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Praça Luís de Camões

Praça Luís de Camões

Das Denkmal hilft nachzuvollziehen, wie ein literarisches Jubiläum zu einer Bewährungsprobe der Massenorganisation wurde.

15 Min.
Bronzedenkmal für Luís de Camões auf einem weitläufigen Platz mit dekorativem Straßenpflaster.
Michael Gaylard · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Die Bronzefigur von Camões
  • Das Buch in der Hand des Dichters
  • Das Schwert
  • Acht Figuren am Sockel

Die Geschichte des Ortes

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An der Schnittstelle von Chiado, Bairro Alto und Bica bündelt ein breiter Platz die Wege aus drei Vierteln, und steinerne Stufen umgeben den Sockel. Vor dem Platz standen hier Häuser und der Palácio dos Marqueses de Marialva; das Erdbeben zerstörte den Palast, und das Gelände wurde für ein Denkmal eines portugiesischen Dichters geräumt. Die Kommission, die Geld für das Denkmal sammelte, erreichte, dass der neue Ort schon vor dem Erscheinen der Statue nach ihm benannt wurde. Heute trifft man sich auf diesen Stufen, bevor man sich in die benachbarten Straßen verteilt.

Der bronzene Luís de Camões hält Die Lusiaden an die Brust und stützt mit der anderen Hand ein Schwert auf den Boden. Der Bildhauer Vítor Bastos stellte den Dichter über acht Historiker, Dichter und einen Gelehrten. Camões diente als Soldat und schrieb ein Epos über die Fahrt Vasco da Gamas, Seefeldzüge und den Preis der portugiesischen Eroberungen. Im neunzehnten Jahrhundert galt er als der wichtigste Dichter des Landes.

Der Platz selbst entstand für dieses Denkmal. Im Jahr achtzehnhundertsechzig räumten Beamte das Gelände zwischen der Rua do Loreto, der Rua da Misericórdia und der Rua da Horta Seca: Zuvor hatten hier Häuser und der Palácio dos Marqueses de Marialva gestanden, der durch das Erdbeben von siebzehnhundertfünfundfünfzig zerstört worden war. Die Kommission, die Spenden für die Statue sammelte, bat darum, dem neuen Platz schon im Voraus den Namen von Camões zu geben. Die Bronze gab es noch nicht, als der Name bereits in den städtischen Erlass aufgenommen wurde. Das Denkmal wurde sieben Jahre später in Anwesenheit von König Luís I. enthüllt.

Dreizehn Jahre später weigerte sich derselbe König, in einer riesigen Prozession zur Statue zu gehen. Sie war von Teófilo Braga erdacht worden – einem Republikaner, also einem Befürworter der Ersetzung der Monarchie durch eine Republik, einem Literaturdozenten, der von einem Professorengehalt und der Arbeit an Büchern lebte. Im Jahr achtzehnhundertachtzig jährte sich der Tod von Camões zum dreihundertsten Mal. Braga setzte sich dafür ein, dass Journalisten, Schriftsteller, städtische Vereine und Berufsverbände das Jubiläum ausrichteten. Für die zerstreuten republikanischen Zirkel war dies eine Bewährungsprobe: Konnten sie Menschen um einen landesweiten Namen versammeln, ohne eine Parteikundgebung als literarisches Fest auszugeben?

Auch die Regierung beteiligte sich an den Feierlichkeiten und bestellte Pavillons, Illuminationen und Paraden, doch der König und die Minister sahen in dem Zug eine allzu deutliche politische Demonstration und hielten sich davon fern. Ihre Abwesenheit wurde sofort Teil des Ereignisses. Der Karikaturist Rafael Bordalo Pinheiro zeichnete Camões mit einer republikanischen Mütze: Der Dichter dankte dem König in der Karikatur dafür, dass dieser mit seiner Weigerung dabei geholfen habe, den Dichter zu „repubikanisieren“.

Am zehnten Juni, gegen Mittag, zog die Kolonne von der Praça do Comércio los. In ihr gingen Journalisten, Studenten sowie Handwerker- und Stadtvereine; allegorische Wagen der Landwirtschaft, der Bildung und des Handels fuhren mit. Die Prozession stieg durch Chiado hinauf und füllte diesen Platz. Die Teilnehmer legten Zweige und Kränze auf den Stufen des Denkmals nieder, gingen um den Sockel herum und setzten ihren Weg über die Rua do Alecrim nach Cais do Sodré fort. Die Zeitgenossen waren davon beeindruckt, dass eine feierliche Kolonne ohne Geistlichkeit und militärische Begleitung durch die Stadt zog: Die Menschen ehrten den Dichter im eigenen Namen.

Das Fest verschaffte den Republikanern Erfahrung in der Massenorganisation und beschleunigte den Zusammenschluss ihrer zuvor zerstrittenen Gruppen. Drei Jahre später gründeten sie die erste landesweite Leitung ihrer Partei; Teófilo Braga gehörte ihr an. Nach der Ausrufung der Republik im Jahr neunzehnhundertzehn leitete der frühere Organisator des Jubiläums die Übergangsregierung.

Die Statue und die Stufen, auf denen die Kränze niedergelegt wurden, blieben an ihrem ursprünglichen Ort. Hier treffen die Wege aus Chiado, Bairro Alto und Bica zusammen, deshalb verabredet man sich heute bei Camões, bevor man sich in die benachbarten Straßen verteilt. Im Jahr achtzehnhundertachtzig versammelten sich die Menschen ebenfalls bei ihm – und bogen dann ebenso in die Rua do Alecrim ein, um hinunterzugehen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktLargo da Trindade und das Theater
Eintrittfrei zugänglich

Der offene Stadtplatz ist rund um die Uhr zugänglich.

Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie das Denkmal vom Rand des Platzes aus: In der Mitte sind viele Fußgänger und Fahrzeuge unterwegs. Ein Cafébesuch gehört nicht zur Route.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie vom Denkmal zur benachbarten Theaterstraße hinauf und suchen Sie den Eingang zur „Trindade“.

Stopp 2 von 7Weiter: Largo da Trindade und das Theater

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Abendliches Lissabon: Bairro Alto, Bica und Cais do Sodré“ — 7 Stopps, ≈2 km, 2–3 Std..

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