Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinpfeiler
- Steinstufen
- Holzfassaden
- Fenster der zweiten Stockwerke
Die Geschichte des Ortes
Mitten auf der Ninen-zaka steht ein niedriger Steinpfeiler: Er kennzeichnet die zeitweilige Unterkunft des Künstlers Takehisa Yumeji. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts diente dieser Hang zugleich als Weg zum Kiyomizu-dera und als bewohnte Geschäftsstraße. Läden und Teehäuser nahmen die unteren Stockwerke ein, die Zimmer darüber wurden an Gäste vermietet. Yumeji erhielt hier zwei solcher Zimmer.
Der Name des Hangs wird auf zwei Arten geschrieben: als „Hang des zweiten Jahres“ und als „Hang der doppelten Ruhe“. Eine einheitliche, nachgewiesene Erklärung gibt es nicht. Einer verbreiteten Version zufolge benannte man ihn nach der benachbarten Sannen-zaka, dem „Hang des dritten Jahres“: Dieser Weg lag vor ihr, deshalb verringerte man die Zahl um eins. Eine Überlieferung verbindet den Namen auch mit dem Bau des Weges im Jahr achthundertsieben.
Yumeji kam wegen Kasai Hikono hierher – einer angehenden Künstlerin, die bei ihm lernen und mit ihm zusammenleben wollte. Sie lernten sich in Tokio kennen, als die achtzehnjährige Hikono in seinen Laden kam. Dort verkaufte man Postkarten, Papier, Stoffe und Bücher mit Yumejis Zeichnungen; mit dieser Kunst in Auflage verdiente er seinen Lebensunterhalt und wurde berühmt. Den Laden führte Tamaki, seine frühere Ehefrau, die Mutter seiner Kinder und langjährige Geschäftspartnerin. Yumeji wollte diese Bindung lösen, und Hikonos Vater, der Inhaber einer Papierfirma, wachte über seine einzige Tochter und war nicht bereit, sie zu dem Künstler gehen zu lassen. In ihren Briefen nannten die Verliebten Hikono den Berg und Yumeji den Fluss.
Im Herbst neunzehnhundertsechzehn verließ Yumeji den Tokioter Laden und reiste nach Kyoto. Im Februar des folgenden Jahres vermittelte ein Bekannter ihm ein Haus auf der Ninen-zaka. Der Künstler bezog mit seinem kleinen Sohn Fujihiko zwei Zimmer im zweiten Stock. Er brachte das Kind mit und begann, den Haushalt zu führen, in der Erwartung, dass Hikono sich ihnen bald anschließen würde.
Hikono überzeugte ihre Angehörigen unterdessen davon, sie reise nach Kyoto, um japanische Malerei zu studieren. Die Verhandlungen zogen sich hin. Yumeji wohnte etwa zwei Monate auf der Ninen-zaka und zog wieder aus, ohne auf sie gewartet zu haben. Hikono erreichte Kyoto erst im Juni; ihr Zusammenleben begannen sie weiter nördlich, am Südtor des Kodai-ji.
Im März neunzehnhundertachtzehn kam der Vater, um seine Tochter zu holen, und brachte sie nach Tokio zurück. Yumeji bereitete eine große Ausstellung in Kyoto vor und hoffte, Hikonos Vater deren Erfolg als Beweis vorlegen zu können, dass er eine Familie ernähren könne. Mit Hilfe von Freunden kehrte Hikono kurz zur Eröffnung zurück, erkrankte jedoch bald schwer. Man brachte sie in ein Krankenhaus in Tokio, und ihr Vater verweigerte Yumeji Besuche. Während der Trennung veröffentlichte der Künstler den ihr gewidmeten Gedichtband „An den Berg“. Im Januar neunzehnhundertzwanzig starb Hikono.
In den Steinpfeiler ist nur der Name Takehisa Yumeji eingemeißelt. Die Inschrift ist zutreffend: Hikono wohnte nie in den Zimmern auf der Ninen-zaka.
Praktisch vor Ort
Die Straße ist immer geöffnet; morgens und am späten Tag lässt sich hier leichter der Rhythmus der Häuser spüren, nicht nur der Strom der Käufer.
Geprüft: 16. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Lesen Sie die Legende vom Sturz nicht als Anlass für einen Trick oder ein inszeniertes Foto: Die Stufen erfordern tatsächlich Vorsicht. Respektieren Sie die Eingänge zu bewohnten Häusern und geöffneten Einrichtungen.
