Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Statue des Mikaeri-Amida
- Drehung des Kopfes über die linke Schulter
- Lotus-Sockel
- Amida-Halle
Die Geschichte des Ortes
Die Anlage heißt offiziell Eikan-dō Zenrin-ji, obwohl man sie in Kyōto seit Langem als Eikan-dō kennt. Im Inneren der Tempelhalle ist ein Lotus-Sockel zu sehen; um ihn herum vollziehen die Mönche bis heute einmal im Jahr eine mehrstündige Umrundung. Schon vor mehreren Jahrhunderten wurde Eikan-dō in Reiseführer zu den Sehenswürdigkeiten Kyōtos aufgenommen, und die Spenden aus öffentlichen Vorführungen der Tempelreliquie dienten dem Unterhalt des Klosters.
Das Hauptbild von Eikan-dō Zenrin-ji ist eine nur siebenundsiebzig Zentimeter hohe Holzfigur des Amida. Sie steht in der Amida-Halle. Der Körper ist nach vorn gerichtet, der Kopf jedoch über die linke Schulter gedreht. Diese Figur nennt man Mikaeri-Amida – „Amida, der sich umgewandt hat“.
Mit der Drehung des Kopfes ist die Geschichte von Yōkan verbunden, dem Abt von Eikan-dō Zenrin-ji, der gewöhnlichen Menschen den Weg zur buddhistischen Erlösung eröffnen wollte. Er erhielt eine gründliche klösterliche Ausbildung, verbrachte zehn Jahre in zurückgezogener Studienzeit und kehrte dann hierher zurück, um den Tempel zu leiten. Yōkan war der Ansicht, dass für die Wiedergeburt im Reinen Land das Nembutsu genügte – das Wiederholen des Namens Amida. Diese Praxis verlangte weder Gelehrsamkeit noch die langwierige Aneignung komplexer Meditation. Yōkan selbst sprach nach den Tempelaufzeichnungen den Namen Amida bis zu sechzigtausendmal am Tag aus, während er dessen Statue im Kreis umschritt.
Dann beginnt die Tempellegende. Im Morgengrauen des fünfzehnten Februar eintausendzweiundachtzig vollzog Yōkan seine gewöhnliche Umrundung. Er sah, wie Amida vom Lotus-Sockel herabstieg und vor ihm herging. Der Abt blieb vor Überraschung stehen. Da drehte Amida den Kopf über die linke Schulter und sagte: „Yōkan, du zögerst.“ Yōkan bat darum, diese Drehung zu bewahren, damit künftige Generationen sie sehen könnten.
Das Wunder selbst bleibt eine Legende. Fachleute datieren die heutige Skulptur an das Ende der Heian-Zeit oder den Beginn der Kamakura-Zeit, ungefähr ins zwölfte Jahrhundert; der Name des Schnitzers ist unbekannt. Die ungewöhnliche Arbeit des Meisters ist jedoch ganz greifbar: Er drehte Hals und Rumpf so, dass die stehende Figur mitten im Schritt eingefangen ist.
Mehrere Jahrhunderte später nahmen die Verfasser von Reiseführern der Edo-Zeit den umgewandten Amida in Bücher über die Sehenswürdigkeiten Kyōtos auf. Die Skulptur wurde so berühmt, dass man sie für öffentliche Vorführungen nach Osaka und Edo brachte – dem heutigen Tokio. Die bei diesen Vorführungen gesammelten Spenden dienten dem Unterhalt des Klosters.
Die offizielle Bezeichnung der Anlage bleibt Eikan-dō Zenrin-ji. Der Name Eikan-dō, „Halle des Eikan“, setzte sich zu Ehren von Yōkan durch: Die beiden Schriftzeichen seines Namens werden im Tempelnamen anders gelesen. Jedes Jahr vom vierzehnten zum fünfzehnten Februar vollziehen die Mönche erneut eine mehrstündige Umrundung des Mikaeri-Amida. Sie wiederholen genau die Handlung, bei der Yōkan innehielt, und das Gesicht der Figur bleibt den hinter ihr Gehenden zugewandt.
Praktisch vor Ort
In der Regel täglich 9:00–16:00 geöffnet; die Tore schließen um 17:00. Eintritt: Erwachsene 1000 ¥, Studierende 800 ¥, Schülerinnen und Schüler 600 ¥, Kinder 200 ¥
Geprüft: 22. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Statue befindet sich im Inneren, und ob sie zu sehen ist, hängt von der geltenden Besuchsregelung ab. Beachten Sie die Einschränkungen für Aufnahmen und halten Sie den Verkehr am Heiligtum nicht auf.
