Stopp 7 von 9

Museum der Deutschen Postagentur Lamu

German Post Office Museum

Zwei Museumsräume erinnern an den kurzen Versuch, ein Protektorat auf dem Festland über den Hafen von Lamu zu verwalten.

15 Min.
Uniform eines kolonialen Postbeamten im Museum der Deutschen Postagentur Lamu.
Schreibkraft · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
123456789

0 von 9 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Postuniform
  • Umschläge mit Rundstempeln
  • Karten
  • Historische Fotografien

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Im ehemaligen Haus der Deutschen Witu-Gesellschaft nimmt das Museum zwei kleine Räume ein. In den Vitrinen liegen Umschläge mit runden Poststempeln, Karten und alte Fotografien, daneben hängt eine Uniform mit rotem Posthorn. Die Stelle wurde nebenbei von einem Angestellten der Gesellschaft geleitet, während einheimische Mitarbeiter Briefmarken verkauften und Einschreibsendungen bearbeiteten. Später erwarben die Nationalmuseen Kenias das Gebäude, restaurierten es mit Unterstützung der deutschen Botschaft und eröffneten hier ein Museum.

Als ein Dampfschiff einen Sack Briefe nach Lamu brachte, gab es hier noch keine Post. Zeitgenössischen Berichten zufolge schütteten indische Zollbeamte die Korrespondenz wegen der Sprachbarriere auf den Boden, und die Empfänger suchten ihre Umschläge selbst heraus. Ausgehende Briefe legte man in einen Holzkasten mit zwei Fächern: eines für Aden und Europa, das andere für Mombasa und Sansibar.

Dieses System behinderte besonders Clemens Denhardt, einen deutschen Forscher und Unternehmer. Gemeinsam mit seinem Bruder Gustav schloss er eine Vereinbarung mit dem Herrscher von Witu, einem Swahili-Sultanat auf dem Festland südlich von Lamu, und erwirkte ein deutsches Protektorat über dieses Gebiet. Die Brüder wollten dort Handel treiben und Plantagen anlegen. Ihre Verträge, Berichte und Anweisungen liefen über den Hafen von Lamu: Witu hatte keinen anderen zuverlässigen Zugang zu den Seeverbindungen. Die Insel selbst war dabei kein deutsches Gebiet.

Nach Beschwerden von Denhardt und anderen deutschen Staatsangehörigen erklärte sich die Reichspost bereit, hier eine offizielle Stelle zu eröffnen. Am zweiundzwanzigsten November achtzehnhundertachtundachtzig wies man ihr zwei Räume im Haus der Deutschen Witu-Gesellschaft zu. Das ist das heutige Museum der Deutschen Postagentur Lamu.

Berufliche Postbeamte aus Deutschland wurden nicht entsandt. Die Stelle leitete nebenbei Kurt Toeppen, ein Angestellter der Denhardt-Gesellschaft; später löste Carl Weiß ihn ab. Einheimische Mitarbeiter verkauften deutsche Briefmarken, bearbeiteten Einschreibsendungen und setzten einen Rundstempel mit dem Namen Lamu und den Worten „Ostafrika“ auf. Sie trugen ockerfarbene Hemden mit einem roten Posthorn und schwarz-weiß-roter Verzierung. Durch diese beiden Räume lief die Korrespondenz, von der die Geschäfte der Gesellschaft und die Verwaltung des Protektorats Witu abhingen.

Im Jahr achtzehnhundertneunzig gab die deutsche Regierung das Protektorat über Witu aufgrund eines Abkommens mit Großbritannien auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Imperial British East Africa Company bereits eine eigene Poststelle in Lamu eröffnet. Am einunddreißigsten März achtzehnhunderteinundneunzig schloss Carl Weiß die deutsche Stelle.

Vom ursprünglichen Bestand von zweihundertfünfzig nummerierten Einschreibzetteln verwendete man den letzten am Tag vor der Schließung. Am letzten Tag baten Sammler darum, noch einige Sendungen für sie abzustempeln, und die Mitarbeiter trugen die Vermerke über die Einschreibsendung von Hand mit roter Tinte ein.

Im Jahr neunzehnhundertdreiundneunzig erwarben die Nationalmuseen Kenias das ehemalige Posthaus, restaurierten es mit Unterstützung der deutschen Botschaft und eröffneten hier ein Museum. Fotografien, Karten, Postuniformen und Umschläge mit Rundstempel füllen heute das Gebäude, in dem die deutsche Post zwei Jahre und vier Monate arbeiten konnte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktRiyadha-Moschee und Bildungszentrum
Eintrittmit Eintrittskarte der Nationalmuseen Kenias

Täglich 08:30–17:30, einschließlich staatlicher Feiertage; Tarife und Öffnungszeiten gelten seit dem 7. Mai 2026.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die kleine Ausstellung kann unabhängig von den anderen Museen geschlossen sein; besichtigen Sie den Innenraum nur durch den offiziellen Eingang.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Biegen Sie vom Wasser aus nach Langoni ab und gehen Sie zur Riyadha-Moschee und Bildungszentrum.

Stopp 7 von 9Weiter: Riyadha-Moschee und Bildungszentrum

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Altstadt von Lamu: Hafen, Häuser und geschnitzte Türen“ — 9 Stopps, 1,8 km, 3 Std. 30 Min. mit Innenräumen; etwa 2 Std. 15 Min. außen.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt