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Miradouro de Santa Catarina

Miradouro de Santa Catarina (Adamastor)

Hier kommen eine verschwundene Kirche, der erhaltene Name eines Hügels und zwei Denkmäler aus unterschiedlichen Zeiten zusammen.

20 Min.
Die Terrasse des Miradouro de Santa Catarina mit der weißen Statue des Adamastor und Blick auf eine Brücke über den Fluss.
Vitor Oliveira · CC BY-SA 2.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Das Palais des Museu da Farmácia
  • Die Steinfigur des Adamastor
  • Die kleine Bronzefigur des Bildhauers
  • Tejo

Die Geschichte des Ortes

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Der Garten liegt am steilen Rand eines Hügels über dem Tejo: Bevor hier Wege und eine Terrasse angelegt werden konnten, mussten städtische Ingenieure den Hang mit einer Stützmauer sichern. Die zum Fluss offene Seite diente den Einwohnern seit jeher als Beobachtungspunkt – von hier aus verfolgten sie Schiffe, die in den Hafen einliefen oder auf dem Fluss unterwegs waren. Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts machte die Stadt diesen Ort zu einem öffentlichen Garten und bewahrte die alte Gewohnheit, wegen des Wassers und der Schiffe hierherzukommen. Über der Terrasse erhebt sich eine Steinfigur mit Kopf und Händen aus bläulichem Marmor; an ihrem Fuß verbirgt sich ein kleiner Mensch aus Bronze.

Am oberen Rand des Gartens steht ein Stadtpalais, in dem heute das Museu da Farmácia untergebracht ist. Es steht an der Stelle der Kirche, die dem ganzen Hügel ihren Namen gab.

Im Jahr eintausendfünfhundertsiebenundfünfzig ordnete Königin Catarina de Áustria, die Ehefrau Joãos des Dritten, an, hier die Ehemalige Kirche der Heiligen Katharina von Alexandrien zu gründen. Diese frühchristliche Märtyrerin galt als Schutzpatronin der Studierenden, Philosophen und Buchleute. Deshalb wurde die Kirche von der Lissabonner Bruderschaft der Buchhändler verwaltet – einem Zusammenschluss von Menschen, deren Einkommen vom Verkauf von Büchern abhing. Der Kirche diente ihnen als Gotteshaus, Versammlungsort und gemeinsames Eigentum.

Nach dem Erdbeben von eintausendsiebenhundertfünfundfünfzig stellten die Buchhändler das beschädigte Gebäude wieder her. Im Februar eintausendachthundertfünfunddreißig brannte die Kirche ab. Die Pfarrei wurde in die ehemalige Klosterkirche an der Calçada do Combro verlegt, die seitdem ebenfalls Santa-Catarina-Kirche an der Calçada do Combro heißt. Die ausgebrannten Mauern auf dem Hügel blieben bei der Bruderschaft.

Fünf Jahre später nahmen Beamte die Ruinen in ein Verzeichnis staatlichen Eigentums auf, das zum Verkauf bestimmt war. Der Vorsitzende der Bruderschaft, Graf von Sampaio, setzte sich dafür ein, das Eigentum den Buchhändlern zurückzugeben. Sie traten gemeinsam auf und gewannen den Fall: Im Jahr eintausendachthundertvierundvierzig übergab die Regierung ihnen die Kirchenruinen.

Nun musste Geld für den Wiederaufbau gefunden werden. Die Mitglieder der Bruderschaft genehmigten Darlehen und das Sammeln von Spenden, erhielten aber nicht die benötigte Summe. Im Jahr eintausendachthundertsechsundfünfzig baten sie selbst darum, den Verkauf zu erlauben. Der Staat stimmte unter der Bedingung zu, dass der Erlös in staatliche Wertpapiere angelegt würde. Einige Jahre später wurden die Mauern abgetragen, und der Industrielle José Pedro Colares errichtete auf dem Kirchengrundstück das heutige Palais. Die Bruderschaft zog von hier fort, die Kirche verschwand, doch der Name Santa Catarina blieb dem Hügel und der Aussichtsplattform erhalten.

Den offenen Rand des Hügels nutzten die Einwohner seit jeher, um Schiffe auf dem Tejo und den Verkehr im Hafen zu beobachten. Städtische Ingenieure sicherten den Hang mit einer Stützmauer, und im Jahr eintausendachthundertdreiundachtzig legte die Stadt hier einen öffentlichen Garten an. Er bewahrte die frühere Nutzung des Ortes: Noch immer kommen Menschen hierher, um den Fluss und die Schiffe zu betrachten.

Der steinerne Riese erschien später. Adamastor wurde von Luís de Camões für Die Lusiaden erfunden. Im Epos tritt er der Flotte Vasco da Gamas als Hüter der gefährlichen Gewässer am Kap der Stürme entgegen und versucht, die nach Indien fahrenden Seeleute mit Drohungen aufzuhalten. Die Schiffe setzen ihre Reise fort. Adamastor bleibt ein in menschlicher Gestalt verkörpertes Kap, das sie passieren konnten.

Die Stadtverwaltung von Lissabon beauftragte den Bildhauer Júlio Vaz Júnior mit dem Denkmal und eröffnete es am zehnten Juni eintausendneunhundertsiebenundzwanzig, dem Gedenktag für Camões. Der Bildhauer schlug Kopf und Hände des Riesen aus bläulichem Marmor und stellte daneben eine winzige Bronzefigur von sich selbst auf. Er nannte die Komposition „Die Vision des Bildhauers“: Der Mensch stand unter der steinernen Größe seines eigenen Entwurfs.

Nach der Aufstellung des Denkmals begannen die Einwohner, den Garten Jardim do Adamastor zu nennen. Im offiziellen Namen blieb die verschwundene Kirche der Buchhändler erhalten, im alltäglichen Namen die Marmorfigur des von Camões geschaffenen Adamastor. Júlio Vaz Júnior selbst steht hier bis heute in Bronze, am Fuß seines Riesen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktCais do Sodré und die Pink Street
Eintrittfrei zugänglich

Die Terrasse ist täglich 7:30–23:30 geöffnet; nachts wird sie geschlossen.

Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Bei Sonnenuntergang kann die Aussichtsplattform sehr voll sein; suchen Sie sich einen Platz abseits von Gruppen und setzen Sie sich nicht dorthin, wo Sie den Durchgang versperren.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie in Richtung Tejo hinab und halten Sie sich zur Praça de São Paulo, bis das Pflaster rosa wird.

Stopp 6 von 7Weiter: Cais do Sodré und die Pink Street

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Abendliches Lissabon: Bairro Alto, Bica und Cais do Sodré“ — 7 Stopps, ≈2 km, 2–3 Std..

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