Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei steinerne Säulen mit Kugeln
- Stufen am Wasser
- Nordwestliche Ecke des Platzes
- Beginn der Rua do Arsenal
Die Geschichte des Ortes
Nach dem Erdbeben von tausendsiebenhundertfünfundfünfzig richteten die Ingenieure der Krone am Tejo einen feierlichen Eingang vom Fluss in das wiederaufgebaute Zentrum von Lissabon ein. Schiffe legten an der Treppe an, und die Ankommenden gelangten über sie direkt zu dem Platz, den man damals Terreiro do Paço nannte. An den Rändern der Stufen stehen zwei steinerne Säulen mit Kugeln: Sie gaben der Anlegestelle ihren Namen.
Am ersten Februar neunzehnhundertacht ging Carlos I., der König von Portugal, hier von einem Dampfschiff an Land. Vier Tage zuvor hatten Republikaner versucht, die Monarchie zu stürzen. Der König unterstützte den Regierungschef João Franco, der ohne Parlament regierte, und hatte gerade ein Dekret unterzeichnet, das die Verbannung von Personen, die staatsfeindlicher Verbrechen beschuldigt wurden, in die überseeischen Besitzungen vorsah. Carlos kehrte vorzeitig aus Vila Viçosa zurück, um zu zeigen: Er versteckt sich nicht, und die Lage ist unter Kontrolle.
Der Zug brachte die königliche Familie nach Barreiro, ans gegenüberliegende Ufer des Tejo. Die letzte Strecke musste auf dem Wasser zurückgelegt werden. Nach dem Erdbeben von tausendsiebenhundertfünfundfünfzig richteten königliche Ingenieure hier einen feierlichen Eingang vom Fluss in das wiederaufgebaute Zentrum von Lissabon ein. Cais das Colunas bedeutet „Kai der Säulen“: Den Namen gaben zwei steinerne Pfeiler mit Kugeln an den Rändern der Treppe. Über diese Stufen gelangten Ankommende vom Schiff direkt auf den Terreiro do Paço – so nannte man die heutige Praça do Comércio damals noch.
Für die Fahrt zum Palast ließ Carlos ein Landau, eine offene Pferdekutsche, statt eines Autos bereitstellen. Nach dem gescheiterten Umsturz wollte er öffentlich durch die Stadt fahren. Ort und Zeit seiner Ankunft waren im Voraus bekannt, und die Menschen, die den Mord vorbereiteten, beobachteten das Anlegen des Dampfschiffs.
Die Namen zweier Angreifer sind zuverlässig belegt. Manuel Buiça, ein ehemaliger Kavalleriesergeant, verdiente seinen Lebensunterhalt als Lehrer. Er hatte zwei Kinder, die ihre Mutter bereits verloren hatten; kurz vor dem Angriff räumte er schriftlich ein, dass sie bald auch ihren Vater verlieren könnten. Alfredo Costa arbeitete als Handlungsgehilfe und Handelsreisender. Beide gehörten der Carbonária Portuguesa an, einer geheimen revolutionären Gesellschaft, die mit der republikanischen Bewegung verbunden war, und wollten den König zusammen mit dem Thronfolger töten.
In die offene Kutsche stiegen Carlos, Königin Amélia, Kronprinz Luís Filipe und der jüngere Sohn Manuel. Das Landau fuhr entlang der Westseite des Platzes zur Rua do Arsenal. Buiça trat auf die Fahrbahn, ging auf ein Knie nieder und schoss mit einem Karabiner. Costa sprang auf das Trittbrett der Kutsche und schoss mit einem Revolver. Carlos starb sofort. Luís Filipe konnte noch seine Waffe ziehen und zurückschießen, erlitt jedoch ebenfalls tödliche Verletzungen. Buiça und Costa wurden am Ort getötet. Die Königin überlebte, der jüngere Sohn wurde am Arm verletzt; Buiças Kinder wurden zu Vollwaisen.
Der achtzehnjährige Manuel, der nicht auf eine unmittelbare Thronbesteigung vorbereitet worden war, wurde König Manuel II. Er entließ João Franco, doch die Monarchie hielt noch zweiunddreißig Monate. Am fünften Oktober neunzehnhundertzehn zwang ein republikanischer Aufstand Manuel, Portugal zu verlassen.
Geschossen wurde an der nordwestlichen Ecke des Platzes, nahe dem Beginn der Rua do Arsenal. Hier, zwischen den beiden Säulen, hat sich der Anfang jenes kurzen Weges erhalten: der Ort, an dem der König vom Dampfschiff in die offene Kutsche stieg, die er für seine demonstrative Rückkehr nach Lissabon gewählt hatte.
Praktisch vor Ort
Als städtischer Raum am Fluss geöffnet. Am besten kommen Sie nicht in der größten Mittagshitze und nicht bei starkem Wind vom Wasser.
Geprüft: 16. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie bei dem aktuellen Wasserstand so nah ans Wasser, wie es sicher ist; drehen Sie sich anschließend mit dem Rücken zum Tejo, um die Anlage zu verstehen.
