brauchte. Seit tausendneunhunderteinundvierzig, als eine deutsche Brandbombe die Queen’s Hall zerstörte – das frühere Zentrum des symphonischen Lebens der Stadt –, war kein geeigneter neuer Saal entstanden. Beecham kannte den Preis von Konzerten buchstäblich: Das Vermögen seiner Familie war mit einem Pharmaunternehmen verdient worden, und jahrzehntelang gab er dieses Geld für Operninszenierungen und Orchester aus.
Doch die künftige Heimat der Londoner Musik hasste er schon vor ihrer Eröffnung. Das Festival of Britain nannte Beecham ein Unterfangen von ungeheuerlicher Dummheit, und das neue Gebäude bezeichnete er als abstoßend und hässlich. An den Feierlichkeiten hier teilzunehmen, lehnte er ab.
Den Plan, der den Dirigenten so ärgerte, trieb Herbert Morrison voran – der Minister, der für das Festival of Britain verantwortlich war und erreichen wollte, dass das Land nach dem Krieg seine eigenen Leistungen in Wissenschaft, Industrie und Kunst sehen sollte. Lebensmittel wurden noch immer rationiert, Baumaterial war knapp, weshalb die Ausgaben für das Fest vielen provokant erschienen. Morrison erwiderte, die Menschen brauchten nach dem Erlebten Unterstützung.
Die Hauptausstellung sollte am Südufer der Themse stattfinden. An der Stelle des heutigen Saals stand damals die geschlossene Lion Brewery. Die meisten Festivalpavillons sollten nach einigen Monaten abgebaut werden, doch der London County Council stellte Geld für ein dauerhaftes Objekt bereit: einen Konzertsaal. Daher stammt das Wort „Festival“ in seinem Namen. Der königliche Teil hängt mit der Eröffnungszeremonie zusammen: Am dritten Mai tausendneunhunderteinundfünfzig nahm Georg VI. die Abdeckung von einer Gedenktafel an der Haupttreppe.
Der oberste kommunale Architekt Robert Matthew stellte ein junges Planungsteam zusammen und übertrug die Arbeit seinem neuen Stellvertreter Leslie Martin. Die meisten Beteiligten waren mit kurzfristigen Verträgen eingestellt worden; von diesem Auftrag hing ab, ob sie als Architekten weiter in Erscheinung treten würden oder nach dem Festival auseinandergehen müssten. Vor ihnen lag ein ungünstiges Gelände an einer Eisenbahnbrücke, wo Erschütterungen und das Dröhnen der Züge jedes Konzert hätten verderben können.
Martin und seine Kollegen hoben den Zuschauerraum auf schwingungsisolierte Stützen und setzten ihn in eine eigene äußere Hülle. Sie nannten dieses Schema „Ei in einer Schachtel“. Zwischen dem inneren Saal und den Fassaden ordneten sie Treppen und geräumige Foyers an: Diese Räume dämpfen einen Teil des Stadtlärms und nehmen zugleich Menschen auf. Die Architekten verzichteten auf getrennte Eingänge und Bars für teure und günstige Plätze. Heute finden im größten Saal des Southbank Centre Orchesterkonzerte, Tanzaufführungen und öffentliche Gespräche statt, und das Foyer kann ohne Eintrittskarte betreten werden.
Das Gebäude wurde rechtzeitig und im Rahmen des Budgets fertiggestellt. Zwei Jahre später übernahm Leslie Martin das Amt des obersten Architekten des London County Council. Später wurde der Saal zum ersten britischen Gebäude der Nachkriegszeit, das die höchste Stufe des staatlichen Denkmalschutzes erhielt.
Bei der Eröffnung dirigierten statt Beecham Adrian Boult und Malcolm Sargent. Doch der Boykott dauerte nur wenige Wochen. Beecham erklärte sich bereit, im folgenden Winter hier vier Konzerte zu geben, und bis tausendneunhundertsechzig waren es zweiundneunzig. Tausendneunhundertachtundfünfzig kam er in den Festival Hall, um seine eigene Bronzebüste zu enthüllen. Die Büste des Dirigenten, der sich weigerte, dieses Gebäude zu eröffnen, steht noch immer im Inneren.
Praktisch vor Ort
Das Foyer ist täglich ungefähr vom Mittag bis spät am Abend geöffnet; die Kassen sind werktags und samstags von 10:00 bis 20:00 geöffnet. Konzerte und Ausstellungen haben eigene Öffnungszeiten.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wenn die öffentlichen Bereiche geöffnet sind, kann man das Foyer ohne Konzertbesuch betreten. Für den Saal und Veranstaltungen gelten eigene Bedingungen, die man vorher prüfen sollte.
