Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rathausturm
- Ausgang der Bracka-Straße
- Dunkle Platte „Preußische Huldigung, 1525“
- Tuchhallen
Die Geschichte des Ortes
Mitte des dreizehnten Jahrhunderts plante man hier einen Markt am Schnittpunkt der wichtigsten Handelswege, und sein Name bezeichnete damals die alltägliche Funktion des Platzes. Der Raum war viel enger als heute: Handelsreihen, Stadtwaagen, Läden und Anbauten füllten ihn. Zwischen dem Rathausturm und dem Ausgang der Bracka-Straße ließ man einen freien Platz für wichtige städtische Angelegenheiten. Heute markiert eine dunkle Platte im Pflaster diesen Abschnitt, und die Tuchhallen erinnern daran, wovon der Platz lebte.
Am zehnten April eintausendfünfhundertfünfundzwanzig kniete Albrecht von Hohenzollern hier vor dem polnischen König Sigismund dem Alten nieder. Albrecht war der letzte Großmeister in Preußen – das Oberhaupt des Deutschen Ordens, einer katholischen militärischen Bruderschaft, die Ländereien an der Ostsee besaß. Er kam zum Hauptmarkt, um seinen früheren Titel aufzugeben und dafür ein Land für sich und seine Erben zu erhalten.
Zu dieser Entscheidung hatte ihn der verlorene Krieg geführt. Ein Friedensvertrag aus dem Jahr eintausendvierhundertsechsundsechzig verpflichtete die Großmeister, dem polnischen König einen Eid zu leisten. Albrecht weigerte sich und begann im Jahr eintausendfünfhundertneunzehn einen neuen Krieg mit Polen. Zwei Jahre später musste ein Waffenstillstand geschlossen werden. Hilfe vom Kaiser und von den deutschen Fürsten erhielt er nicht, die preußischen Stände drohten, ihm nicht mehr zu gehorchen, und die Frist des Waffenstillstands ging ihrem Ende entgegen. Eine Wiederaufnahme des Krieges konnte Albrecht sowohl Amt als auch Ländereien kosten.
Das Oberhaupt des Ordens hatte noch eine weitere Schwäche: Es wurde von den Ritterbrüdern gewählt, deshalb war es unmöglich, das Amt einem Sohn zu übertragen. Albrecht nahm das Luthertum an und erklärte sich bereit, die Ordensherrschaft in Preußen aufzulösen. Sigismund der Alte, der ein Ende des Krieges und die Anerkennung der polnischen Oberherrschaft anstrebte, erlaubte, diese Ländereien in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln. Albrecht erhielt es als erbliches Lehen – einen Besitz, für den ein Fürst seinem Oberherrn einen Eid leistete und ihm Treue sowie militärische Hilfe schuldete.
Der Vertrag wurde zwei Tage vor der Zeremonie unterzeichnet. Auf dem Markt musste man den Einwohnern und Gesandten noch zeigen, was sich genau verändert hatte. Damals wirkte der Platz viel enger: Handelsreihen, Stadtwaagen, Läden und Anbauten nahmen ihn ein. Der Hauptmarkt war schon im Jahr eintausendzweihundertsiebenundfünfzig am Schnittpunkt der Handelswege vermessen worden, daher war das Wort „Markt“ hier wörtlich zu verstehen. Zwischen dem Rathaus und dem Ausgang der Bracka-Straße hielt man jedoch einen freien Abschnitt frei. Die Krakauer nannten ihn „na Golde“ – einen Ort für Eidesleistungen und die Bestätigung städtischer Privilegien.
Auf diesem Abschnitt errichtete man eine Erhöhung. Sigismund saß über den Versammelten, Albrecht schwor ihm auf die Bibel und erhielt den Titel eines Herzogs in Preußen. Der König beendete den Krieg und gewann einen Vasallen. Albrecht verlor das Amt des Großmeisters, regierte dafür aber bis zu seinem Tod im Jahr eintausendfünfhundertachtundsechzig das Herzogtum, das er seinem Sohn hinterlassen konnte. Der Ordensstaat in Preußen hörte nach dem von ihnen geschlossenen Vertrag auf zu existieren.
Das Podest wurde abgebaut, und die Handelsbauten verschwanden später, sodass der frühere freie Abschnitt nun im riesigen Platz aufgeht. Eine dunkle Platte im Pflaster zwischen dem Rathausturm und der Bracka-Straße markiert ihn. Auf ihr stehen nur drei Worte und ein Datum: „Preußische Huldigung, eintausendfünfhundertfünfundzwanzig“. Hierher kam Albrecht als gewähltes Oberhaupt eines Ritterordens, stand als erblicher Fürst von seinen Knien auf und behielt Preußen.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist jederzeit frei zugänglich. Vor Ort sind Licht, Wetter und die Menschendichte wichtiger als ein Zeitplan.
Geprüft: 16. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie zunächst am Rand des Platzes stehen und erfassen Sie ihn als Ganzes mit dem Blick. Gehen Sie vorsichtig zur Platte: Sie liegt unter den Füßen im allgemeinen Menschenstrom.
