Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Drei steinerne Baukörper
- Fußgängerstraße zwischen den Baukörpern
- Innenhöfe
- Platz des Kulturzentrums
Die Geschichte des Ortes
Zwischen drei steinernen Baukörpern verläuft eine Fußgängerstraße; daneben liegen Innenhöfe und ein Platz. Der ursprüngliche Entwurf des Kulturzentrums umfasste fünf selbstständige Teile, gebaut wurden jedoch nur drei. In einem Baukörper kommen Teilnehmer von Kongressen und Arbeitstreffen zusammen, in den benachbarten finden Aufführungen, Operninszenierungen und sinfonische Abende statt. Die Ausstellungsräume werden vom Museu de Arte Contemporânea und vom Centro de Arquitetura genutzt.
Im Dezember neunzehnhundertsiebenundachtzig beschloss die Regierung von Premierminister Aníbal Cavaco Silva, in Belém ein neues Zentrum zu bauen. Vier Jahre später sollte Portugal erstmals den Vorsitz in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft übernehmen – einem Zusammenschluss von zwölf Ländern, aus dem die heutige Europäische Union hervorging. Für ein halbes Jahr internationaler Sitzungen wurde ein eigenes Hauptquartier benötigt. Cavaco Silva setzte sich dafür ein, dass es dem Land nach der Abreise der Delegationen als Konzert-, Ausstellungs- und Kongresskomplex erhalten bliebe.
Belém wurde bewusst ausgewählt. Entlang der Praça do Império hatte Portugal bereits auf der Ausstellung des Jahres neunzehnhundertvierzig seine Geschichte dargestellt. Nun stellte die Regierung neben das Mosteiro dos Jerónimos ein Gebäude eines Landes, das der Europäischen Gemeinschaft erst im Jahr neunzehnhundertsechsundachtzig beigetreten war und bald deren Sitzungen leiten sollte.
Zum internationalen Architekturwettbewerb gingen siebenundfünfzig Entwürfe ein. Den Zuschlag erhielten der italienische Architekt Vittorio Gregotti und der Portugiese Manuel Salgado. Sie planten fünf große Module, getrennt durch innere Straßen: ein Begegnungszentrum, Konzertsäle, Ausstellungsräume, ein Hotel und ein Betriebsgebäude. Die Vorgabe war streng: Das erste Modul musste bis Januar neunzehnhundertzweiundneunzig fertiggestellt werden, noch bevor der kulturelle Teil für das Publikum geöffnet wurde.
Den Bau nannte man einen weißen Elefanten, einen Bunker und einen Verschlinger staatlicher Gelder. Die ursprüngliche Kostenschätzung wurde um fast das Sechsfache überschritten; besonders umstritten waren die Ausgaben und die Nachbarschaft des riesigen neuen Komplexes zum Kloster. Die Kritik richtete sich persönlich gegen Cavaco Silva, doch der Premierminister stoppte das Projekt nicht. Hätte der erste Baukörper nicht rechtzeitig eröffnet, hätte seine Regierung für den Vorsitz, für den alles begonnen worden war, einen anderen Ort suchen müssen.
Seit dem ersten Januar neunzehnhundertzweiundneunzig waren im noch unvollendeten Zentrum die Dienste des Vorsitzes untergebracht. Am sechsundzwanzigsten und siebenundzwanzigsten Juni leitete Cavaco Silva hier ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der zwölf Länder. Sie beauftragten den Beginn der Vorbereitung von Verhandlungen über die Aufnahme Österreichs, Schwedens, Finnlands und der Schweiz. Die ersten drei Länder traten im Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig der Europäischen Union bei. Die Schweizer Regierung setzte ihren Antrag aus, nachdem die Wähler in einem Referendum eine weitere Annäherung abgelehnt hatten.
Nach Ende des Vorsitzes wurde das Zentrum geschlossen: Die Räume mussten noch umgebaut werden. Am einundzwanzigsten März neunzehnhundertdreiundneunzig betrat erstmals das allgemeine Publikum den Ort – zur Ausstellung „Triumph des Barock“. Der Komplex, für den Cavaco Silva seine politische Reputation riskiert hatte, ging zu der Aufgabe über, für die er nach den europäischen Sitzungen erhalten bleiben sollte.
Von den fünf Modulen Gregottis und Salgados wurden zunächst drei gebaut. Im ersten finden weiterhin Kongresse und Treffen statt; in den benachbarten Sälen werden Opern, sinfonische Konzerte und Aufführungen gegeben, während der Ausstellungstrakt vom Museu de Arte Contemporânea und vom Centro de Arquitetura genutzt wird. Die inneren Straßen zwischen den drei Baukörpern haben die ursprüngliche Anlage bewahrt. Das Centro Cultural de Belém (CCB) erhielt seinen Namen bereits zu einer Zeit, als im Inneren europäische Delegationen saßen und die erste öffentliche Ausstellung erst vorbereitet wurde.
Praktisch vor Ort
Ausstellungen und das Museum MAC/CCB sind von Dienstag bis Sonntag 10:00–18:30 Uhr geöffnet (letzter Einlass 18:00); montags geschlossen.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Um die Architektur zu verstehen, genügt es, zwischen den Baukörpern hindurchzugehen; für den Halt selbst ist keine Eintrittskarte für eine Ausstellung oder ein Konzert erforderlich. Den Zugang zu einzelnen Räumen und Veranstaltungen prüfen Sie bitte gesondert.
